Dienstags und donnerstags Energieberatung der Verbraucherzentrale in Flensburg – Energieausweis: endlich erklärt

Hintergrundwissen von der Energieberatung der Verbraucherzentrale

Der Energieausweis soll auf den ersten Blick deutlich machen, wie energieeffizient ein Gebäude ist und zwar laut Energieeinsparverordnung (EnEV). Eigentümer, Mieter und Käufer sollen Klarheit erhalten über den zu erwartenden Energieverbrauch einer Immobilie. Ob der Energieausweis diese Aufgabe erfüllt, und welche Informationen er tatsächlich enthält, erläutert Dipl.-Ing. Peter Sönnichsen, Energieberater der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein.

Bedarf oder Verbrauch – Was steht drin?

Den fünfseitigen Energieausweis gibt es in zwei Formen: Als Bedarfsausweis enthält er die Kennwerte für den Energiebedarf, als Verbrauchsausweis diejenigen für den Energieverbrauch. In vielen Fällen ist jedoch nur der Bedarfsausweis zulässig. Der Energiestandard des Gebäudes wird mittels Energieeffizienzklassen von A+ bis H veranschaulicht, ähnlich wie bei Kühlschrank und Waschmaschine. Zudem beinhaltet der Ausweis – soweit möglich – Maßnahmenvor-schläge zur Verbesserung des energetischen Gebäudezustands. „Hier handelt es sich um Empfehlungen“, betont Peter Sönnichsen. „Am besten bespricht man mit einem Energieberater, was möglich und sinnvoll ist.“

Wer braucht einen Energieausweis?

Verpflichtend ist der Energieausweis immer dann, wenn ein Gebäude neu gebaut, umfassend saniert, verkauft oder neu vermietet werden soll. Bei der Vermietung müssen die wichtigsten Kenndaten des Ausweises bereits in der Immobilienanzeige genannt werden. Bei der Besichtigung eines Hauses oder einer Wohnung muss der Vermieter den Ausweis oder eine Kopie unaufgefordert aushändigen oder gut sichtbar aushängen. Spätestens bei Vertragsabschluss muss der Mieter das Original oder wiederum eine Kopie erhalten. „Keinen Energieausweis brauchen Eigenheimbesitzer, für deren Haus die Baugenehmigung vor dem 1.10.2007 erteilt wurde, und die ihr Haus selbst bewohnen“, stellt Sönnichsen klar. Wer stellt den Energieausweis aus? Ein Energieausweis muss von Fachleuten mit besonderer Qualifikation ausgestellt werden. Ein amtliches Zertifikat oder eine vollständige Liste aller Aussteller gibt es allerdings nicht. Die Energieeffizienz-Experten-liste führt einen großen Teil aller Sachverständigen auf.

Wichtig ist: Ein Energieausweis ersetzt keine Energieberatung. „Wer plant, die Empfehlungen umzusetzen, sollte unbedingt eine unabhängige Beratung in Anspruch nehmen“, empfiehlt Peter Sönnichsen.

Was kann der Energieausweis nicht?

„Insbesondere der Verbrauchsausweis liefert Mietinteressenten keine genaue Prognose über den künftigen Heizenergieverbrauch“, stellt Sönnichsen klar. Denn die Werte darin werden maßgeblich vom Nutzerverhalten, zum Beispiel der eingestellten Raumtemperatur und dem Lüftungsverhalten, beeinflusst. Alle Energieausweise beziehen sich außerdem in den meisten Fällen auf das ganze Gebäude, nicht einzelne Wohnungen. Die Lage der Wohnung im Gebäude spielt aber eine erhebliche Rolle für den Energieverbrauch.

Bei allen Fragen zum Energieverbrauch in privaten Haushalten hilft die Energieberatung der Verbraucherzentrale mit einem persönlichen Beratungsgespräch. Die Berater informieren anbieterunabhängig und individuell.
In Flensburg findet die Energieberatung der Verbraucherzentrale dienstags und donnerstags in der Beratungsstelle Flensburg, Schiffbrücke 65, statt. Jetzt unter 0461 / 28 604 oder 0431-59099-40 Plätze sichern! Beratungsgespräch ab 5,00 Euro, für einkommensschwache Haushalte mit entsprechendem Nachweis sind die Beratungsangebote kostenfrei.

Die Energieberatung der Verbraucherzentrale

Die Energieberatung der Verbraucherzentrale bietet allen Verbrauchern kompetenten und unabhängigen Rat in Energiefragen. Sie wird seit 1978 vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert. In bundesweit über 600 Einrichtungen engagieren sich rund 500 Architekten, Ingenieure und andere Experten für die Energieberatung der Verbraucherzentrale. Sie beraten anbieterunabhängig und neutral und finden individuelle Lösungen für jeden Verbraucher. Seine Interessen stehen im Mittelpunkt der Beratung. Je nach Problemstellung und persönlichen Bedürfnissen gibt es verschiedene Beratungsformate, von der schnellen Telefonberatung bis zum ausführlichen
Beratungstermin zu Hause.
Beratungsthemen sind alle Fragen des privaten Energieverbrauchs, zum Beispiel
• Stromsparen
• Heizen und Lüften
• Baulicher Wärme- und Hitzeschutz
• Heizungs- und Regelungstechnik
• Erneuerbare Energien
• Förderprogramme
• Wechsel des Energieversorgers
Für einkommensschwache Haushalte ist die Beratung kostenfrei. Für alle anderen
beträgt der Eigenanteil an den Beratungskosten je nach Beratungsform lediglich
5 bis maximal 40 Euro.

Mehr Informationen unter: verbraucherzentrale-energieberatung.de oder vzsh.de. Die
Energieberatung der Verbraucherzentrale wird gefördert vom Bundesministerium
für Wirtschaft und Energie.

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Veröffentlicht am 13. Juni 2017, in Ökologie, Daten und Zahlen, Flensburg News, Veranstaltungstipps, Wirtschaft. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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