Archiv für den Tag 12. April 2019

Das Osterwochenende steht in Haithabu ganz im Zeichen des Frühjahrsmarktes

19. bis 22. April: 8. Frühjahrsmarkt bei den Wikinger Häusern

Wikingerzeitlichen Kunsthandwerkern wie dem Löffelmacher von Haithabu über die Schultern geschaut. © Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen

Offiziell wurden die Tore und Türen bei den Wikinger Häuser in Haithabu bereits am 1. April geöffnet, inoffizieller Saisonstart und erste Höhepunkt jedoch ist der Frühjahrsmarkt, der jedes Jahr traditionell an Ostern stattfindet.

Vom 19. bis 22. April kommen mehr als 250 Wikinger-Experten und Neuzeitwikinger nach Haithabu und bauen ihre Stände und Werkstätten rund um das Areal bei den Wikinger Häusern auf. Was während des langen Winters in den Werkstätten der Handwerker entstanden ist oder von der letzten Reise mitgebracht wurde, wird auf dem Markt in Haithabu feilgeboten. Viele der in den Auslagen der Händler zu bewundernden Schätze sind originalgetreue Nachbildungen wikingerzeitlicher Funde und zeugen von höchstem handwerklichen Geschick.

Weitere große Markt-Termine 2019 sind der Sommermarkt vom 11. bis 14. Juli und die Herbstmesse vom 2. bis 3. November. Sie findet bereits im Museum statt und läutet die Wintersaison ein.

Händler auf dem Frühjahrsmarkt in Haithabu: Bäcker – Bernsteinschleifer – Bogenbauer – Brettchenweberin – Bronzegießer – Eisenschmied – Eisenverhütter – Färber – Filzerin – Geweihschnitzer – Glasperlenmacher – Goldschmied -Knochenschnitzer – Korbflechter – Posamenter – Schneider – Salzsieder – Schuhmacher – Silberschmied – Spanschachtelmacher – Spielzeugmacher – Spinnerin – Steinmetz – Stickerin – Töpfer – Tuchhändler – Walker – Weber

Einzelkarte: 8 Euro | ermäßigt 6 Euro |  Familienkarte: 17 Euro Frühjahrsmarkt in Haithabu: 19.-22. April , 9 – 17 Uhr

Weitere große Markt-Termine 2019 sind der Sommermarkt vom 11. bis 14. Juli und die Herbstmesse vom 2. bis 3. November.

Herzlich willkommen im Weltkulturerbe!
Es ist vollbracht! Seit dem 30. Juni 2018 stehen Haithabu und Danewerk auf der Welterbe-Liste der UNESCO. Nunmehr ist diese für die Landschaft zwischen dem Haddebyer Noor und dem Verteidigungswall in Dannewerk so wichtige Unterschutzstellung unter Dach und Fach. Unser Wikinger Museum bekam den mit dieser Nachricht ausgelösten Presseansturm umgehend zu spüren. Erstmals seit vielen Jahren wurden innerhalb eines Jahres wieder mehr als 160.000 Besucher im Museum und bei den Wikinger Häusern gezählt.
Aber was genau bedeutet eigentlich das Welterbe? Das Handelszentrum Haithabu und das Verteidigungsbauwerk Danewerk bestehen aus einem räumlich miteinander verbundenen Komplex aus Erdwerken, Wällen und Gräben, einer Siedlung, Gräberfeldern und einem Hafen an der Schleswiger Landenge der jütischen Halbinsel. Aufgrund seiner einzigarten Lage im Grenzgebiet zwischen dem Fränkischen Reich im Süden und dem Königreich Dänemark im Norden, entwickelte sich Haithabu zu einer zentralen Handelsdrehscheibe zwischen Kontinentaleuropa und Skandinavien und zwischen der Nord- und Ostsee. Für mehr als drei Jahrhunderte – während der gesamten Wikingerzeit – gehörte Haithabu zu einer der größten und bedeutendsten Handelsstädte, die sich in West- und Nordeuropa entwickelten.

Öffnungszeiten Wikinger Häuser und Wikinger Museum

April bis Oktober: täglich 9 bis 17 Uhr.

Im Winter haben die Wikinger Häuser geschlossen, das Museum hat von November bis März dienstags bis sonntags von 10 bis 16 Uhr geöffnet.

Eintrittspreise:

Einzelkarte: 8 Euro | ermäßigt 6 Euro, Familienkarte: 17 Euro

Mehr Infos zum Wikinger Museum Haithabu und den Wikinger Häusern auf https://haithabu.de/

Werbeanzeigen

130 Jahre Rheinmetall – Mahnwache und Aktion am 13. April 2019 um 10 Uhr vor dem Eingang von Rheinmetall in Flensburg

Sonnabend, 13. April 2019 um 10.00 Uhr vor dem Eingang von Rheinmetall, Werftstr. 24 (Hafenseitig gegenüber dem Volksbad)

Anlässlich des 130. Geburtstages des Rüstungskonzerns Rheinmetall findet am 13. April von 10.00 bis 13.00 Uhr auf dem Parkplatz vor Rheinmetall Defence in Flensburg eine Mahnwache mit Kundgebung statt. Wir protestieren dagegen, daß Rheinmetall seit 130 Jahren von Krieg und Tod profitiert.

