Archiv für den Monat Juli 2018

Flensburger Arbeitslosenquote im Juli 2018 bei 8,2 %

6 Arbeitslose weniger als im Vormonat – Arbeitslosenquote durch verdeckte Arbeitslosigkeit in Flensburg weitaus höher

Zahl der Flensburger SGB II-Regelleistungsberechtigten („Hartz IV“) sinkt im Juli um 22 auf 11.641 Personen

Arbeitsmarkt:

Im Stadtgebiet Flensburg sank die Zahl der Arbeitslosen nach Angaben der Agentur für Arbeit Flensburg im Juli 2018 im Vergleich zum Vormonat um 6 (-0,1 Prozent) auf 4.315 Personen.  Im Vorjahresvergleich sank die Zahl der Arbeitslosen  um 293 (-6,4 Prozent).
Die offizielle Arbeitslosenquote für den Juli 2018 lag damit bei 8,2 Prozent (Vormonat 8,3 Prozent, Juli 2017: 9,1 Prozent)

Entwicklung des Arbeitsmarktes im Agenturbezirk Flensburg

Quelle: Bundesagentur für Arbeit / Agentur für Arbeit Flensburg

Arbeitslosigkeit in Flensburg nach Rechtskreisen:

• SGB III: 1.268 Personen = 2,4 Prozent, Vormonat 2,2 Prozent, Vorjahresmonat 2,5 Prozent
• SGB II: 3.047 Personen = 5,8 Prozent, Vormonat 6,1 Prozent, Vorjahresmonat 6,6 Prozent

Arbeitskräftenachfrage:

21 offene Stellen weniger als im Vormonat – 11 mehr als im Juli 2017

Freie Arbeitsstellen in Flensburg / Quelle: Agentur für Arbeit Flbg.

Es gab im Juli 902 freie Arbeitsstellen, 224 sozialversicherungspflichtige Stellen wurden dem gemeinsamen Arbeitgeberservice der Arbeitsagenturen Flensburg und dem Jobcenter Flensburg im Juli neu gemeldet.
Die Nachfrage der Arbeitgeber nach Personal lag in der Stadt Flensburg im Juli leicht über dem Niveau des Vorjahresmonats (+11), sank gegenüber dem Vormonat Juni (-21). Besonders bei den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleitungen, dem Handel und im Bereich Erziehung und Unterricht sowie im Gesundheits- und Sozialwesen wird Personal gesucht.

Ausbildungsstellenmarkt:

• aktuell unbesetzte Ausbildungsstellen: 213 / -9 oder -4,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr
• aktuell unversorgte Bewerber/-innen: 213 / -41 oder -16,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr

Top Ten der unbesetzten Ausbildungsstellen im Juli

Kaufmann/-frau im Einzelhandel 25 Ausbildungsstellen
Verkäufer/in 22 Ausbildungsstellen
Fachmann/-frau – Systemgastronomie 22 Ausbildungsstellen
Fachkraft Gastgewerbe 11 Ausbildungsstellen
Fachkraft – Schutz und Sicherheit 10 Ausbildungsstellen
Handelsfachwirt/in (Ausbildung) 10 Ausbildungsstellen
Anlagenmech. – Sanitär-/Heiz.-Klimatech. 8 Ausbildungsstellen
Kfz.mechatroniker – PKW- Technik 7 Ausbildungsstellen
Fachverk. Lebensm.handwerk – Fleischerei 7 Ausbildungsstellen
Fleischer/in 6 Ausbildungsstellen

Tatsächliche Arbeitslosenquote in Flensburg aufgrund der verdeckten Arbeitslosigkeit bei mindestens 12 Prozent

Die genannten Arbeitslosenzahlen der Flensburger Arbeitsagentur beeinhalten jedoch nicht die Menschen, die sich in der verdeckten Arbeitslosigkeit oder sog. „Unterbeschäftigung“ befinden. In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil sie für Menschen stehen, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt.
Es wird unterstellt, dass ohne den Einsatz dieser Maßnahmen bzw. ohne die Zuweisung zu einem Sonderstatus die Arbeitslosigkeit entsprechend höher ausfallen würde. Mit dem Konzept der Unterbeschäftigung werden Defizite an regulärer Beschäftigung umfassender erfasst und realwirtschaftlich bedingte Einflüsse auf den Arbeitsmarkt besser erkannt. Zudem können die direkten Auswirkungen der Arbeitsmarktpolitik auf die Arbeitslosenzahlen nachvollzogen werden.

Komponenten der Unterbeschäftigung: Zahlen für den gesamten Agenturbezirk Flensburg

Quelle: Arbeitsmarktreport der Agentur für Arbeit Flensburg, Juli 2018, S. 9

Für den gesamten Agenturbezirk Flensburg, also mit den Geschäftsstellenbezirken Flensburg, Husum, Kappeln, Niebüll, Schleswig, Westerland und Tönning, ergibt sich im Juli 2018 eine Zahl von 14.330 Arbeitslosen (Vormonat 14.071), zuzüglich der Unterbeschäftigung sind es jedoch 18.821 (Vormonat  18.640).

