Petition „Für den Erhalt eines stationären Versorgungsangebotes zum Schwangerschaftsabbruch in Flensburg“ unterzeichnen!

Im Rahmen der Fusion von Diakonissenkrankenhaus und St. Franziskus-Hospital Flensburg soll das bisher einzige stationäre Angebot zur Durchführung von Schwangerschaftsabbrüchen wegfallen.

Insgesamt sieht die Versorgungslage in Flensburg bereits jetzt schlecht aus: Denn auch die Anzahl der Praxen in Flensburg, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen, hat sich seit 2012 von neun auf vier Praxen reduziert. Für die betroffenen Frauen ist es oft schwierig, zeitnah einen Termin zu bekommen, da die Praxen stark ausgelastet sind.

Eine gute Versorgung von Frauen in dieser belasteten Lebenslage ist von daher bedroht.

Deshalb ist diese Petition wichtig: https://www.openpetition.de/petition/online/fuer-den-erhalt-eines-stationaeren-versorgungsangebotes-zum-schwangerschaftsabbruch-in-flensburg

Bitte unterschreibt und teilt sie fleißig!

Untenstehend der Aufruf-Text:

Petition für ein niedrigschwelliges, medizinisch vielfältiges und würdevolles Versorgungsangebot bei Schwangerschaftsabbrüchen in Flensburg

Flensburg ist ein klinisches Oberzentrum mit fast 100.000 Einwohner*innen.
Im Rahmen der Fusion von Diakonissenkrankenhaus und St. Franziskus-Hospital Flensburg soll das bisher einzige stationäre Angebot zur Durchführung von Schwangerschaftsabbrüchen wegfallen.

Das Wegbrechen des stationären Angebotes bedeutet für betroffene Frauen, dass sie nun zukünftig weite Strecken bewältigen müssen, wenn sie den Schwangerschaftsabbruch in einer Klinik vornehmen lassen möchten. Außerdem kommen zusätzliche Fahrtkosten mit Auto, Bus oder Bahn auf sie zu. Für Mütter mit kleinen Kindern oder für Frauen ohne Auto und Führerschein wird solch eine Strecke zum unüberwindbaren Problem.

Insgesamt sieht die Versorgungslage in Flensburg bereits jetzt schlecht aus: Denn auch die Anzahl der Praxen in Flensburg, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen, hat sich seit 2012 von neun auf vier Praxen reduziert. Für die betroffenen Frauen ist es oft schwierig, zeitnah einen Termin zu bekommen, da die Praxen stark ausgelastet sind.

Eine gute Versorgung von Frauen in dieser belasteten Lebenslage ist von daher bedroht.

Grundsätzlich müssen Frauen auch in Flensburg und im Umland das Recht haben, frei zu entscheiden, ob sie den Schwangerschaftsabbruch in einer Klinik oder in einer niedergelassenen Praxis vornehmen lassen möchten. Es kann nicht sein, dass dies im zukünftig einzigen Krankenhaus in Flensburg nicht mehr möglich sein soll!

Wir fordern deshalb

  • die Aufrechterhaltung des stationären Versorgungsangebotes zum Schwangerschaftsabbruch im neuen Zentralkrankenhaus
  • die medizinische Grundversorgung unabhängig von Glaubensgrundsätzen
  • die Enttabuisierung von Schwangerschaftsabbrüchen

Begründung

Das Recht der Frauen auf Selbstbestimmung und Familienplanung ist ein Menschenrecht, dass in diversen internationalen Statuten verfasst ist:

  • Resolution der UN-Generalversammlung vom 25. September 2015 – Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung: »Wir verpflichten uns, den allgemeinen Zugang zu Diensten im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit sicherzustellen, einschließlich Familienplanung, Information und Aufklärung.«

Damit garantiert auch Deutschland allen Bürger*innen, die Familienplanung individuell bestimmen zu können. Frauen und Männer haben demnach das Recht, selbstbestimmt darüber zu entscheiden, wann und wie viele Kinder sie bekommen wollen. Jedem Menschen steht außerdem das Recht auf Zugang zu Aufklärung und Familienplanung sowie zu Gesundheitsversorgung rund um Schwangerschaft und Geburt zu.

