Pseudomaoistisches „Revolutionäres Kollektiv“ treibt in Flensburg sein Unwesen – LINKE über Beurteilung uneins

„Jugendwiderstand“ und „Revolutionäres Kollektiv“: Hass- und Gewaltparolen an Flensburger Häuserwänden

Angriff auf die „Senffabrik“

Zu einem bunten Flensburg gehört selbstverständlich auch eine bunte Lebenskultur und eine ebenso bunte politische Subkultur. Aber offensichtlich gibt es Menschen, denen das ganz und gar nicht passt. In diesem Zusammenhang berichten die Bewohner*innen der Senffabrik, eines selbstverwalteten Kultur- und Wohnprojekts in Flensburg über einen unglaublichen Vorfall, der sich bereits Mitte Mai zugetragen hat und an dem Mitglieder des „Revolutionären Kolletivs Flensburgs“ beteiligt waren. Wir dokumentieren untenstehend den ausführlichen Bericht. Danach gibt es noch ein paar Worte zur Rolle der Flensburger LINKEN.

DIE LINKE in Flensburg nicht konsequent gegen Gewalt und Sexismus?

Außerordentlich bedauerlich ist in diesem Zusammenhang, dass der Vorstand des Flensburger Kreisverbandes der Partei DIE LINKE offenbar nicht in der Lage ist, dafür zu sorgen, dass Mitglieder des Revolutionären Kollektivs aus der LINKEN ausgeschlossen werden. Das sei „nicht das Problem der Flensburger LINKEN“, so ein überfordertes Mitglied des LINKEN-Kreisvorstandes auf einer  turbulenten Mitgliederversammlung zum Thema Revolutionäres Kollektiv am 13. Juni und verwies die Klärung der Angelegenheit an den LINKE-Landesvorstand.

Alles in allem nicht nur ein enormer Schaden für DIE LINKE und ihre Glaubwürdigkeit, sondern auch für das seit Jahrzehnten friedvolle Miteinander innerhalb der politischen Subkultur in Flensburg. Eine klare und öffentliche Distanzierung des Flensburger Parteiverbands der LINKEN vom Vorgehen des Revolutionären Kollektivs und eine uneingeschränkte  Zusage der Unterstützung der Bewohner*innen der Senffabrik sollte daher umgehend erfolgen.

In diesem Zusammenhang haben bereits schon viele fortschrittliche und politisch engagierte Menschen nicht nur in Flensburg, ihre Soldarität für die Bewohner*innen der Senffabrik bekundet. Ebenso ist ein Offener Brief in Arbeit, in dem das Auftreten des Revolutionären Kollektivs scharf verurteilt wird und für den zahlreiche Persönlichkeiten aus dem libertären und linksalternativen Umfeld (auch der Flensburger LINKEN) ihre Unterstützung und Unterschrift zugesagt haben.

Übrigens:

Einen Ausschlussantrag kannn jedes LINKEN-Mitglied ganz einfach auf einer Mitgliederversammlung des Flensburger Kreisverbandes initieren: Antrag auf Ausschluss, mit Votum der MV und mit Unterstützung des Kreisvorstandes geht das Ganze dann im Rahmen eines ordentlichen Schiedsverfahrens auf der Grundlage der Schiedsordnung an die Partei-Schiedskommission zur Entscheidung über den Ausschluss. „Der Ausschluss ist nur möglich, wenn das Mitglied vorsätzlich gegen die Satzung oder erheblich gegen Grundsätze oder Ordnungen der Partei verstößt und ihr damit schweren Schaden zufügt.“ Was ja wohl gegeben ist. So wäre das gemäß § 3 der Satzung der Partei DIE LINKE. https://archiv2017.die-linke.de/partei/dokumente/bundessatzung-der-partei-die-linke/2-die-basis-der-partei/3-beendigung-der-mitgliedschaft/

Konkret zur Frage der Gewaltandrohung gegen andere Linke heißt es in einer Flensburger Erklärung des RK:

„Innerlinke“ Gewalt. Ein rotes Tuch?
(…) Kein „allgemeiner Konsens gegen innerlinke Gewalt“ schützt Individuen, die politisch keine Praxis außer Drogenkonsum in ihren versifften AZs betreiben vor unserem konsequenten Schutz unserer Propaganda und Politik. (…) Wir distanzieren uns nicht von „innerlinker“ Gewalt, also Gewalt an Antikommunisten, die ihre Szenezugehörigkeit als soziales Kapital benutzen um sich ungestraft wie die größten Reaktionäre aufzuführen (..)
Und konkret zur Frauenverachtung:
(…) Und wenn ihr uns mit euren Maßstäben messt, dann mögt ihr Recht haben, dann sind wir wahrscheinlich verschieden. Wir gendern nicht und wir brechen zu Leuten nicht den Kontakt ab, weil sie mal „Fotze“ gesagt haben. (…)

Nachzulesen in einem Facebook-Beitrag vom 19. März 2018 auf der Facebook-Seite des Revolutionären Kollektivs Flensburg https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=178025126174590&id=166332394010530

bzw. der gesamte Text als PDF-Datei hier Revolutionäres Kollektiv Flensburg 19. Maerz