Nicht inbegriffen bei der Berechnung der offiziellen Arbeitslosenzahlen und -quote sind aber auch die Arbeitslosen, die aufgrund von Alter, Krankheit oder sonstigen Gründen als nicht mehr vermittelbar gelten und/oder vorzeitig zwangsverrentet wurden und/oder in den SGB-XII-Leistungsbereich fallen. Nicht  enthalten darin sind aber auch die erwerbsfähigen Arbeitslosen, die nicht im Leistungsbezug des ALG I oder II stehen, keinen Rechtsanspruch darauf haben oder auf Inanspruchnahme derartiger Leistungen verzichten und sich dennoch als arbeitsuchend gemeldet haben. Ebenso zur Gruppe der Arbeitsuchenden gehören neben den offiziell registrierten Arbeitslosen auch 1-Euro-Jobber sowie Teilnehmer staatlich finanzierter Weiterbildungs- oder Trainingsmaßnahmen. Sie alle gelten nicht als arbeitslos im eigentlichen Sinne und werden bei der Berechnung der Arbeitslosenquote nicht berücksichtigt.

Zum Vergleich Zahlen vom Juli 2017 der „arbeitslosen“ und „nicht-arbeitslosen“ Kunden des Jobcenter Flensburg für die Sitzung des Sozial- und Gesundheitsausschuss am 13.11.2017, die einen Eindruck über den Anteil derjenigen Arbeitslosen geben, die in der Flensburger Arbeitslosenstatistik nicht berücksichtigt werden: https://akopol.files.wordpress.com/2017/11/jobcenter.jpg

Allein 1.260 Arbeitslose befanden sich demnach in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen. 695 waren krank gemeldet, 258 waren Ältere mit Sonderregelungen und 1.175 Personen waren zwar sozialversicherungspflichtig erwerbstätig, brauchten aber dennoch Hilfeleistungen, da unter anderem ihr Einkommen zur Existenzsicherung nicht reichte (z.B. Teilzeitjobber / Geringverdiener). 736 Personen wurden aufgrund von Schule oder Studium, 626 aufgrund von Pflege und Erziehung und 310 Personen aufgrund sonstiger Gründe nicht als „arbeitslos“ gezählt. Somit blieben netto mehr als 2.200 Arbeitslose, die in der offiziellen Arbeitslosenstatistik der Flensburger Arbeitsagentur für den Juli 2017 mit 4.608 Personen und einer „Arbeitslosen“-Quote von 9,1 Prozent nicht auftauchten. Mehr dazu auch hier: https://akopol.wordpress.com/2017/08/02/flensburger-arbeitslosenquote-steigt-im-juli-2017-auf-91/ und hier: https://akopol.wordpress.com/2018/01/06/flensburger-arbeitslosenquote-im-dezember-2017-bei-86/

Damit dürfte auch die eigentliche Zahl der „Arbeitslosen“ in Flensburg im Juli 2018 nicht 4.315 betragen haben, sondern lag hochgerechnet bei mehr als 6.000 Personen und die Arbeitslosenquote damit bei mindestens 12 Prozent.

Arbeitsuchende

sind gemäß § 15 Satz 2 SGB III Personen, die nach einer Beschäftigung als Arbeitnehmer suchen. Arbeitsuchend können auch Personen sein, die bereits eine Beschäftigung oder eine selbständige Tätigkeit ausüben.

Ebenso müssen sich versicherungspflichtig beschäftigte Personen, deren Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnis endet, nach § 38 SGB III spätestens 3 Monate vor der Beendigung bei der Agentur für Arbeit arbeitssuchend melden. Erfahren sie erst später von der Beendigung, müssen sie sich innerhalb von drei Tagen nach Kenntnis des Beendigungszeitpunktes arbeitssuchend melden. Bei befristeten Arbeitsverhältnissen hat die Arbeitsuchendmeldung mindestens drei Monate vor Fristablauf zu erfolgen. (Siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitsuchende )

Zur Definition arbeitslos vs. arbeitsuchend siehe auch: Grundlagen: Qualitätsbericht | November 2017 VERSION 6.0
Statistik der Arbeitslosen, Arbeitsuchenden und gemeldeten erwerbsfähigen Personen, Bundesagentur für Arbeit – Statistik/Arbeitsmarktberichterstattung; Nürnberg 2017, S. 7 unter: https://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Grundlagen/Qualitaetsberichte/Generische-Publikationen/Qualitaetsbericht-Statistik-Arbeitslose-Arbeitsuchende.pdf

Es ist daher zu beachten, dass die Zahl der Arbeitsuchenden neben den Arbeitslosen auch Erwerbstätige beeinhaltet, die in einem regulären Beschäftigungsverhältnis stehen können. Leider wird in der untenstehenden Aufstellung der Arbeitsagentur nicht genau dargestellt, wie viele von den Arbeitsuchenden in einem regulären Beschäftigungsverhältnis stehen und wie viele nicht. Allgemeine Schätzungen zur Zahl der Nichtleistungsempfänger bei den erwerbslosen Arbeitsuchenden bzw. ihrem Anteil: „Arbeitslosigkeit ohne Arbeitslosengeld – Jede vierte arbeitslose Person im Versicherungssystem ist betroffen“ finden sich hier: arbeitsmarkt-aktuell-04-2014-1

Unten die Zahl der Arbeitsuchenden im Geschäftsstellenbereich Flensburg, der die Stadt Flensburg und Randgemeinden umfasst.

