Palmöl, Persipan, Schweinegelatine: Ersatzstoffe im Weihnachtsgebäck

In Stollen, Dominosteinen und anderen weihnachtlichen Leckereien stecken häufig billige Ersatzstoffe statt traditioneller, hochwertiger Zutaten. Das haben Vergleiche der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein ergeben.

Zur Adventszeit hat die Verbraucherzentrale insgesamt 72 weihnachtliche Spezialitäten in verschiedenen Supermärkten und Drogeriemärkten begutachtet und die enthaltenen Zutaten verglichen. Bei diesem Marktcheck stand alles auf der Liste, was auf den klassischen bunten Teller zu Weihnachten passt: Dominosteine, Marzipanbrote, Lebkuchen und vieles mehr. „Auf den ersten Blick ähneln sich die Zutatenlisten, aber beim genauen Hinsehen haben wir große Unterschiede entdeckt“, so Lebensmittel-Expertin Selvihan Koç. „In vielen Produkten stecken statt Marzipan oder Butter billige Ersatzstoffe wie Persipan und Palmöl.“

Persipan und Schweinegelatine im Gebäck

Marzipan besteht aus Mandeln und Zucker. Häufig wird es durch das günstigere Persipan ersetzt. Persipan schmeckt ähnlich wie Marzipan, wird aber aus gemahlenen Aprikosen- oder Pfirsichkernen hergestellt. „Der Geschmack von Persipan kann vortäuschen, dass Marzipan enthalten ist“, so Selvihan Koç. Ein Beispiel: Beim Marktcheck für Dominosteine verschiedener Hersteller entdeckten die Lebensmittel-Experten Aprikosenkerne und Persipan in acht von neun Produkten. Weihnachtsgebäck kann auch andere Zutaten enthalten, die Verbraucher*innen darin nicht vermuten. So steht zum Beispiel Schweinegelatine in fünf von sechs geprüften Zutatenlisten für Zimtsterne.

Schädliche Zutaten für Gesundheit und Umwelt

Butter ist – mit Ausnahme von Butterstollen – in wenigen Produkten zu finden. Mehr als ein Drittel der verglichenen weihnachtlichen Süßigkeiten enthalten stattdessen Palmöl. Dieses Pflanzenöl gehört zu den billigsten und am häufigsten verwendeten Fetten. Für die Erzeugung wird Regenwald abgeholzt. Ob Palmöl aus nachhaltiger Produktion stammt, ist meist nicht zu erkennen. Verbraucher sind auf freiwillige Label und Hinweise der Anbieter angewiesen. Diese schaffen nach Ansicht der Verbraucherzentrale keine ausreichende Transparenz für Verbraucher. Palmöl enthält zudem Fettschadstoffe wie 3-Monochlorpropandiol-Fettsäureester (3-MCPD) und steht im Verdacht, krebserregend zu wirken. Die Verbraucherzentrale setzt sich deshalb dafür ein, dass europaweit verbindliche Höchstmengen für den Schadstoff 3-MCPD in pflanzlichen Fetten, Ölen und Säuglingsnahrung gesetzlich festgelegt werden. Dies verpflichtet Lebensmittelhersteller zur Minimierung und erhöht die Sicherheit für Verbraucher.

Tipps zum nachhaltigen Kochen und Backen in der Weihnachtszeit finden Sie bei der Verbraucherzentrale.

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Veröffentlicht am 6. Dezember 2019, in Ökologie, Bürgerbeteiligung, Bildung, Daten und Zahlen, Flensburg News, Kultur, Soziales, Wirtschaft. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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