Überregionaler Austausch zum Thema „Work-Life-Balance“ in Flensburg

Bundesnetzwerkkonferenz der Vereinbarkeitsprojekte und  -initiativen am 22. und 23. Juni in Flensburg

Flensburg. Am 22. und 23. Juni fand in Flensburg die 9. Bundesnetzwerkkonferenz der Vereinbarkeitsprojekte und –initiativen statt. Diese kleine, aber feine Konferenz hat das Ziel, den Austausch zwischen den Regionen zu fördern und voneinander zu lernen. Dazu trafen sich Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Unternehmen, Wirtschaftsförderung und Forschung, die sich mit verschiedenen Aspekten der Vereinbarkeit von Privat- und Erwerbsleben befassen.
Eingeladen hatte das Verbundprojekt „Lebenszeit 4.0“, das in Flensburg verschiedene Befragungen und Untersuchungen zum Thema Zeitstress durchführt und mit Interventionen einen Beitrag zur besseren Vereinbarkeit von Privat- und Erwerbsleben leisten möchte.
Es trafen sich siebzehn Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Hamburg und Rostock über Erfurt bis hin ins Saarland, Mannheim und Stuttgart zunächst im Rathaus, um sich über ihre jeweiligen Arbeitsgebiete, aktuelle Entwicklungen und Forschungsergebnisse auszutauschen, um diese dann wieder in ihre Region zu tragen.
Bürgermeister Henning Brüggemann begrüßte die Gäste: „Danke, dass Sie uns einen Blick in ihre Regionen werfen lassen. Das ist eine tolle Möglichkeit, sich mit unserem – in gewisser Weise selbstgewählten – Zeitdiktat bundesweit auseinander zu setzen.“
Die Themen reichten vom Elterngeld über Arbeitszeitwünsche bis hin zur Standortattraktivität. Nach dem internen Teil der Konferenz ging es vom Rathaus zum Schifffahrtsmuseum, wo die fachöffentliche Abendveranstaltung stattfand. Flensburger Akteure aus Wirtschaft, Hochschule und Verwaltungen nutzen die Gelegenheit, sich mit den Gästen aus ganz Deutschland auszutauschen und sich über aktuelle Forschungsergebnisse und Projekte zu informieren. Prof. Wenzel Matiaske (Helmut-Schmidt-Universität) gab einen Überblick aus Forschungen zu Arbeitszeitwünschen und Marlene Langholz-Kaiser (Europa-Universität Flensburg) fasste unter der Überschrift „kommunale Zeitpolitik“ zusammen, was Kommunen eigentlich zum Thema beisteuern können.
Am Freitag gaben dann die beiden Gäste aus Rostock noch Impulse ins Netzwerk, bevor ein Leuchtturmprojekt besucht wurde: Barka Jerschewski (Einrichtungsleitung) und Heiko Frost (Geschäftsführer Adelby1) stellten die betriebsnahe Kinderbetreuung kiwi vor, die sich mit einem innovativen Konzept besonders um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf kümmert.
Sie wollen sich auch für eine bessere Vereinbarkeit von Privat- und Erwerbsleben in Flensburg einbringen? Sie möchten sich besser zu dem Thema vernetzen? Ansprechpartnerin bei der Stadt Flensburg ist Svenja Mix, Tel. 0461 85-2825.

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Veröffentlicht am 23. Juni 2017, in Flensburg News. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 2 Kommentare.

  1. Obwohl ich nicht aus Flensburg komme, würde ich es als sehr interessant empfinden, eine Zusammenfassung der Konferenz lesen zu können. Ich selbst befasse mich auch sehr intensiv mit dem Thema Work-Life-Balance (was ich übrigens lieber Work-Freetime-Balance nennen würde, da sonst der in meinen Augen falsche Rückschluss geschürt wird, Arbeit stehe als Gegensatzpaar zu Leben) und habe dazu mal einen Blogartikel verfasst, den ich hier einfach mal in den Raum stelle, falls jemand meine Gedanken zu dem Thema lesen möchte:
    https://ausbilderschein24.de/work-life-balance-optimieren/

    Falls es also ein Protokoll oder handfeste Ergebnisse zu dem Thema seitens der Konferenz gibt, wäre ich da sehr dankbar darüber. Wenn viele kluge Menschen die Köpfe zwei Tage lang zusammenstecken, kann schließlich nur Gutes bei rauskommen, das dann wiederum ggf. meinen eigenen Horizont erweitert.

    Beste Grüße
    Dennis

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    • Lieber Dennis Koch, deine Webseite habe ich gelesen, schon gute Gedanken.
      Und nein, das work-life-balance Thema ist nicht neu, sondern von der damaligen Familienministerin 2005 und heutigen Ver“teidigungs“-Ministerin v.d. Leyen in die Öffentlichkeit geschubst worden.
      Das Thema ist ein besonders weites Feld… und so individuell lebbar wie jeder einzelne Arbeitsplatz individuell formbar oder nicht zu beeinflussen ist.
      Unter der geltenden und leider auch gelebten Prämisse Immer mehr, Immer schneller und Immer besser sein als das Haben, wollen Familien unbedingt ein Häuschen besitzen. Vor 50 Jahren ging das noch mit 100.000 Mark, heute bekommst du kaum etwas unter 280.000 Euro und dann kannst du dein Arbeitsleben mit ab-bezahlen verbringen. Je mehr Risiko besteht, desto höher ist der Adrenalinspiegel, nichts verkehrt machen zu dürfen und es erhöht den gesamten familiären Druck.
      Dass Vater und Mutter ganztags beschäftigt sein müssen, um dieses Häuschen ihr eigen nennen zu können, ja, ob man dann mit dem Gedanken des work-life-balance wirklich noch etwas anfangen kann, wenn man auf dem letzten Loch pfeifft?
      Ich will damit sagen, dass sich viele viele Menschen mit ihrem Willen, noch mehr zu besitzen, auf Dauer selber schädigen, weil sie sich das Wichtige, die Gelassenheit, nicht gönnen. Das Auto sollte ein SUV sein und kein kleineres, wie sieht das denn für einen Mann, oder eine Frau und ihr Image aus??? Untersuchungen liegen ja vor, dass gerade bei hochschulgebildeten Menschen der Wille zum Hochkonsumieren ungebrochen ist.

      Ich glaube, dass die Politik der letzten mind. 10 Jahre ihre Bürger so weit erzogen hat zu konsumieren, damit sie eine Angst-manipulierbare Masse ist und es ist ihr auch leider gelungen; nicht zuletzt auch durch die Agenda 2010, die die sogenannte Mittelschicht in Bedrängnis bringt. Nicht umsonst mehren sich die geschilderten Familientragödien.

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