Dazu auch ein treffender Kommentar von Gitti:

„Ich habe bisher von den Vorfällen nichts mitgekriegt und mit dritter Impuls ist, dass die Gruppe wohl eher was für den Staatsschutz sei.
Liest sich wie ein Konglomerat von betrunkenen Lümmels, dann von gewaltbereiten Neonazis, dann von politisch völlig Verwirrten, aber durch die Decke dringt zu mir durch, dass das von einer Methode gelenkt ist: Identitäre haben es sich zum Motto gemacht, Menschen mit kritischer linker Haltung zu verunmöglichen. Zu de-legitimieren, gesellschaftlich im schlechtesten Licht, und sie als eine linke Gefahr darzustellen. Dazu bedient man sich rückwärtsgewandter Symbole wie Hammer + Sichel, zaubert aus dem Hut Stalin + Mao und schon ist die Suppe, die ganz viele Deutsche gerne als „Linke“ identifizieren, ideologisch angerichtet worden.
Dazu passt ihre Behauptung, sich von inner-linker „Gewalt“ nicht zu distanzieren.
Diese Schwänze brauchen was auf die Eichel.“

Das „Revolutionäre Kollektiv“ ist zudem der „erwachsene“ Klon der Gruppe „Jugendwiderstand“. Dazu auch der Zeitungsbeitrag: Stimmungsmache mit der Splittergruppe – Maoistische Gruppe »Jugendwiderstand« sorgt durch Gewalt und Israelhass immer wieder für Aufregung unter: https://www.neues-deutschland.de/artikel/1087250.debatte-ueber-jugendwiderstand-stimmungsmache-mit-der-splittergruppe.html

Ebenfalls berichtete die taz am 17.5.2018: Angriffe auf Andersdenkende in Berlin – „Was machst du hier? Du Zionist“ Die maoistische Gruppe „Jugendwiderstand“ attackiert Linke, die nicht in ihr antizionistisches Weltbild passen. Jetzt gibt es Widerstand aus der Szene. unter: http://www.taz.de/!5503830/

Ein aufschlussreicher Beitrag auf der Website ruhrbarone.de vom 9.4.2018, in dem auch die krude Macho- und Gewaltideologie beschrieben wird: Diese Jugendwiderständler haben versucht Journalisten einzuschüchtern unter: https://www.ruhrbarone.de/jugendwiderstand-einschuechterung-journalisten/153617

 

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Veröffentlicht am 15. Juni 2018, in Aufrufe, Bürgerbeteiligung, Flensburg News, Inklusion und Integration, Kultur, Soziales. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 5 Kommentare.

  1. Wer zudem als Kreisvorsitzender der Flensburger LINKEN in einem derartigen Konflikt nicht klar und eindeutig Position beziehen kann, sollte schleunigst zurücktreten, um weiteren Schaden für DIE LINKE abzuwenden!

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  2. Zitat: „vielmehr wollen wir hier eine Drohung aussprechen, wir verteidigen unsere Politik“ (Zitat ende) – was ähm? Welche und wessen Politik? Mit Drohungen? Das machten die Nazis schon vor 1933 immer.
    Zitat: „…Jugendwiderstand…einer Gruppierung, die vor allem in Berlin durch Gewalt gegen Linke auffällt“ –

    Gewalt gegen Linke auffällt….? Ich bin fassungslos. Was in aller Welt, hat diese Gruppierung mit der Partei Die Linke zu tun und warum befinden sich diese A****** als Mitglieder im Kreisverband Die Linke überhaupt? Bisher unerkannt am Busen genährt und dann losgelassen?

    Gut, ich sag’s noch mal ganz ruhig: Ich besitze keine weiteren Info’s als die, die ich heute von Akopol erhielt. Das reicht jedoch um zu sagen, raus mit dem Pack. Erspart überhaupt keine Diskussion mit dem Thema.

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  3. Ich habe bisher von den Vorfällen nichts mitgekriegt und mit dritter Impuls ist, dass die Gruppe wohl eher was für den Staatsschutz sei.
    Liest sich wie ein Konglomerat von betrunkenen Lümmels, dann von gewaltbereiten Neonazis, dann von politisch völlig Verwirrten, aber durch die Decke dringt zu mir durch, dass das von einer Methode gelenkt ist: Identitäre haben es sich zum Motto gemacht, Menschen mit kritischer linker Haltung zu verunmöglichen. Zu de-legitimieren, gesellschaftlich im schlechtesten Licht, und sie als eine linke Gefahr darzustellen. Dazu bedient man sich rückwärtsgewandter Symbole wie Hammer + Sichel, zaubert aus dem Hut Stalin + Mao und schon ist die Suppe, die ganz viele Deutsche gerne als „Linke“ identifizieren, ideologisch angerichtet worden.
    Dazu passt ihre Behauptung, sich von inner-linker „Gewalt“ nicht zu distanzieren.
    Diese Schwänze brauchen was auf die Eichel.

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