Archiv für den Tag 3. Mai 2017

Entscheidungshilfen des DGB Schleswig-Holstein Nordwest für die Landtagswahl

Landtagswahl in Schleswig-Holstein – geht am 7. Mai wählen!

Liebe Kolleginnen und liebe Kollegen,

am Sonntag sind Landtagswahlen (und der Bürgermeister für Husum wird gewählt!).

Weil wir wissen, dass manch eine und einer noch bis kurz vor der Wahl zwischen mindestens 2 Parteien schwankt, haben wir aus ArbeitnehmerInnensicht ein paar Entscheidungshilfen zusammengestellt:

1.

Zunächst einmal begründen Ingrid, Ralf, Mathias, Joachim, Tobias und Susanne, warum sie auf keinen Fall Rechtspopulisten wie der AfD ihre Stimme geben und warum sie euch darum bitten, dies auch nicht zu tun. Wir hoffen, dass sie an der 5%-Hürde scheitern!

2.

Der DGB Nord hat in einem Online-Check zur Landtagswahl Parteien befragt:

Frage Nr. 1: In Schleswig-Holstein gibt es 9,99 Euro pro Stunde Mindestlohn bei öffentlichen Aufträgen – Wie stehen Sie dazu? Die Antworten der Parteien auf die Frage findet ihr hier.

Frage Nr. 2: Tarifbindung bei Wirtschaftsförderung: Sollten Finanzmittel aus der öffentlichen Wirtschaftsförderung an tarifliche Arbeitsbedingungen im Förderbetrieb gekoppelt werden? Die Antworten der Parteien auf die Frage findet ihr hier.

Frage Nr. 3: Wie fördern Sie den öffentlichen Nahverkehr? Die Antworten der Parteien auf die Frage findet ihr hier.

Frage Nr. 4: Hetze, Hass, Gewalt: Was tun Sie dagegen? Die Antworten der Parteien auf die Frage findet ihr hier.

Frage Nr. 5: Was tun Sie für die Frauen? Die Antworten der Parteien auf die Frage findet ihr hier.

Frage Nr. 6: Gute Arbeit im Tourismus – was tun Sie dafür? Die Antworten der Parteien auf die Frage findet ihr hier.

Frage Nr. 7: Arbeitsforschung 4.0: Was tun Sie für eine gute Digitalisierung? Die Antworten der Parteien auf die Frage findet ihr hier.

Frage Nr. 8: Gute Bildung, kostenfreie Kitas – was tun Sie dafür? Die Antworten der Parteien auf die Frage findet ihr hier.

3.

Hier findet ihr die kurze und die ausführliche Fassung der Anforderungen des DGB an die Parteien zur Landtagswahl 2017.

Das sollte – neben den Verweisen auf unsere Flurgespräche in Flensburg und Itzehoe reichen, um eine Wahlentscheidung zu treffen, oder? Vor allem aber die Bitte: Geht zur Landtagswahl! Und ihr Husumerinnen und Husumer: Wählt nen Bürgermeister!

Habt einen erfolgreichen 7. Mai!

Ganz herzlich,
Susanne

Dr. Susanne Uhl
Regionsgeschäftsführerin
DGB Schleswig-Holstein Nordwest
Telefon 0461 – 1444010

 

 

 

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Flensburger Arbeitslosenquote im April 2017 weiterhin bei 9,0 %

Arbeitslosenzahl stagniert – Keine Belebung auf dem Flensburger Arbeitsmarkt

Zahl der SGB II-Regelleistungsberechtigten (Hartz IV) steigt weiter und erreicht in Flensburg mit 11.069 Menschen einen neuen Höchststand

Arbeitsmarkt:

Im Stadtgebiet Flensburg sank die Zahl der Arbeitslosen im April 2017 um 3 (-0,1 Prozent) auf 4.533 im Vorjahresvergleich, im Vergleich zum Vormonat sank die Zahl um 23 (-0,5 Prozent).
Die Arbeitslosenquote liegt weiterhin bei 9,0 Prozent (April 2016: 9,2 Prozent; Vormonat 9,0 Prozent).
851 sozialversicherungspflichtige Stellen waren in der Stadt Flensburg zu vergeben, 57 oder 7,8 Prozent mehr als vor einem Jahr, 22 oder 2,7 Prozent mehr gegenüber März 2017. Die größten Bedarfe bestehen im Gesundheits- und Sozialwesen (204), in der Rohstoffgewinnung, Produktion und Fertigung (172) und bei den kaufmänni-schen Dienstleistungen, Handel, Vertrieb und Tourismus (122).

Ausbildungsstellenmarkt:

Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober 2016 meldeten sich 580 Bewerber für Berufsausbildungsstellen, 4,3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Zugleich gab es 714 Meldungen für Berufsausbildungsstellen, ein Minus von 3,1 Prozent. Zum Statistikdatum waren 310 Bewerber noch unversorgt und 333 Ausbildungsstellen noch unbesetzt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 6,6 Prozent weniger unversorgte Bewerber und 9,3 Prozent weniger unbesetzte Berufsausbildungsstellen.

