Leserbriefe von Dr. Helmreich Eberlein, Holger Johannsen und Marc Paysen zur Hotelplanung am Bahnhof

Der Flensburger Umwelt- und Planungsausschuss hat in seiner Sitzung am 7. Mai über die Beschlussvorlage zur Änderung des Flächennutzungsplanes „Bahnhofstraße an der Hauptpost“ und Bebauungsplan „Hauptpost“ (Nr. 303) entschieden. Dort fand die Vorlage bei Stimmengleicheit von 8:8 Stimmen keine Merheit und fiel somit durch. Dennoch ist damit noch nichts endgültig entschieden. Insider weisen darauf hin, dass es offensichtlich ein sehr großes Interesse einiger Lobbyisten gäbe, mit einer entsprechenden Mehrheit der Ratsversammlung das angedachte Hotel und Parkhaus doch noch realisieren zu können. Denkbar sei, dass trotz Scheitern der Vorlage im Auschuss einige Fraktionen versuchen werden, diese mit Änderungen in einer der kommenden Ratsversammlung nochmal zur Abstimmung zu stellen. Untenstehend dokumentieren wir deshalb drei Leserbriefe zur Hotelplanung am Bahnof und drohenden Abholzung des Waldstücks an der Schleswiger Straße, die uns nach der Abstimmung im SUPA erreichten:

 

Dr. med. Helmreich Eberlein
Ahornweg 20
24941 Flensburg

Flensburg, den 17.5.2019

Leserbrief: Im Ernst?

Über manche Argumentation kann man sich nur wundern.
Da schreibt die „Mittelstandsvereinigung in der CDU“ in Fl.A. vom 17.5., dass das Hotel und Parkhaus an der Hauptpost gebaut werden müssten – entgegen dem Beschluss des gewählten Gremiums.
Die Begründung lautet: „Flensburg ist das urbane Oberzentrum der Region und muss sich auch so zeigen, um die Anziehungswirkung für die Menschen und die Unternehmen zu behalten“.
Jaso, das hängt von diesem Hotel und Parkhaus ab? Da darf Artenschutz und Schutz des Kleinklimas in der Innenstadt nicht zählen?
Ich glaube, manche Leute haben noch nicht begriffen, dass die Welt nicht mehr so ist, wie sie mal war. Dass es nicht mehr möglich ist, Artenschutz zu ignorieren, weil wir uns sonst den Ast absägen, auf dem wir selber sitzen – so der Welt-Biodiversitätsrat nur 1 Tag vor dem Beschluss in Flensburg über diese Baupläne.
Sie haben nicht begriffen, dass die Attraktivität einer Stadt in Zukunft nicht von Parkhäusern abhängen wird, sondern von den Möglichkeiten, ohne den Besitz eines Autos mobil zu sein – weil sonst das Klima kippt. Sie haben nicht begriffen, dass Lebensqualität in einer Stadt auf innerstädtische Naturflächen angewiesen ist, und dass eine Betonwüste die Menschen verjagt. Ist eine Stadt für Unternehmen nicht mehr attraktiv, wenn das nächste Hotel ein paar hundert Meter weiter vom Bahnhof entfernt ist? Im Ernst?
Oder besteht der „Sündenfall“ eher darin, dass hier die Stadtvertreter es einmal gewagt haben, das Allgemeinwohl über die Wünsche eines Investors zu stellen, so dass künftige Investoren sich nicht mehr sicher sein können, dass all ihre Wünsche durchkommen? Aber haben wir nicht genau dafür demokratisch gewählte Stadtvertreter, dass sie das Allgemeinwohl – und da gehört der Naturschutz unbedingt dazu – durchsetzen?
Ich möchte den Mitgliedern des SUPA, die diese weitsichtige Entscheidung getroffen haben, von Herzen danken!

Leserbriefe von Holger Johannsen und Marc Paysen im Flensburger Tageblatt vom 17.05.2019:

Leserbrief von Marc Paysen, Ratsfraktion Flensburg Wählen in der Flensborg Avis vom 18.05.2019:

Über akopol

Netzwerk für mehr Öffentlichkeit, Transparenz und Demokratie in Flensburg

Veröffentlicht am 23. Mai 2019, in Ökologie, Bürgerbeteiligung, Daten und Zahlen, Flensburg News, Rat & Ausschüsse, Soziales, Stadtplanung, Wirtschaft. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: