Finanzausschuss vertagt Entscheidung über Förderung für Freies Radio in Flensburg

Auf Antrag der Ratsfraktionen von Grünen und SPD wurde am gestrigen Donnerstag im Finanzausschuss der Stadt Flensburg über eine Förderung der laufenden Kosten für das Freie Radio Fratz beraten. Nachdem sich der Kulturausschuss letzte Woche mit deutlicher Mehrheit für eine Förderung entschieden hatte, zeichnete sich zunächst auch hier eine Tendenz zur Zustimmung ab. Lediglich die Fraktionen von CDU und FDP nahmen in beiden Ausschüssen eine ablehnende Haltung ein. Nicht geklärt werden konnte allerdings die Frage, ob mit dem Freien Radio eine Leistungsvereinbarung abgeschlossen werden sollte und aus welchen Haushaltsmitteln genau die Förderung fließen kann. Daher wurde die Entscheidung auf die nächste Sitzung des Finanzausschusses vertagt.

Eventuell muss sich sogar nochmals der Kulturausschuss mit dem Thema beschäftigen, der das nächste mal am 20. Dezember tagt. „Für die vielen Ehrenamtlichen, die zum Teil seit mehreren Jahren viel Energie in den Start des Radios gesteckt haben, ist das nicht gerade motivierend“, so Geschäftsführer Felix Ruttkowski, „schließlich sind wir seit fast einem Jahr in Gesprächen mit der Stadt und benötigen die Förderung dringend ab Anfang nächsten Jahres. Es ist sehr bedauerlich, dass in den letzten Stunden vor der Ausschusssitzung von FDP und CDU noch Argumente angeführt wurden, die aus unserer Sicht teilweise schlicht falsch sind oder mit aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten unsere Intention bis zur Unkenntlichkeit verzerren.“

Das Freie Radio Fratz will sich aber nicht entmutigen lassen und hofft für den Oktober auf eine positive Entscheidung im Finanzausschuss. So oder so soll der Sendebetrieb wahrscheinlich noch im Oktober losgehen, zunächst als Internet-Radio. Nach dem Abschluss des technischen Abstimmungsverfahrens soll dann Anfang 2019 die 24-stündige UKW-Frequenz dazukommen. Das Radio soll allen Einwohner*innen in und um Flensburg die Möglichkeit geben, selbst Sendungen zu gestalten. „Das Freie Radio versteht sich als Plattform für alle, die hier aktiv sein wollen, seien es Sportvereine, Schlagerfans, Stadtteilinitiativen, Kulturschaffende oder andere. So werden wir der Stadt Flensburg viel zurückgeben können. Ein Freies Radio kann die Region beleben und auch nach außen attraktiver machen“, so Ruttkowski weiter.

Wer beim Radio mitmachen möchte, in welcher Form auch immer, kann dort zu den Öffnungszeiten einfach hingehen, jeden Dienstag von 11 bis 17 Uhr in der Bachstr. 7. Offene Treffen finden dort jeden ersten Montag im Monat um 19:30 Uhr statt und jeden Mittwoch ab 18 Uhr öffnet die Radiowerkstatt für alle, die an Beiträgen arbeiten oder das Radiomachen lernen wollen.

Weitere Informationen untenstehend und auf http://www.radio-fratz.de, Kontakt über flensburg@freie-radios-sh.org

CDU und FDP stören sich an der politischen Ausrichtung von Radio Fratz

Hintergrund: Die Gründe für die ablehnende Haltung der CDU und die FDP im Vorfeld der Beratungen im Finanzausschuss wurden in einem shz-Beitrag von Julian Heldt vom 19.9. bzw. 20.9. dargestellt, den wir untenstehend dokumentieren:

CDU und FDP lehnen Zuschuss für Freies Radio ab – Quelle: https://www.shz.de/21087692 ©2018

Beide Parteien stören sich an der politischen Ausrichtung des Radios. Am Donnerstag entscheidet der Finanzausschuss.