  • Flensburg ist im Februar 2019 der Europäischen Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern beigetreten: »Die Unterzeichnerin/der Unterzeichner anerkennt das Recht aller Menschen auf ein hohes Niveau körperlicher und geistiger Gesundheit und bekräftigt, dass für den Genuss dieses Rechts der Zugang zu qualitativ hochwertigen Gesundheitsdiensten und medizinische Behandlungen für Frauen und Männer unabdingbar ist.«

  • Laut §13 Abs. 2 Schwangerschaftskonfliktgesetz (SchKG) sind die Länder verpflichtet, ein ausreichendes Angebot ambulanter sowie stationärer Einrichtungen zur Vornahme von Schwangerschaftsabbrüchen zu sichern.

Zur ambulanten Versorgungssituation in Flensburg

Insgesamt ist die Versorgungslage in Flensburg bereits jetzt dramatisch: Die Anzahl der Praxen in Flensburg, die Schwangerschaftsabbrüche vornehmen, hat sich seit 2012 von neun auf vier Praxen reduziert. Die Zukunft sieht düster aus: Praktizierende Ärzte und Ärztinnen, die aus Altersgründen ausscheiden, finden keine Nachfolger*innen, die dieses Versorgungsangebot aufrechterhalten.

Gründe sind hierfür: – Im Medizinstudium steht dieses Thema nicht mehr auf dem Lehrplan. – Gynäkolog*innen fürchten Anfeindungen von Abtreibungsgegner°innen. Dies hat die Diskussion um die Abschaffung der §§ 218 und 219a StGB verdeutlicht.

Erstunterzeichner*innen

  • Verena Balve, Gleichstellungsbeauftragte Stadt Flensburg
  • Ute Morgenroth, Referentin Evangelisches Frauenwerk SL-FL –
  • Anne Redmann, Leiterin pro familia – Beratungsstelle Flensburg
  • Utta Weißing, Gleichstellungsbeauftragte Gemeinde Harrislee
  • Petra Bargheer-Nielsen, Gleichstellungsbeauftragte Kreis Schleswig-Flensburg
  • Frauennotruf Flensburg
  • Frau & Beruf Flensburg
  • DGB Frauenausschuss Flensburg
Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Die Querdenker*innen aus Flensburg

Siehe dazu auch den Beitrag vom 29.10.2019: Neues Großklinikum in Flensburg: Zukünftig keine Schwangerschaftsabbrüche mehr?
unter: https://akopol.wordpress.com/2019/10/29/neues-grossklinikum-in-flensburg-zukuenftig-keine-schwangerschaftsabbrueche-mehr/

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Veröffentlicht am 2. November 2019, in Flensburg News. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 4 Kommentare.

  1. Vielen Dank,
    das ist die wichtigste Forderung:

    medizinische Grundversorgung unabhängig von Glaubensgrundsätzen

    Daraus folgt: ein neues Krankenhaus darf nicht in den Händen kirchlicher Träger sein, sondern gehört in die öffentliche Hand.
    Kirchen müssen nun einmal ihren Glauben über die Menschlichkeit stellen, sonst wären sie keine dem Monotheismus verpflichtete Institution.
    Nur als kommunales Krankenhaus ist ein zentrales Krankenhaus in Flensburg demokratisch kontrollierbar, der Bürger und Wähler müßte sich nicht entwürdigen, den heiligen Herren mit einer Petition entgegenzutreten, sondern könnte wenigstens über seine Partei in der Ratsversammlung seinen bescheidenen Einfluß geltend machen.
    Untenstehenden Text habe ich bereits zu Jahresbeginn an politisch aktive Frauen geschickt, in der Hoffnung, daß diese damit etwas anfangen.
    Da es hier keinen Aufschrei gab, wundert es mich überhaupt nicht, daß die heiligen Herren jetzt grundsätzlich keinen Schwangerschaftsabbruch mehr vornehmen wollen, und durch ihre Personalpolitik, den konfessionslosen Kollegen ein Berufsverbot für die stationären Versorgung in Flensburg zu erteilen, denn sie haben hier eine Monopolstellung, haben sie die Macht, alle von ihnen eingestellten monotheistischen Gynäkologen auf ihre Ideologie zu verpflichten.