Eckwerte des Arbeitsmarktes für den Geschäftsstellenbereich Flensburg

Quelle: Arbeitsmarktreport der Agentur für Arbeit Flensburg, Juli 2018, S. 20

Die Zahl der Arbeitsuchenden im Geschäftstellenbereich Flensburg steigt im Juli um 77 (0,7%) auf 11.404 Personen.

Das sind zur  Zahl der gemeldeten Arbeitslosen von 6.392 im Geschäftsstellenbereich Flensburg noch mal 5.012 Personen zusätzlich (siehe Arbeitsmarktreport für_AA 119 Flensburg_201807 S. 20-22).

Mehr Arbeitsuchende auch im Agenturbezirk

Für den gesamten Agenturbezirk Flensburg, also mit den Geschäftsstellenbezirken Flensburg, Husum, Kappeln, Niebüll, Schleswig, Westerland und Tönning, lag im Juli 2018 die Zahl der Arbeitsuchenden inklusive der statistisch registrierten Arbeitslosen bei 24.774 Personen und damit um 312 (1,3%) über der vom Juni 2018 mit 24.462 Personen (siehe Arbeitsmarktreport für_AA 119 Flensburg_201807 S. 6). Dies sind im Vergleich zu den für den Agenturbezirk offiziell gemeldeten Arbeitslosenzahl von 14.330 aber immer noch 10.444 Personen zusätzlich. Darunter fallen ebenfalls wieder die Arbeitslosen, deren Arbeitslosengeld I ausgelaufen ist, die keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld II nach dem SGB II haben oder die auf Inanspruchnahme derartiger Leistungen verzichten. Sie gelten daher ebenso nicht als arbeitslos im eigentlichen Sinne und tauchen in der Arbeitslosenstatistik nicht auf.

Und die von der Agentur für den Juli 2018 offiziell gemeldete Arbeitslosenquote liegt im gesamten Agenturbezirk Flensburg bei 5,7 Prozent. (Vorjahr 6,4 Prozent, Vormonat 5,6 Prozent). Diese Quote dürfte aber angesichts der vorangegangenen Erläuterungen ebenso erheblich höher liegen

Eckwerte des Arbeitsmarktes für den Agenturbezirk Flensburg

Quelle: Arbeitsmarktreport der Agentur für Arbeit Flensburg, Juli 2018, S. 6

Die Juli-Zahlen des Jobcenter Flensburg

Die Zahl der SGB II-Bedarfsgemeinschaften sinkt um 26

Die Zahl der Regelleistungsberechtigten (Hartz IV) sinkt um 22.

Das Jobcenter Flensburg betreute im Juli 2018 3.047 arbeitslose Flensburger (Empfänger von Arbeitslosengeld II); das sind 132 Personen weniger als im Vormonat (-4,2%) bzw. 274 Personen (-8,3%) weniger als im Vorjahresmonat und der geringste Wert seit Bestehen des Jobcenters.

Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften fiel im Juli im Vergleich zum Vormonat um 26 auf 6.699 (- 0,4%); im Vergleich zum Vorjahresmonat erhöhte sie sich um 72 (+1,1%).

Die Zahl der Regelleistungsberechtigten fiel im Vergleich zum Vormonat um 22 auf 11.641 (-0,2%), im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg sie um 213 Personen (+1,9%).

Die vorjahresbezogenen Steigerungen bei den Bedarfsgemeinschaften und den Regelleistungsberechtigten sind in erster Linie auf den Personenkreis der Zufluchtsuchenden zurückzuführen.

 

Zum politischen Streit um die Schönung der Arbeitslosenzahlen in Schleswig-Holstein auch ein Beitrag von Till H. Lorenz vom 3.10.2016 auf shz.de:
Arbeitsagentur in SH : So viele Menschen sind in Schleswig-Holstein wirklich arbeitslos
Tausende Erwerbslose werden aus der Statistik der Arbeitsagentur herausgerechnet – weil die Politik es so möchte.
unter: http://www.shz.de/deutschland-welt/wirtschaft/so-viele-menschen-sind-in-schleswig-holstein-wirklich-arbeitslos-id14995576.html

Zum Thema verdeckte Arbeitslosigkeit und „Stille Reserve“ ein Beitrag auf Spiegel-Online vom 01.03.2017: Statistiktricks – So wird die Arbeitslosigkeit schöngerechnet

Zeichnet die offizielle Statistik ein geschöntes Bild vom Arbeitsmarkt? Tatsächlich gelten viele nicht als arbeitslos, obwohl sie Arbeit suchen. Verschwiegen werden sie nicht – aber man muss nach ihnen suchen. Unter: http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/arbeitslosenstatistik-so-hoch-ist-die-verdeckte-arbeitslosigkeit-a-1133354.html

Ein Beitrag des ZDF vom 2.11.2017: Eine Million Arbeitslose mehr – Wie die Arbeitslosenzahl schöngerechnet wird

Der Arbeitsmarkt entwickelt sich freundlich. Seit Jahren sinkt die Zahl der Arbeitslosen. Doch viele Arbeitslose werden gar nicht mitgezählt. Unter https://www.zdf.de/nachrichten/heute/arbeitslose-wer-in-der-statistik-nicht-beruecksichtigt-wird-100.html

