Archiv für den Tag 18. Juni 2019

Bericht und Fotostrecke vom Offenen Kriegsatelier der DFG-VK in Jagel am 15.06.2019

Am letzten Samstag hatte die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) zu Protestaktionen anlässlich des Tags der Bundeswehr auf dem Fliegerhorst Schleswig/Jagel aufgerufen. Unter dem Motto „Mit Pinsel, Farbe, Hammer, Nagel gegen Drohnentod aus Jagel“ hatten die Friedensaktivisten Künstler und Mitstreiter zur Teilnahme an einem „Offenen Kriegsatelier“ eingeladen, das zum zweiten Mal stattfand. Die kamen dann auch und mit viel kreativer Fantasie und Engagement wurden trotz strömendem Regen zahlreiche Tore zum Fliegerhorst blockiert. (Den Aufruf dazu mit Hintergrundinformationen gibt es hier: Offenes Kriegs-Atelier am 15. Juni 2019 vor den Toren des Fliegerhorst Schleswig/Jagel )

Hier nun der Bericht und die Fotostrecke von der Aktion:

Wir hatten langfristig zum 2. Offenen Kriegsatelier eingeladen mit Blockaden der Eingänge zum Drohnen- und Tornadostandort

Das Plakatspalier, an dem die Busse mit den Besuchern zum „Tag der Bundeswehr“ vorbei gefahren wurden, hatte eine gute Wirkung: ganze zwei Bundeswehrfans, die uns den Stinkefinger zeigten, erstaunlich wenig, die Mehrheit war wohl auf sich selbst zurückgeworfen.

 

Die Straße blockieren mussten wir gar nicht selber, das erledigte ein Rüsselwagen mit Rückstau auf der B 77

 

Das zerbrochene Gewehr, das beim ersten Offenen Kriegsatelier 2018 während der Blockade des Südtores hergestellt wurde, war wieder mit dabei.

 

Vor dem „Drohnenbildschirm“ machten vier Frauen eine szenische Lesung aus Peter Grants „Am Boden“, das den Arbeitsalltag einer Drohnenpilotin beschreibt. Die Lesung wurde als Video aufgezeichnet. Im Hintergrund der Airbus A400M, der zukünftig die Transall ersetzen soll.

 

Der Künstler Knut Andresen, dessen aktuelle Ausstellung noch im Ausstellungsraum der Husumer Stadtbücherei zu sehen ist, brachte eigene Bilder mit. „Lass Dich nicht zum Mörder machen“ und „Bleib standhaft für den Frieden“

 

Peter und Marco hatten einen Kriegs –Schau – Platz gestaltet, in dem das Ausstellungsobjekt der Bundeswehr, ein ausgemusterter Tornado-Kampfjet, mit integriert wurde.

 

Vor dem Fußgängereingang informierten wir über die Aktivitäten des Drohnen- und Tornadostandortes und verteilten viele Flugblätter „Bundeswehr – gefährlich, sinnlos, teuer“

Auf die geplanten, den Straßenverkehr blockierenden Pflastermalereien auf den Zufahrtsstraßen zum Standort, haben wir verzichtet.

Dafür musste die Bundeswehr auf Formationsflüge verzichten.

Bezüglich der geplanten Blockaden wurde uns die Auflage erteilt, daß Haptwache, Südwache und alle „Crashtore“ freizuhalten seien, da sonst das Rettungskonzept der Bundeswehr für den Fall eines Massenanfalls von Verletzten nicht gewährleistet sei.

Vor der Veranstaltung hatten wir geschrieben:

„Wir wollen das Rettungskonzept nicht behindern, werden deshalb auch keine Rechtsmittel gegen die Auflagen der Ordnungsverwaltung einlegen.

Wir erwarten aber von der Ordnungsverwaltung, daß sie zur Verhinderung eines Massenanfalls der Bundeswehr die Auflage erteilt, daß die Flugzeuge am Boden bleiben, solange Publikum auf dem Standort ist.“

Dieses war zuvor auf der Seite www.bundeswehrabschaffen.de veröffentlicht, die offenbar auch von Verwaltungsmenschen und Juristen aufmerksam gelesen wird, die dann gehandelt haben. Dort ist auch den Schriftwechsel mit dem Kreis Schleswig-Flensburg dokumentiert.

In Folge dieser Warnung blieben zwar nicht alle, aber die meisten Flieger am Boden, es durfte immer nur ein Flugzeug zur Zeit in der Luft sein, damit sie nicht zusammenstoßen können. Die dritte Präsentation fliegender Flugzeuge fiel ganz aus.  „Wegen des schlechten Wetters“, dieser Unsinn stand am 17. Juni so im Flensburger Tageblatt und über diese offensichtliche Propagandalüge lacht halb Flensburg. denn jeder weiß, genau zu dem Zeitpunkt, wo die untersagte dritte Flugschau hätte stattfinden sollen, hatte der Regen bereits aufgehört. Von der Bundeswehr zu erwarten, daß sie offen zugibt, aus Geltungssucht oder anderen niedrigen Beweggründen einen Massenanfall von Verletzten billigend in Kauf zu nehmen, ist nicht realistisch. Aber deshalb ist es „aus Kiel“ untersagt worden. Da redet man lieber über schlechtes Wetter, als ob Piloten bei Regen nicht fliegen könnten.