    Mit freundlichen Grüßen
    Ralf Cüppers

    Liebe …..

    bin mal wieder ein Opfer meines zu guten Langzeitgedächtnisses und dadurch mit der Nase auf einen stinkenden Skandal gestoßen:

    kurz nachdem ich nach Flensburg kam, in den achtziger Jahren, wurde gegen massiven Widerstand in der Bevölkerung die damals Städtische Frauen- und Kinderklinik geschlossen und die Gynäkologie der Diakonissenanstalt zugeschlagen. Es gab damals auch schon eine feministische Ratsfrau, Tamara von den Grünen, die auf das Problem hinwies, dass es dann, wenn es keine kirchenunabhängige Gynäkologie mehr gebe, es dann Schwierigkeiten geben wird, in Flensburg gesetzeskonforme Schwangerschaftsabbrüche durchzuführen. Flensburgerinnen müßten dann ins nächstgelegene säkulare Krankenhaus, mindestens nach Nordfriesland reisen oder nach Sønderborg oder wie in alten Zeiten wieder nach Holland. Immerhin hatte die Diskussion, die Tamara damit auslöste, zu einem „Kompromiß“ geführt, dass sich die Diakonissenanstalt öffentlich bereit erklärte, sich zu verpflichten, für Flensburgerinnen Schwangerschaftsabbrüche durchzuführen, wenn sie denn nun das Monopol auf stationäre Gynäkologie bekommt.

    Nun lebt Tamara schon lange nicht mehr in Flensburg, kaum einer erinnert sich noch an das, was vor einem Dritteljahrhundert gesagt wurde. So fällt es den Heuchlern der Diakonie leicht, wortbrüchig geworden zu sein:

    Die Diakonissenanstalt unterhält eine sogenannte „Ethikkommission“, die im Einzelfall darüber entscheidet, ob Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt werden oder nicht. Die geltende Gesetzeslage sieht jedoch nur eine Beratungspflicht, keine Genehmigungspflicht für straffreie Schwangerschaftsabbrüche vor. Selbstverständlich vertrete ich als Kriegsdienstverweigerer auch die Gewissensfreiheit, daß kein Arzt gegen sein (christliches?) Gewissen gezwungen werden darf, Abbrüche vorzunehmen. Nur dann müßte nach dem alten „Kompromiß“ die Diakonissenanstalt eben konfessionslose Gynäkologen in ausreichender Zahl einstellen, um die Versorgung der Flensburgerinnen mit Schwangerschaftsabbrüchen sicherzustellen! Auf keinen Fall darf es sein, daß eine „Ethikkommission“, womöglich gar mit Männern besetzt, sich eine Entscheidung darüber anmaßt, welche Frau in Flensburg ihre Schwangerschaft abbrechen darf und welche nicht.

    Ich weiß nicht, wie lange schon diese „Ethikkommission“ ihr Unwesen treibt, habe es jetzt erst zufällig erfahren, halte es für eine Sauerei, die Ratsversammlung müßte sich doch verarscht vorkommen, zu erfahren, daß die sogenannte „Ethikkommission“ den damaligen „Kompromiß“ ausgehebelt hat.

    PS.
    Thema Schwangerschaftsabbrüche ist nur ein Beispiel für menschenverachtendes Handeln der heiligen Herren, ein weiteres ist das Konfliktfeld selbstbestimmtes würdiges Sterben versus Lebensverlängerung um jeden Preis und die daraus folgende Nichtbeachtung von Patientenverfügungen.

    Liken

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