Flensburg | Gegenwind für den Verein „Freies Radio Flensburg“: Nachdem der Kulturausschuss einen jährlichen Zuschuss von bis zu 22.000 Euro für das Projekt beschlossen hatte, wollen CDU und FDP dies am Donnerstag um 16 Uhr im Finanzausschuss (Rathaus, Europa-Raum E67) verhindern. Beide Parteien stören sich an der politischen Ausrichtung des Radios. „Das Freie Radio bezeichnet sich als journalistisches, aber auch gesellschaftliches, politisches und soziales Projekt, das tendenziös sein darf und soll. Keine Sendung solle der Aufrechterhaltung kapitalistischer Strukturen dienen. Für die FDP sind Journalismus und tendenziös-politisch klare Widersprüche in sich“, erklären die Liberalen.

CDU-Chef Arne Rüstemeier gibt zu bedenken: „Derzeit sind Angehörige von Strafverfolgungsbehörden von der redaktionellen Mitarbeit ausgeschlossen, was für die Stadt Flensburg eine nicht hinnehmbare Klausel darstellt.“ Seine Partei lehnt den Zuschuss deshalb in einem Gegenantrag ab. Als Kompromiss macht die CDU den anderen Fraktionen den Vorschlag, den Zuschuss nur zu gewähren, wenn mit dem „Freien Radio Flensburg“ eine Leistungsvereinbarung geschlossen wird. Einen ähnlichen Antrag bringt auch die SPD ein.

Zu diesem shz-Beitrag erreichte uns am frühen Nachmittag des gestrigen Tages ebenso ein Kommentar von Klaus Werner im Auftrag von Radio Fratz:

„CDU und FDP wollen heute im Finanzausschuss eine Förderung für das Freie Radio in Flensburg verhindern. Ein entsprechender Artikel erschien dazu heute in der shz.

Hier unser Kommentar dazu:

An die Flensburger Ratsfraktionen Nachdem wir uns schon vor fast einem Jahr an alle Flensburger Ratsfraktionen mit der Bitte um Unterstützung für das Freie Radio gewendet haben, kommt jetzt wenige Stunden vor der entscheidenden Sitzung im Finanzausschuss ein öffentliches Statement dazu von CDU und FDP. Wir als Radiogruppe möchten dazu auf diesem Weg noch schnell Stellung nehmen, da wir die vorgetragene Argumentation für nicht sachgerecht halten.

Es ist äußerst bedauerlich, dass die Flensburger Ratsfraktionen von CDU und FDP uns trotz mehrfacher Anfragen nicht ausreichend Gelegenheit gegeben haben, Ihre Bedenken im Vorfeld auszuräumen. Nur so können wir uns erklären, dass sie Ihren Antrag mit nicht belegbaren Behauptungen und aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten begründen. Richtig ist: Das Freie Radio ist bestrebt, eine möglichst breite Vielfalt von kulturellen, politischen und sonstigen Aktivitäten in der Stadt Flensburg abzubilden. Im Gegensatz zu anderen Medien wird dies in Freien Radios gerade nicht durch die Vorgaben einer übergeordneten Instanz/Redaktion erreicht.

Die Vielfalt entsteht durch das Nebeneinander unterschiedlichster Perspektiven. Alle Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit, in eigenen Beiträgen ihre Aktivitäten publik zu machen und auch ihre Meinung kundzutun. Die einzelne Sendung darf tendenziös sein, das Radio als Ganzes ist es gerade dadurch nicht. Einen Rahmen setzen dabei selbstverständlich die Freiheitlich Demokratische Grundordnung und der journalistische Verhaltenscodex. So kann z.B. auf Grund von diskriminierenden oder beleidigenden Aussagen ein Sendeplatz vorenthalten werden. Zur Meinungsvielfalt gehört es für uns dabei auch, die Möglichkeit (!) einzuräumen, das bestehende Wirtschaftssystem thematisieren und kritisieren zu können. In keiner Weise machen wir das zur Vorgabe für irgendwen. Sollte das weiterhin behauptet werden bitten wir um Belege.

