Archiv für den Tag 5. August 2018

Bootsfahrten in die Welt der Wikinger

Veranstaltungen in Haithabu am 11. und 12. August

Willige Rudersklaven für Ausfahrt mit Wikinger-Schiff gesucht!

In Haithabu dreht sich am Wochenende, 11. und 12. August, alles um die Boote der Wikinger. In gleich zwei Veranstaltungen kann mit dem Hauptfortbewegungsmittel der Nordmänner auf Tuchfühlung gehen.

Bootsführer Kai Zausch nimmt Rudersklaven an Bord. © Wikinger Museum Haithabu 2018

Das Wikinger Museum bietet zunächst am Sonnabend, 11. August, um 15 Uhr eine Führung mit anschließender Bootsfahrt auf der Schlei an. Der Hafen von Haithabu war das Herz der aufstrebenden frühmittelalterlichen Metropole, deren Handelsraum die gesamte damals bekannte Welt umfasste. Vor dem Wrack des königlichen Kriegsschiffes, das vor 1000 Jahren im Hafen von Haithabu sank, werden wikingerzeitlicher Bootsbau, Navigation und Schiffstypen anschaulich erläutert. Anschließend geht es bis etwa 17 Uhr zu Fuß zum nahegelegenen Anleger in Haddeby, um mit der Barkasse Hein vom Wasser aus die Welt der Wikinger zu erkunden.

Treffpunkt: Kassenbereich Wikinger Museum Haithabu, Information und Anmeldung bis 10. August unter 04621/813–133 oder unter service@landesmuseen.sh, Kosten: 17,50 Euro pro Person.

Wer lieber selbst Hand anlegen möchte, sollte sich am Sonnabend und Sonntag an der Landebrücke bei den Wikinger Häusern einfinden. Bootsführer Kai Zausch erwartet willige Rudersklaven für Ausfahrten mit dem museumseigenen Schiff Erik Styrimaðr auf das Haddebyer Noor. Darüber hinaus herrscht an dem Wochenende vielfältiges Leben in den lehmverputzten Häusern: In die rekonstruierte Siedlung am Haddebyer Noor sind Wikinger eingezogen, denen man bei Haus- und Handwerk über die Schulter schauen kann. Eine Anmeldung hierfür ist nicht erforderlich.

Urteil des BGH: Anforderungen an die Beratungspflicht des Sozialhilfeträgers bei deutlich erkennbarem Beratungsbedarf in einer wichtigen rentenversicherungsrechtlichen Frage

Wichtig auch für alle „Hartz IV“- und SozialleistungsbezieherInnen. Zum neuen Urteil des Bundesgerichtshofs schreibt der Sozialrechtsexperte Harald Thomé am 5.8.2018:

BGH: Sozialleistungsträger müssen umfassend über alle in Frage kommenden Leistungsansprüche beraten – wenn nicht droht Amtshaftung

„Der BGH hat in einem wirklich bedeutsamen Urteil deutlich auf die Beratungspflicht von Sozialleistungsträgern hingewiesen. Der Kläger, ein Mann, der mit seiner Behinderung eigentlich eine Erwerbsminderungsrente hätte bekommen müssen. Die Rente hatte er wegen lückenhafter Beratung beim Sozialamt aber nicht beantragt. Stattdessen beantragte er nur die deutlich niedrigere Grundsicherung. Seit dem Jahre 2004 seien ihm dadurch mehr als 50.000 € entgangen. Der Bundesgerichtshof spracht dem Kläger nun gemäß § 839 BGB i.V.m. Art 34 GG (Amtshaftungsanspruch) Schadensersatz zu.
Als Begründung führte der BGH aus: http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=pm&Datum=2018&Sort=3&nr=86170&anz=130&pos=0&Blank=1

Dieses Urteil ist meiner Meinung nach für ziemlich bedeutsam, weil es klar und eindeutig ist und vom obersten Gericht getroffen wurde. Ich weise darauf hin, dass im SGB II sogar noch eine verschärfte Beratungspflicht besteht, da dort seit 1.8.2016 ein erweitertet Beratungsanspruch in § 14 Abs. 2 SGB II normiert wurde, der sich zudem am Empfängerhorizont zu orientieren hat (§ 14 Abs. 2 Satz 3 SGB II). Der Gesetzgeber macht die (Spontan)Beratung zur SGB II – Leistung (§ 1 Abs. 3 Nr. 1 SGB II) und bringt damit zum Ausdruck, dass SGB II-Bezieher*innen noch mehr und erweitert zur SGB I-Beratung von den Jobcentern zu beraten sind. Die Konsequenz hat der BGH in seinem Urteil aufgezeigt, wenn verursacht durch unterlassenes Behördenhandeln dem Leistungsbezieher*in wirtschaftliche Schäden entstanden sind, hat die Behörde zu haften.

Daher ein in der Klarheit ein absolut zu begrüßendes Urteil!“

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