Eine Bewohnerin von Jagel teilte mit, daß an diesem Tag weniger Flugbetrieb gewesen sei als an Übungstagen. An diesem 15. Juni haben wir mit einer kleinen Gruppe kreativer Menschen richtig viel CO2 eingespart. Denn ein Kriegsflugzeug bläst bei einem Übungsflug mehr CO2 in die Luft, als ein durchschnittlicher Stinkedieselkraftfahrer in seinem ganzen Autofahrerleben schaffen kann.

Auch die in Jagel stationierte Heron-Drohne musste am Boden bleiben

 

Erst zum Abschluß des „Tag der Bundeswehr“ hob der Airbus A400M ab.

 

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Der wirklich echte Norden! – Kunst der Färöer vom 23. Juni bis 20. Oktober 2019 in Flensburg

Ausstellung auf dem Museumsberg und im Schiffahrtsmuseum

Im Fußball haben sie von sich reden gemacht: die Färöer, eine der kleinsten Nationen Europas mit gerade einmal halb so vielen Einwohnern wie Flensburg. Dass es dort auch eine ausgesprochen aktive Kunstszene mit international erfolgreichen Malern, Grafikern, Fotografen und Installationskünstlern gibt, weiß dagegen kaum jemand. Der Museumsberg Flensburg und das Flensburger Schifffahrtsmuseum zeigen im Sommer 2019 zum ersten Mal in Deutschland moderne Kunst von den Färöer Inseln.

Trøllanes – Ingi Joensen © Ingi Joensen

Die atemberaubende Natur mit schroffen Klippen und tiefen Fjorden zwischen steilen, grasbedeckten Berghängen, Wasserfällen und einem dunklen, aufgewühlten Ozean ist das erste, was einen beim Besuch der Färöer Inseln beeindruckt. Das zweite sind die Menschen, die in dieser wilden Landschaft leben und zwischen lokaler Tradition und internationaler Moderne ihren eigenen Weg gehen. Ein echtes Interesse an Kunst ist überall zu spüren, in fast jedem Haus hängen Originalkunstwerke.

Der Museumsberg Flensburg und das Flensburger Schifffahrtsmuseum laden nun zehn färöische Künstlerinnen und Künstler ein, erstmalig in Deutschland auszustellen. Das Flensburger Schifffahrtsmuseum zeigt unter der Überschrift „Wellen.Warten.Wiederkehr.“ Bilder, Grafiken und Installationen zu dem Thema, das bis heute den Inselalltag prägt: das Leben vom und mit dem Meer. Da sind Männer auf See, Frauen – nicht selten Witwen –zuhause und dann der Walfang, eine bis heute umstrittene Tradition auf den Färöer Inseln, gesehen mit den Augen der Künstler.

Der Museumsberg Flensburg widmet sich zeitgleich der Gegenwartskunst auf den Färöer Inseln. Landschaftsmotive prägen die Fotografien von Ingi Joensen ebenso wie die schwarzweißen Grafiken von Jóna Rasmussen und die abstrahierten „blauen Bilder“ von Tróndur Patursson. Die Bewohner der Inseln finden sich in den großformatigen Fotografien von Annika à Lofti und Annie Heinesen wieder, genau wie in Ingi Joensens vier Jahrzehnte übergreifender Porträtserie „I kerinum 40“. Die Bandbreite der künstlerischen Techniken reicht von der Videoprojektion bis zur komplett aus Wolle gestrickten Rauminstallation.

Der wirklich echte Norden ist nun in Flensburg zu sehen: Die Ausstellung auf dem Museumsberg wird am 23. Juni um 11.30 Uhr in der Aula des Hans-Christiansen-Hauses feierlich eröffnet.
Im Flensburger Schifffahrtsmuseum findet die Eröffnung am 30. Juni um 11.30 Uhr statt.

Museumsberg 1
24937 Flensburg
Tel.: 0461 – 852956

museumsberg@flensburg.de

https://www.museumsberg-flensburg.de/de/

 

Flensburger Schifffahrtsmuseums

Schiffbrücke 39
24939 Flensburg

Tel.: 0 461 – 85 29 70
Fax: 0 461 – 85 16 65
E-Mail: schifffahrtsmuseum@flensburg.de

http://www.flensburg.de/schiffahrtsmuseum

 

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