Und zum gleichen Thema ein Beitrag von correktiv.org vom 31. Mai 2017:

Warum eine Million Arbeitslose in der offiziellen Statistik nicht sichtbar sind
Die am Dienstag vorgestellte Arbeitslosenzahl ist um mindestens eine Million zu niedrig. Die geschönte Zahl kommt durch mehrere Gesetzesänderungen zu Stande. Sogar die Bundesagentur für Arbeit spricht sich für eine neue Berechnungsgrundlage aus, damit die offizielle Arbeitslosenzahl mehr der Wirklichkeit entspricht
https://correctiv.org/recherchen/arbeit/artikel/2017/05/31/zeit-fuer-die-echte-arbeitslosenzahl/

 

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Death Café – „Vor-sorglich – die Vorsorgevollmacht“ am 03.08.2018 um 15 Uhr im Café LuaLe in der Norderstraße 134

Flensburg. Am Freitag, 3. August findet das nächste Death Café in Flensburg statt. Nach einem Impuls – diesmal wird die Leiterin des Betreuungsvereins Flensburg e.V. diesen liefern – haben die Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit sich zum Thema auszutauschen und eigene Erfahrungen und Gedanken über Vorsorgevollmachten mit anderen zu besprechen. Kaffee und Kuchen stehen bereit. Die Veranstaltung ist kostenlos und findet um 15.00 Uhr im Café am LuaLe in der Norderstraße 134 statt.

Was ist das Death-Café?

Das Death Café wird von der Stadt Flensburg initiiert und im Rahmen des Projektes „SelbstBestimmt im Alter!“ vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert und von der Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros e.V. unterstützt.
Es ist eine Einladung zu Gesprächen über die End-lichkeit des Lebens. Bei jedem Treffen gibt es zum Beginn einen Impuls von unterschiedlichen Menschen oder Gruppen, dann wird in gemütlicher, respektvoller und achtsamer Atmosphäre bei Kaffee, Tee und Kuchen erzählt und zugehört. Bei allen Impulsen wird aus sehr vielfältigen Blickwinkeln auf die Themen Tod, Sterben und Trauer geschaut.

Das Death Café ist keine Selbsthilfegruppe sondern eine Einladung an alle, die sich darüber austauschen möchten, was es für unser Leben und unseren Alltag bedeutet, dass das Leben end-lich ist.

Der Besuch des Death Cafés ist kostenlos.

Auf den Spuren der wikingerzeitlichen Pflanzenwelt

Veranstaltungen in Haithabu am 3. und 5. August

Kräuterworkshop in Haithabu mit Ulla Hasbach © Wikinger Museum Haithabu 2018

Gleich zwei Veranstaltungen in Haithabu widmen sich am ersten Augustwochenende der Pflanzenwelt der Wikinger:

Die Leiterin des Wikinger Museum Haithabu, Ute Drews bietet in Zusammenarbeit mit der Gärtnerin Ulla Hasbach am Freitag, 3. August, um 16 Uhr einen Workshop an, bei dem sich alles um die  „Wildkräuter der Wikinger“ dreht.

Die Teilnehmer erfahren etwas über die vielfältigen Verwendungen der Kräuter in der Küche, zur Konservierung und Ungezieferabwehr, zum Färben und als Heilmittel. Es können auch Pflanzen für den eigenen Garten erworben werden. Der Workshop findet im Garten des Wikinger Museum Haithabu statt und dauert ca. zwei Stunden.

Kosten: 16 € p.P. einschl. Museumseintritt, Treffpunkt: Kassenbereich im Wikinger Museum Haithabu. Um Anmeldung unter 04603/964666 wird gebeten.

Dr. Helmut Kroll auf den Spuren der Landschaftsgeschichte © Wikinger Museum Haithabu 2018

Am Sonntag, 5. August, begibt sich der Archäobotaniker Dr. Helmut Kroll um 14 Uhr auf eine spannende archäologisch-botanische Spurensuche in das historische Gelände von Haithabu.

In lockerer Art und Weise, gespickt mit großem Fachwissen werden die Entwicklung von Landschaft und Vegetation seit der Wikingerzeit erläutert und die vielseitigen Nutzungsmöglichkeiten der Pflanzen vorgestellt.

Die Führung startet um 14 Uhr im Kassenbereich des Wikinger Museum Haithabu. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Kosten: 2 € p.P. zzgl. Eintritt, Treffpunkt: Kassenbereich im Wikinger Museum Haithabu

Veranstaltungen des Kulturhofs Flensburg im Brasseriehof im August 2018

Liebe Freunde und Freundinnen des Kulturhofs,

auch im August bietet der Kulturhof wieder ein reichhaltiges Programm.

Neben vielen weiteren Veranstaltungen gibt es zwei besondere Highlights:

Am Freitag, den 24.8. gibt es ein Hut-Konzert mit dem Liedermacher-Duo „Liebestöter“.

und am Sonntag, den 26.8. folgt ein weiteres Hut-Konzert mit Paul Eastham & Finlay Wells.

Poetisches gibt es beim Stammtisch „Poeten in Flensburg“ , mit Autorenlesung am 4.8. und bei der offenen Lesebühne am 18.8. (3. Samstag im Monat).

Das neue Vegane Café ist sehr beliebt. Es findet am 1. Samstag und 4. Mittwoch statt.