Um eine größtmögliche Unabhängigkeit des Mediums Radio zu gewährleisten sind ferner Angehörige von Strafverfolgungsbehörden von der redaktionellen Mitarbeit ausgeschlossen. Ebenso wie Parteien und Kirchen. Wem unabhängige Medien wichtig sind, dem sollte das unmittelbar einleuchten. Auch in anderen Medien wie Zeitungen oder dem öffentlich-rechtlichen wie privaten Rundfunk haben diese nicht die Möglichkeit, direkten Einfluss auf die reguläre redaktionelle Arbeit zu nehmen. (Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass einerseits ein politisch unabhängiger Journalismus gefordert wird und gleichzeitig an dieser Stelle von Seiten der Politik direkt Einfluss auf unsere Statuten ausgeübt werden soll.)

Klaus Werner für das Freie Radio Fratz“

Freies Radio Fratz mitmachen

Du überlegst schon länger, wie du in Flensburg aktiv werden kannst, weißt aber noch nicht ob Radio machen das Richtige für dich ist?

Bei uns kannst du nicht nur Sendebeiträge gestalten, sondern dich mit deinen Fähigkeiten und Interessen dort einbringen, wo du Lust drauf hast.

Als Radio im Aufbau sind wir immer auf der Suche nach kreativen und unkreativen Menschen, die Spaß daran haben, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen.

Wir haben außerdem verschiedene AGs, in denen Menschen tätig sein können:

Bau AG (z.B. das Studio weiter bauen, hämmern, malen und was dir bei uns sonst noch einfällt)

Technik AG (z.B. Einweisung in die Studiotechnik und Software: finde den besten Klang!)

Öffentlichkeits AG (z.B. Flyer gestalten, unsere Homepage ausbauen, Fotos machen, Übersetzen)

Weiterbildung AG (z.B. Schulklassen betreuen, Kooperationen bilden und unterstützen, Workshops organisieren)

Außerdem möchten wir Menschen mit geringen oder keinen Deutschkenntnissen die Möglichkeit bieten, bei uns mitzumachen. Wenn du also jemanden kennst, der jemanden kennt…  meldet Euch gerne unter oeffentlichkeit@radio-fratz.de

Regelmäßige Termine

In der Bachstraße 7:

Nächstes Offenes Treffen:

Am Montag am 1. Oktober ab 19.30 Uhr

Radio-Werkstatt

Immer Mittwochs ab 18 (für alle, auch ohne Vorkenntnisse)

Nächste Radio-Werkstatt am 26. September

Reguläre Öffnungszeiten

Immer Dienstags von 11 bis 17 Uhr

Weitere Infos und Eindrücke rund um freies Radio empfangt Ihr unter:

Freies Radio Fratz auf Facebook und Instagram.

Außerdem findet ihr uns in der Flensburger Freiwilligenbörse unter: https://engagiert-in-flensburg.de/3410/f…twirkende/

Wir wünschen euch einen guten Start in ein aktives Wochenende!

Euer Radio Fratz

PS: Die Radio-AG der Ostseeschule ist in diesem Schuljahr auf 11 Schüler*innen angewachsen und wie wir hören werden dort wieder spannende Radio-Projekte geplant…

Wenn auch ihr Lust auf eine Radio-AG habt, meldet Euch bei uns!

Instagram

Freies Radio Fratz
Bachstraße 7
24943 Flensburg
0461 1605159

http://www.radio-fratz.de -> currently under construction!

 

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Veröffentlicht am 21. September 2018 in Bürgerbeteiligung, Flensburg News, Gender, Hartz IV, Inklusion und Integration, Kultur, Kulturtipps, Soziales, Veranstaltungstipps und mit , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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