Stellungnahme des BUND zum Bauprojekt Hotel und Parkhaus an der Bahnhofstraße

In einer Stellungnahme für die Stadt Flensburg hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) seine Bedenken zum oben genannten Bauprojekt formuliert, die wir untenstehend für die öffentliche Debatte dokumentieren:

Bebauungsplan „Hauptpost“ (Nr. 303) – Bedenken BUND Flensburg

Die Stadt Flensburg hat ein Bauleitplanverfahren im Bereich des Bahnhofsumfeldes /Hauptpost begonnen. Im derzeitigen Verfahrensstand soll abgeprüft werden, ob und wenn in welchem Umfang einem privatem Investor Genehmigung zu Errichtung und Betrieb eines Hotels mit Parkhaus genehmigt werden kann.

Der beplante Standort ist unter anderem auch hinsichtlich Betroffenheit Landeswaldgesetz wohl zunächst durch die untere Forstbehörde und anschließend durch Ihre Behörde überprüft worden. Der Anwohner Claus Kühne hat uns den Schriftverkehr vom 28.05.2018 zugänglich gemacht. Demnach ist ein Waldstandort betroffen. Diese Einstufung des Gehölzbestandes deckt sich mit unseren Vorstellungen.

Der BUND Flensburg sieht den aus der örtlichen Presse bekannt gewordenen Planungsumfang extrem kritisch: Wir sind sehr besorgt, dass ein weiteres Stück innerörtliches Grün zu Gunsten Investorenvorstellungen geopfert werden soll. Auch mussten wir in der jüngeren Vergangenheit mit erleben, dass Vorhabenträger wie z. B. in Gintoft vor Bekanntwerden ihrer Planungen sich schon Genehmigungen beschafft haben, die anschließend nicht mehr einer Überarbeitung zugänglich waren. Dies ist natürlich auch hier zu befürchten.

Neben Belangen des Ortsbildes, Gewässer- und Artenschutzes, die wir an anderer Stelle geltend machen werden, möchten wir für Ihre Abwägung hinsichtlich (Teil-)Entlassung des Waldstücks zur Wahrung des 30 – Meter Schutzabstandes gemäß § 24 Landeswaldgesetz vor allem auf folgende Punkte aufmerksam machen:

•  es handelt sich um eine Investorenplanung, die hier befördert werden soll. In solchen Fällen ist es absolut zumutbar, dass sich der Investor auf ein zur Verfügung stehendes Gelände beschränkt – zumal Richtung Post genügend Platz vorhanden ist. Ein öffentliches Interesse ist hier nicht gegeben.

•  eine Vernichtung auch nur von Teilbereichen des „kleinen Waldstücks“ würde den Biotopverbund (Grünachse parallel Schleswiger Straße weiter Richtung Bahnhofstal Schienenverbindung Flensburg – Weiche) unterbinden und die ökologischen Funktionen des gesamten kleinen Waldstücks zunichte machen. Hier wiederum greift das Rücksichtnahmegebot gemäß § 4 Landeswaldgesetz, das öffentliche Planungsträger zu würdigen haben.

Wir hoffen, dass unsere Bedenken mit in Ihre Abwägung einfließen und Sie einen entsprechenden Antrag abschlägig bescheiden werden.

Zu finden auf der Homepage des BUND Flensburg unter http://www.bundflensburg.de/ bzw.  http://www.bundflensburg.de/fileadmin/bundgruppen/bcmskgflensburg/PDF/Bedenken.pdf

Von der Stadt in Auftrag gegebenes Gutachten weist auf die besondere ökologische Bedeutung des Waldstückes hin

Auch das von der Stadt Flensburg in Auftrag gegebene Gutachten: „Bebauungsplan Nr. 303 Flensburg „Hauptpost“ Stadt Flensburg – Ergänzung zum Fachbeitrag zum Artenschutz gemäß BNatSchG“ vom Biologenbüro GGV macht deutlich, dass es sich bei dem Wald um ein besonders wertvolles und schützenswertes Biotop handelt. Das ökologische Gutachten vom 14. September 2018 kommt sogar zu dem Schluss: „Das Plangebiet hat eine lokal bedeutsame ökologische Funktion für Fledermäuse und stellt innerhalb der Stadt Flensburg mit vier nachgewiesenen Arten ein schützenswertes Habitat dar.“ Und weiter heißt es im Gutachten: „Nicht ausgeglichen werden kann der Biotopverbund, daher muss ein möglichst breiter Gehölzbereich erhalten bleiben.“ Das komplette Gutachten gibt es als PDF-Datei hier

Das Kieler Umweltministerium hatte bereits am 28. Mai 2018 in einer Antwort auf ein Schreiben von Anwohner Claus Kühne deutlich gemacht, dass es sich bei dem genannten Gebiet um eine Waldfläche handelt, die nach dem Landeswaldgesetz unter besonderem Schutz stehen würde. Darüber sei auch die Stadt Flensburg schon am 26.1.2018 unterrichtet worden. Das entsprechende Schreiben untenstehend:

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Veröffentlicht am 3. Mai 2019, in Ökologie, Bürgerbeteiligung, Bildung, Daten und Zahlen, Flensburg News, Soziales, Stadtplanung, Wirtschaft. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 6 Kommentare.

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