Viele Grüße

Ulrike Möller-Loko
Kulturhof Flensburg e. V.
Große Straße 42 – 44

Aktuelle Termine und weitere Details zu den jeweiligen Veranstaltungen findet Ihr auch bei Facebook https://www.facebook.com/brasseriehof.cafe/events und auf der Webseite des Kulturhofs https://www.kulturhof-flensburg.de/

Was ist der Kulturhof Flensburg e. V.?

Gegründet wurde unser Verein am 15.9.16 im Brasseriehof, wo seit Sommer 2015 die ersten Cafés (Familiennetzwerk „Mit uns für Alle“) stattfanden. Seit 28.2.17 ist er offiziell eingetragen und als gemeinnützig anerkannt. Wir fördern laut Satzung die Völkerverständigung und die Flensburger Stadtkultur.

Was machen wir?

Jede/r kann bei uns ein Café ausrichten und seine Kultur vorstellen. In Flensburg gibt es Menschen aus ca. 130 Kulturen, sodass ein buntes Programm möglich ist. Bisher gab es im Brasseriehof-Café u. a. folgende Cafés: iranisch, syrisch-orientalisch, kurdisch, türkisch, mexikanisch, kamerunisch, ghanaisch. Wenn auch DU Deine Kultur in Form von köstlichen Speisen und mehr vorstellen möchtest, bist Du herzlich willkommen.

Neben den Cafés, die meist nachmittags stattfinden, veranstaltet der Verein auch Konzerte, bietet Lesungen, Themenabende mit Diskussionen und Ausstellungen an.

Ein besonderes Anliegen ist uns, für den Einbau eines behindertengerechten WCs zu sammeln. Insbesondere die Spenden aus den Hutkonzerten sind dafür vorgesehen.

Ebenso kann man bei uns dienstags nachmittags via die „Marktschwärmer“ bestelltes Gemüse abholen. Außerdem unterstützen wir das Projekt „Foodsharing“.

Wir freuen uns über neue Mitglieder uns weitere spannende Veranstaltungen im Kulturhof Flensburg! Möchtest Du ab und an einen selbstgebackenen Kuchen spenden? Den Schaukasten monatlich gestalten oder die Räumlichkeiten sauber halten?

Dann schaue einfach mal während der Öffnungszeiten herein.

Kulturhof Flensburg e. V., im Brasseriehof, Große Straße 42 – 44, 24937 Flensburg

Wer in unserem Verein mitwirken möchte, wende sich bitte per Mail an Anja Werthebach: werthebach@posteo.de

TBZ Flensburg: Jahresergebnis 2017 bleibt mit einem Gewinn von rund 1,8 Mio Euro um 400.00 Euro unter dem Vorjahr

Umsatzerlöse sinken um fast 1,2 Mio. Euro auf knapp 43,1 Mio. Euro

Entwässerung ist Hauptertragsbringer

Aus dem Geschäftsbericht des TBZ Flensburg 2017 S. 40 und 41:
Die Ertragslage bleibt im Vorjahresvergleich nahezu unverändert gut. Der Betriebsgewinn (Ergebnis vor Steuern ohne Finanzergebnis und Veränderung der Gebühren ausgleichsrückstellung) nahm zwar um
3.069 TEUR auf 2.721 TEUR ab. Durch die Entnahme aus den Gebührenausgleichsrückstellungen von im Saldo 1.604 TEUR (Vorjahr: Zuführung 1.374 TEUR) und die Vorfälligkeitsentschädigung für die Umschuldung von Entwässerungskrediten verbleibt ein Jahresgewinn von 1.796 TEUR (Vorjahr: 2.197 TEUR).

Aus dem Geschäftsbericht des TBZ Flensburg 2017, S. 42

Als Nichtkostenrechner betreibt das Technische Betriebszentrum (TBZ) der Stadt Flensburg mit seinen 481 MitarbeiterInnen (11 weniger als im Vorjahr) die Grünflächenpflege (mit Forsten und Spielplatzpflege), die Gebäudereinigung der städtischen Immobilien, die Straßenunterhaltung und den Bereich Tiefbau (mit Vermessung).

Als kostenrechnende Einrichtungen betreibt das TBZ die Straßenreinigung, die Abfallwirtschaft und die Entwässerung.
Für die kostenrechnenden Einheiten ist das TBZ verantwortlich und erhebt im Gegenzug für seine Leistungen Gebühren.

Das Ergebnis der Sparte Entwässerung erhöhte sich um +350 TEUR auf 2.232 TEUR. Hauptfaktoren waren höhere Erlöse aus Abwasseranlieferungen von Dritten und die Abrechnung der Gewässerunterhaltung mit dem Sondervermögen Infrastruktur.
Das Spartenergebnis der Stadtbildpflege verringerte sich um 219 TEUR auf -148 TEUR. Der Rückgang resultiert nahezu ausschließlich aus der Bildung einer Rückstellung für eine Instandhaltungsmaßnahme am Strand.
In der Gebäudereinigung erhöhte sich der Überschuss um 118 TEUR auf 170 TEUR vor allem durch den Wechsel zu einem anderen Lieferanten für Verbrauchsmaterial und geringeren Fremdreinigungsaufwand.
Durch Erhöhung der Pauschalaufträge der Stadt (Spielplatzpflege, Baumpflege) bei entsprechender Aufwandssteigerung verminderte sich das Spartenergebnis der Grünflächenpflege um 164 TEUR auf 7 TEUR.