Am 13. April 1889 gründete der Hörder Bergwerks- und Hütten-Verein (Produktion von Stahl und Roheisen) die „Rheinische Metallwaren- und Maschinenfabrik Aktiengesellschaft“ in Düsseldorf-Degendorf. 1901 wurde die Munitions- und Waffenfabrik AG in Sömmerda in Thüringen erworben. Dadurch konnte die Rüstungspalette um Handfeuerwaffen, Patronen und Geschosszünder erweitert werden.

Rheinmetall war im 1. und 2. Weltkrieg Kriegsprofiteur

Schon vor dem 1. Weltkrieg war Rheinmetall einer der größten Rüstungsproduzenten im Deutschen Kaiserreich, auch auf Grund von Aufträgen aus dem Ausland. Der Krieg brachte den großen Aufschwung: während Rheinmetall zuvor knapp 8000 Mitarbeiter beschäftigt hatte, vergrößerte sich die Belegschaft danach auf fast 48 000 Arbeiter und Angestellte, darunter etwa 9000 Frauen.

Die Aufrüstung der Wehrmacht nach Hitlers Machtübernahme brachte wieder Rüstungsgewinne für Rheinmetall. Im Auftrag des Reichskriegsministeriums stellte Rheinmetall Munition und Maschinengewehre, Kanonen, Panzerabwehrgeschütze, Minenwerfer, Flugabwehrkanonen und Eisenbahngeschütze her. Im  Zweiten Weltkrieg  wurde die Rüstungsproduktion extrem  gesteigert, es wurden auch neue Waffensysteme entwickelt. Rheinmetall wurde in das Nazi-Staatsunternehmen Reichswerke Herrmann Göring eingegliedert.

Mit der Bundeswehr gehen  die Rüstungsprofite weiter

Seit Aufstellung Bundeswehr 1956 produzierte Rheinmetall Maschinengewehre (MG 42), Kanonen, schwere Waffen und Panzer. Am 8. April hat Rheinmetall Defence bekannt gegeben, dass die Bundeswehr 32.000 Artilleriegeschosse für 107 Millionen Euro bestellt hat. Die Lieferung soll noch 2019 beginnen. Jedes einzelne Geschoss kostet den Steuerzahler mehr als das durchschnittliche Monatsgehalt eines mittleren Angestellten.

Rheinmetall Defence hat sich 2019 um das Großvorhaben „Digitalisierung landbasierter Operationen“ der Bundeswehr beworben. Der Leopard 2 Panzer wird mit Elektronik zur Verarbeitung digitaler Signale ausgerüstet, das ist eine Voraussetzung zum Umbau des Leopard 2 zur elektronischen Kampfführung.

Gewinn mit dem Tod

Rheinmetall Defense hat seinen Profit nach Abzug von Steuern im letzten Jahr auf 354 Millionen Euro gesteigert, das ist eine  Steigerung um 40 %.  Der Auftragsbestand von Rheinmetall  Defence erreicht einen neuen Rekordwert von 8,577 Milliarden Euro.

Rüstungsexport für Krisen- und Kriegsgebiete

Rheinmetall Defense gründete 2011 eine Fabrik in Algerien. Dort wird der Spürpanzer Fuchs montiert, um Rüstungskontrollbeschränkungen zu umgehen, denn es werden keine ganzen Panzer ins Krisengebiet geliefert, sondern nur die einzelnen Bauteile, die dort montiert werden.

2018 boten die Saudi Arabian Military Industries (SAMI) 1 Milliarde US-Dollar für den Einstieg bei Rheinmetall Denel Munition (RDM), einem Joint Venture mit dem südafrikanischen  Rüstungskonzern Denel

Rüstungskonversion für eine zivile und menschliche Produktion

Nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg wurde Rheinmetall 1920 durch den Versailler Vertrag  zu einer Umstellung auf zivile Produktion gezwungen. Anstatt Rüstung zu produzieren  wurden Lokomotiven, Eisenbahnwaggons, Landmaschinen, Dampfpflüge und feinmechanische Geräte wie Schreib- und Rechenmaschinen hergestellt. Damit konnten auch Gewinne erzielt werden.

Auch heute verfügt Rheinmetall über einen zivilen Sektor, der hochwertige zivile Güter herstellt. Für das Jahr 2019 rechnet Rheinmetall für das Geschäft als Automobilzulieferers mit einer weiteren Umsatzsteigerung. Im zivilen Bereich werden deutlich mehr Mitarbeiter*innen beschäftigt und mehr Arbeitsplätze zur Verfügung gestellt als im militärischen Bereich Rheinmetall Defense.

Die Deutsche Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen Flensburg wünscht Rheinmetall zum Geburtstag den gelingenden Ausstieg aus der Rüstungsproduktion und Glück und Erfolg bei der Produktion ausschließlich ziviler Güter.

Den Flyer zu der Aktion am 13.4.2019 in Flensburg gibt es hier: Rheinmetallgeburtstagsflugblatt

DFG-VK Gruppe Flensburg
v.i.S.d.P.: Ralf Cüppers, Mühlenholz 28a, 24943 Flensburg.
Email: flensburg@bundeswehrabschaffen.de

Fotostrecke von der Rheinmetall-Aktion am 13.4.2019:

%d Bloggern gefällt das: