Erfolgreiche Mahnwache vor dem Fliegerhorst Schleswig/Jagel am letzten Samstag

Pastor Ingo Gutzmann spricht zu den TeilnehmerInnen der Mahnwache

Rund 40 Antimilitaristinnen und Antimilitaristen trafen sich am 27.1. zur Mahnwache und zum Protest vor dem Fliegerhorst Jagel

Anlässlich des 73. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz begann die Veranstaltung mit einer Gedenkminute für die Opfer von Faschismus und Krieg,  Die Mahnwache stand ganz im Zeichen der christlichen Botschaft von Frieden, Nächstenliebe und der biblischen Aufforderung zur Feindesliebe. Dürfen Christen sich somit als Soldaten an Kriegshandlungen beteiligen und Menschen töten?

Ursprünglich sollte zu diesem Thema Pastor Christoph Touché von der St. Petri Gemeinde in Flensburg sprechen, aus Krankheitsgründen vertrat ihn dann aber Pastor Ingo Gutzmann aus Kappeln. Er erklärte unter Bezug auf Bibelzitate, dass das Gebot der Feindesliebe ein wesentlicher Bestandteil der christlichen Humanität sei. Familienangehörige und Freunde zu lieben, sei dagegen nicht schwer. Er stellte dar, dass es immer wieder Versuche gab, die Verpflichtung „Liebet Eure Feinde“ zu relativieren, etwa auf bestimmte Teilgruppen zu beschränken, jedoch sei dies nach biblischem Verständnis eine Forderung an uns alle. Und wer seine Feinde liebe, könne nicht Krieg führen und töten.

In der anschließenden Gesprächsrunde in der Pizzeria Sole Mio in Jagel wurde deutlich, daß nicht alle Kirchenmitglieder so denken, die Kirche aber nicht einfach sagen könne, wer als Soldat an Kriegshandlungen beteiligt sei, könne nicht Christ sein. Ingo Gutzmann sprach davon, daß sich Freikirchen, die grundsätzlich jeden Militärdienst ablehnen, als „Friedenskirchen“ sehen. Als Pastor der evangelisch-lutherischen Kirche sehe er sein Engagement ebenso als friedenskirchlich, auch wenn es in seiner Kirche Christen gäbe, die als Bundeswehrsoldaten an Kriegseinsätzen beteiligt seien. Aber die evangelische Kirche und ihre Mitglieder seien ein Spiegelbild der Gesellschaft. Pastor Gutzmann betonte jedoch, dass er sich entschieden habe, nicht als Militärseelsorger zu arbeiten, er sei aber auch nicht dazu aufgefordert worden.

Einigkeit bestand bei den Friedensaktivisten, dass es notwendig sei, friedensbewegte Menschen mit religiöser Motivation für den Protest gegen Krieg und Aufrüstung zu gewinnen und mit ihnen verstärkt die Zusammenarbeit zu suchen. Angedacht sind deshalb Veranstaltungen in Kirchengemeinden gegen die Aufrüstung der Bundeswehr mit Drohnen. Dafür biete sich der Film „National Bird“ an, der den Drohnenkrieg aus der Sicht der Täter und Opfer kritisch beschreibt. Dieser Film wird anlässlich der nächsten Mahnwache am 10. Februar 2018 in der Pizzeria Sole Mio in Jagel gezeigt. Die Mahnwache selbst beginnt wie immer  um „Drei vor Zwölf“ 11.57 Uhr und die Filmvorführung startet gegen 13.30 Uhr.

Ostermarsch am 30. März vom Bahnhof Schleswig zum Fliegerhorst

Ebenso wurde beschlossen, in diesem Jahr den Ostermarsch der Friedensbewegung am Karfreitag, den 30. März 2018 vom Bahnhof Schleswig zum Fliegerhorst Jagel durchzuführen. Die Auftaktkundgebung wird um „Drei vor Zwölf“ 11.57 Uhr vor dem Bahnhof Schleswig stattfinden.

 

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Veröffentlicht am 29. Januar 2018, in Bürgerbeteiligung, Bildung, Flensburg News, Kultur, Kulturtipps, Soziales, Veranstaltungstipps. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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