Top 5 der gemeldeten Ausbildungsstellen:
1. Kaufmann/-frau im Einzelhandel
2. Kaufmann/-frau im Groß-/Außenhandel – Großhandel
3. Bankkaufmann/-frau
4. Verkäufer/in
5. Kaufmann/-frau – Büromanagement

Top 5 der gesuchten Ausbildungsplätze
1. Verkäufer/-in
2. Kaufmann/-frau – Büromanagement
3. Kaufmann/-frau im Einzelhandel
4. Medizinische/r Fachangestellte/r
5. Kraftfahrzeugmechatroniker – PKW-Technik

Verdeckte Arbeitslosigkeit bzw. Unterbeschäftigung sinkt – Tatsächliche Arbeitslosenquote aber erheblich höher

Die genannten Arbeitslosenzahlen der Flensburger Arbeitsagentur beeinhalten nicht die Menschen, die sich in der sog. verdeckten Arbeitslosigkeit oder Unterbeschäftigung befinden. In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil sie für Menschen stehen, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt. Für den gesamten Agenturbezirk Flensburg, also mit den Geschäftsstellenbezirken Flensburg, Husum, Kappeln, Niebüll, Schleswig, Westerland und Tönning, ergibt sich im April 2017 somit eine Zahl von 16.306 Arbeitslosen (Vormonat 17.555 ), zuzüglich der Unterbeschäftigung sind es  21.183 (Vormonat 22.598). Entsprechend sind prozentual auch die tatsächlichen Arbeitslosenzahlen in Flensburg erheblich höher. Mehr dazu im Arbeitsmarktreport für_AA 119 Flensburg_201704 auf bzw. ab Seite 9.

Unterbeschäftgung, Arbeitsmarktreport der Agentur für Arbeit Flensburg, April 2017, S. 9

Komponenten der Unterbeschäftgung, Arbeitsmarktreport der Agentur für Arbeit Flensburg, April 2017, S. 9

Nicht inbegriffen sind auch die Arbeitslosen, die aufgrund von Alter, Krankheit oder sonstigen Gründen als nicht mehr vermittelbar gelten und/oder vorzeitig zwangsverrentet wurden und in den SGB-XII-Leistungsbereich fallen. Tatsächlich dürfte  die Arbeitslosenquote in Flensburg somit bei etwa 12,5 % liegen. Rechnet man noch die Arbeitslosen und Arbeitsuchenden dazu, die aus dem Leistungsbezug des ALG I rausgefallen sind bzw. keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld II haben, dürfte die Quote sogar noch höher liegen.

Nur geringer Rückgang bei der Zahl der Arbeitsuchenden in Flensburg

Die Zahl der Arbeitsuchenden betrug im April 2017 im Geschäftsstellenbereich Flensburg, der die Stadt Flensburg und Randgemeinden umfasst, 11.692 Personen, im Vormonat waren es 11.761.  Für den gesamten Agenturbezirk Flensburg, also mit den Geschäftsstellenbezirken Flensburg, Husum, Kappeln, Niebüll, Schleswig, Westerland und Tönning, lag im April die Zahl der Arbeitsuchenden bei 26.197 Personen und um 1.200 unter der des Vormonats von 27.498 Personen. Dennoch sind dies im Vergleich zu den offiziell gemeldeten Arbeitslosen über 10.000 Personen zusätzlich. Darunter fallen unter anderem auch Arbeitslose, deren Arbeitlosengeld I ausgelaufen ist und die keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld II nach dem SGB II haben und daher nicht als arbeitslos im eigentlichen Sinne gelten.

Jobcenter:

Das Jobcenter Flensburg betreute im April 2017 3.174 arbeitslose Flensburger (Empfänger von Arbeitslosengeld II); das sind 61 Personen mehr als im Vormonat (+2,0%) bzw. 217 Personen (-6,4 Prozent) weniger als im Vorjahresmonat und auch der niedrigste Wert in einem April seit Bestehen des Jobcenters im Jahr 2005.

Zahl der SGB II-Bedarfsgemeinschaften und Regelleistungsberechtigten nach SGB II („Hartz IV“) in Flensburg steigt weiter und erreicht einen neuen Höchststand

Weiterhin steigt wie in den letzten Monaten die Zahl der SGB II-Bedarfsgemeinschaften und Regelleistungsberechtigten bzw. Regelleistungsbezieher nach SGB II. Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften stieg im April im Vergleich zum Vormonat um 65 auf 6.579 (+1,0%), im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg sie um 198 (+3,1%).
Die Zahl der Regelleistungsbezieher stieg im Vergleich zum Vormonat um 88 auf
11.069 (+0,8%), im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg sie sogar um 669 (+6,4%). Diese
Steigerung ist auch weiterhin in erster Linie auf den Personenkreis der Zufluchtsuchenden
zurückzuführen.

Zum politischen Streit um die Schönung der Arbeitslosenzahlen in Schleswig-Holstein auch ein Beitrag von Till H. Lorenz vom 3.10.2016 auf shz.de:
Arbeitsagentur in SH : So viele Menschen sind in Schleswig-Holstein wirklich arbeitslos
Tausende Erwerbslose werden aus der Statistik der Arbeitsagentur herausgerechnet – weil die Politik es so möchte.
unter: http://www.shz.de/deutschland-welt/wirtschaft/so-viele-menschen-sind-in-schleswig-holstein-wirklich-arbeitslos-id14995576.html

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