Untenstehend die G & V für das gesamte TBZ

Aus dem Geschäftsbericht des TBZ Flensburg 2017, S. 43

Mehr zu den Zahlen und die Bilanz für 2017 im Geschäftsbericht TBZ Flensburg 2017

Ein kurzer Nachtrag von Jörg Pepmeyer:

Friedhöfe als neue Einahmequelle für das TBZ?

Ohne den Gewinn und die Erträge, die das TBZ durch die Abwassergebühren erwirtschaftet, würden viele andere Aufgaben nicht finanziert und ihr Defizit nicht ausgeglichen werden können. Andersherum, das TBZ arbeitet in etlichen Bereichen nicht kostendeckend. Da hilft die gelegentliche Anhebung der Abwassergebühren, die ja alle Hausbesitzer und Mieter mittragen müssen, ungemein. Mit der Ertragslage des TBZ ist offensichtlich Stadtkämmerer Henning Brüggemann auch nicht besonders zufrieden gewesen.  Um mehr Geld in die Kassen des TBZ zu spülen, präsentierte er Anfang Mai der Ratsversammlung eine Verwaltungsvorlage, mit der die Selbständigkeit der Friedhöfe als städtische Tochter beendet und die die Zuständigkeit auf das Technische Betriebszentrum übertragen werden sollte. Ob das auf Dauer hilft, bleibt fraglich.

Mehr dazu auch in einem Beitrag von Holger Ohlsen vom 3. Mai 2018 auf shz.de
Friedhöfe unter neuer Regie : Friedhofsruhe: Ab sofort beim TBZ
Satzungsänderung sortiert die Zuständigkeit für die Flensburger Friedhöfe neu / SSW, WiF und Linke üben starke Kritik
Quelle: https://www.shz.de/19741311 ©2018

Piraten: Schleswig-Holstein ist kein „gefährlicher Ort“!

Nach dem Bericht der Kieler Nachrichten, demzufolge die Polizei an 10 „gefährlichen“ Orten in Schleswig-Holstein unverdächtige Bürger kontrolliere,[1] kritisiert Patrick Breyer (Piratenpartei) diese Praxis:

„Indem die Polizei einen Ort für ‚gefährlich‘ erklärt, kann sie dort wahllose Menschen ohne jeden Verdacht kontrollieren und durchsuchen.
Wir Piraten sehen darin besonders dort einen unverhältnismäßigen Übergriff, wo es nicht um organisierte oder schwere Kriminalität geht, etwa bei Himmelfahrtsfeiern am Strand. Wo es hingegen wirklich um kriminelle Szenen geht, ist oft eine hohe Polizeipräsenz und die konsequente Verfolgung von Straftaten der Schlüssel zur Lösung, nicht Kontrollen unverdächtiger Bürger.
Auch ohne ‚gefährlichen Ort‘ sind Kontrollen möglich, wo der Anfangsverdacht einer Straftat vorliegt oder eine konkrete Gefahr besteht. Soziale Probleme kann die Polizei aber nicht lösen. Schleswig-Holstein ist insgesamt kein ‚gefährlicher Ort‘, sondern so sicher wie lange nicht mehr.“

Hintergrund: Wie das Innenministerium bereits 2016 auf Anfrage der PIRATEN mitteilte, stufte die Polizei eine Vielzahl von Orten und Events im Norden als “gefährlich” ein, ohne die Bevölkerung zu informieren – darunter die Kieler Woche und Wacken Open Air, die Flensburger Innenstadt, den Elmshorner Bahnhof, den Kollmarer Hafen und die Lübecker Hüxwiese.[2]

[1] Bericht der Kieler Nachrichten: www.kn-online.de/Nachrichten/Schleswig-Holstein/Wie-gefaehrlich-sind-gefaehrliche-Orte-in-Schleswig-Holstein

[2] Liste gefährlicher Orte aus 2016: www.landtag.ltsh.de/infothek/wahl18/drucks/4500/drucksache-18-4581.pdf

Ausgezeichnetes Badewasser an den Flensburger Stränden – Wassertemperatur zwischen 18 °C und 16 °C

Quallen spielen keine Rolle

Flensburg. Die Gesundheitsdienste der Stadt Flensburg haben wieder das Badewasser an den Flensburger Stränden untersucht. Quallen, die vielleicht das Badevergnügen beeinträchtigen könnten, waren nicht Gegenstand dieser Prüfung. Nach hygienischen Gesichtspunkten ist die Wasserqualität jedenfalls ausgezeichnet.

Die Probenahme am 16. Juli 2018 hatte folgendes Ergebnis:

Solitüde:
Ergebnis: ausgezeichnete Badewasserqualität
Wassertemperatur: 18 °C

Ostseebad:
Ergebnis: ausgezeichnete Badewasserqualität
Wassertemperatur: 16 °C

Vierzehntäglich erfolgen die Beprobungen zur Feststellung der Badewasserqualität.

Für weitere Fragen wenden Sie sich bitte an die Gesundheitsdienste unter Telefon 85 26 00 bzw. per Email: Gesundheitsdienste@Flensburg.de

Zum Vergleich die Wassertemperaturen am 10. Juli 2017:

in Solitüde 18 °C.

im Ostseebad 17 °C

Zwei Neue im Aufsichtsrat der Stadtwerke Flensburg

Oberste Reihe v.l.n.r.: Henning Brüggemann, Stadt Flensburg; Rolf Bombe, Arbeitnehmervertreter Stadtwerke Flensburg; Jochen Niedermeyer, Arbeitnehmervertreter Stadtwerke Flensburg; Michael Mundt, Arbeitnehmervertreter Stadtwerke Flensburg; Mitte v.l.n.r.: Gert Bendixen, bürgerliches Mitglied der CDU; Susanne Rode-Kuhlig, Ratsfrau FDP; Ulrike Kaetow, 2. Stellvertreterin, Arbeitnehmervertreterin Stadtwerke Flensburg; Ralf Suhr, bürgerliches Mitglied der WiF; Untere Reihe v.l.n.r.: Thorsten Kjärsgaard, 1. Stellvertreter, bürgerliches Mitglied des SSW; Luisa Cordroch, bürgerliches Mitglied von DIE LINKE; Ellen Kittel-Wegner, Ratsfrau Bündnis 90/Die Grünen; Rolf Helgert, Aufsichtsratsvorsitzender, bürgerliches Mitglied der SPD (Anja Bauer, bürgerliches Mitglied der CDU, ist nicht auf dem Foto)

Flensburg: Die Flensburger Ratsversammlung hat in ihrer Sitzung vom 5. Juli 2018 die Besetzung des Aufsichtsrates der Stadtwerke Flensburg beschlossen. Neben den 10 Mitgliedern, die weitermachen, gibt es zwei Neubesetzungen.

Der Aufsichtsrat der städtischen Tochter setzt sich aus 12 Personen zusammen. Vier stammen aus den Reihen der Stadtwerke-Arbeitnehmer, acht Mitglieder werden von den gewählten Parteien der Stadt Flensburg belegt. Und zwar grundsätzlich im gleichen Verhältnis wie die Parteien aufgrund der aktuellen Kommunalwahl Plätze in der Ratsversammlung haben.

Aus der Politik sind folgende Personen aus der Ratsversammlung benannt:

Anja Bauer, bürgerliches Mitglied der CDU

Gert Bendixen, bürgerliches Mitglied der CDU

Luisa Cordroch, bürgerliches Mitglied von DIE LINKE

Rolf Helgert, bürgerliches Mitglied der SPD

Ellen Kittel-Wegner, Ratsfrau Bündnis 90/Die Grünen

Thorsten Kjärsgaard, bürgerliches Mitglied des SSW

Susanne Rode-Kuhlig, Ratsfrau FDP

Ralf Suhr, bürgerliches Mitglied der WiF

Aufgrund des letzten Kommunalwahlergebnisses gibt es somit eine Änderung im Stadtwerke Aufsichtsrat: Von der Partei DIE LINKE wird Luisa Cordroch ab sofort dem Aufsichtsgremium des Flensburger Energieversorgers angehören. Helmut Trost von der SPD ist nicht mehr dabei.

Von Arbeitnehmerseite der Stadtwerke sind folgende vier Vertreter benannt:

Ulrike Kaetow

Rolf Bombe

Michael Mundt

Jochen Niedermeyer

Ingo Stössel, der dem Aufsichtsrat seit vielen Jahren angehörte, wird durch Jochen Niedermeyer abgelöst, der bei dem Flensburger Energieversorger in der Netzplanung arbeitet.

In seiner 1. Sitzung am 18. Juli 2018 hat der Aufsichtsrat aus den eigenen Reihen seinen Vorsitzenden und dessen Stellvertreter gewählt:

Rolf Helgert bleibt 1. Vorsitzender,

erster Stellvertreter ist Thorsten Kjärsgaard,

zweite Stellvertreterin ist Ulrike Kaetow.

Rolf Helgert dazu: „Es ist eine spannende Aufgabe, den Konzern Stadtwerke als Aufsichtsrat zu begleiten. Ich bin dankbar, die in den letzten 8 Jahren angestoßenen Veränderungen in der Unternehmenspolitik auch in den nächsten Jahren als verantwortlicher AR-Vorsitzender in einem motivierten und sehr sachkundigen Aufsichtsrat fortsetzen zu dürfen.“

Maik Render, Geschäftsführer Stadtwerke Flensburg: „Ich freue mich, dass wir einerseits mit den bewährten Aufsichtsratsmitgliedern eine hohe Kontinuität und Stabilität in unserem Gremium und unserer strategischen Ausrichtung haben. Andererseits können die neuen Mitglieder neue Impulse in das Unternehmen einbringen.“

Erstmalig werden hier auch die Vergütungen für die Geschäftsführung und die Mitglieder des Aufsichtsrates genannt:

Jahresabschluss der Stadtwerke Flensburg: 11,3 Mio. Euro Überschuss im Geschäftsjahr 2017 – Töchter machen 1,9 Mio. Euro Verlust unter https://akopol.wordpress.com/2018/06/07/jahresabschluss-der-stadtwerke-flensburg-113-mio-euro-ueberschuss-im-geschaeftsjahr-2017/

Kuratorenführung am 22.07.2018 im Jüdischen Museum Rendsburg: „Ludwig Meidner. Im Nacken das Sternemeer“

Begleitprogramm zur Ausstellung am Sonntag, 22. Juli, 14 Uhr, mit Thekla Hansen

Eine Kuratorenführung in der Meidner-Ausstellung des Jüdischen Museums bietet Thekla Hansen am Sonntag, 22. Juli, um 14 Uhr an. Die Kunsthistorikerin führt in die Ausstellung ein und gibt einen umfassenden Überblick über das Leben und Werk des vielseitigen expressionistischen Künstlers.

Ludwig Meidner (1884-1966) wurde durch ein doppeltes Verfolgungs- und Verfemungsschicksal unter dem nationalsozialistischen Regime – als Jude und zudem als sogenannter „entarteter“ Künstler – besonders nachhaltig um seine öffentliche Anerkennung gebracht. Erst in den 1980er Jahren wurde er als einer der wichtigen Vertreter des urbanen Expressionismus und eine der interessantesten Doppelbegabungen seiner Zeit wieder entdeckt.

Als bildender Künstler ebenso wie als Schriftsteller und Dichter setzte Ludwig Meidner sich mit dem Krieg auseinander. 1916 bis 1918 diente er als Dolmetscher in einem Kriegsgefangenenlager und verarbeitete seine Erlebnisse in eindringlicher Weise – vor allem in Grafiken, die heute überraschend modern und karikaturesk wirken.

Unmittelbar nach dem Krieg veröffentlichte Ludwig Meidner zwei Bände mit expressionistischer Prosa. Die Lithographien, mit denen er diese Publikationen illustrierte – „Im Nacken das Sternemeer“ (1918) und „Septemberschrei“ (1920) – bilden einen der Schwerpunkte der Ausstellung.

Die Ausstellung zeigt die fesselnden apokalyptischen Werke aus der Zeit des Ersten Weltkrieges ebenso wie die subtilen Selbstbildnisse und die Portraits von Künstlerfreunden aus der Zeit der Weimarer Republik. Weitere Schwerpunkte sind die religiösen Arbeiten und die eigenwilligen Werke aus der Zeit im englischen Exil. Bis 21. Oktober 2018 sind in der Rendsburger Prinzessinstraße knapp 80 Werke aus der Kunststiftung Dr. Hans-Joachim und Elisabeth Bönsch zu sehen.

Eintritt: frei, 2 Euro für die Führung

Ausführlichere Informationen zur Ausstellung und das ganze Begleitprogramm zum Download gibt es hier

Jüdisches Museum Rendsburg
Prinzessinstraße 7-8 | 24768 Rendsburg | Tel 04331 440 43-0
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonnabend 12-17 Uhr | Sonntag 10-17 Uhr (oder tel. Vereinbarung)

http://www.schloss-gottorf.de/juedisches-museum

 

Ausstellung zur Revolution 1918 noch bis zum 22.07.2018 auf dem Geländes des Flensburger Museumshafens

Ausstellungscontainer Revolution 1918 am Flensburger Museumshafen

Als die Revolution nach Flensburg kam….

Flensburg. Auf dem Gelände des historischen Museumshafens, nur einen Steinwurf vom Schifffahrtsmuseum entfernt, ziehen zwei rote Überseecontainer die Aufmerksamkeit der Passanten auf sich. Doch nicht nur ihre Optik, auch die „Fracht“ ist außergewöhnlich: Die Container beherbergen die Wanderausstellung „Revolution 1918 – Aufbruch in Schleswig-Holstein“. Noch bis zum 22.7. 2018 können Besucher hier täglich von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr einen spannenden Einblick in einen wichtigen Wendepunkt deutscher Geschichte erhalten: Die Ausstellung befasst sich mit dem Kieler Arbeiter- und Matrosenaufstand und zeichnet die revolutionären Ereignisse an unterschiedlichen Orten Schleswig-Holsteins bis 1919 aufwändig nach.

Zum Teil erstmals veröffentlichte historische Bilddokumente und vertonten Quellen machen deutlich, dass die Novemberrevolution nicht nur ein wichtiges Ereignis der deutschen, sondern auch der Flensburger Geschichte ist: Als die Revolution am 9. November Berlin erreichte, gab es in Flensburg bereits einen vereinigten Arbeiter- und Soldatenrat, dem es gelungen war, die militärische und administrative Entscheidungsgewalt zu übernehmen. Und noch in anderer Hinsicht konnte Flensburg eine „Vorreiterrolle“ übernehmen: Hier wurde, an einem der ersten Orte überhaupt, der Acht-Stunden Tag eingeführt. Die vor Ort tätigen Vermittlerinnen und Vermittler haben darüber hinaus noch viele weitere spannende Geschichten rund um die über einhundert Jahre zurückliegenden Ereignisse parat und stehen bei Fragen und Anregungen gern zur Verfügung. Der Eintritt ist frei.

Dazu auch als Lesempfehlung ein spannendes Essay aus dem Jahr 2007 von Christopher Andresen: „Arbeiter- und Soldatenräte in Flensburg 1918/19“ unter: https://www.beirat-fuer-geschichte.de/fileadmin/pdf/band_18/Demokratische_Geschichte_Band_18_Essay_2.pdf

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