Oberbürgermeister Simon Faber: Internationale Schienenanbindung Flensburgs nicht aufs Spiel setzen

Bahnhofsdiskussion in Flensburg

Flensburg. Die im heutigen Flensburger Tageblatt beschriebene Meinungsbildung über den zukünftigen Fernverkehr in Flensburg betrachtet Oberbürgermeister Simon Faber mit großer Sorge. „Die Äußerungen der Ratsfraktionen von CDU, SPD und Grünen lassen befürchten, dass eine Jahrhundertchance vertan wird, Flensburg in Zukunft gut auf der Verbindung zwischen Hamburg und Aalborg zu platzieren“, so Oberbürgermeister Simon Faber. „Flensburger muss über den Tellerrand hinaus blicken und dafür Sorge tragen, dass die Grenzregion in Zukunft nicht abgehängt wird“.

„Nur wenn es gelingt die Reisezeit zwischen den großen Städten in Jütland (Aalborg, Aarhus, Kolding) und Hamburg vernünftig zu gestalten, wird die Verbindung ausreichend attraktiv, um insgesamt mehr Menschen zum Umsteigen auf die Schiene  zu bewegen. Wenn Flensburg von dieser Entwicklung profitieren soll, ist es aber unabdingbar, dass ein direkter Halt in Flensburg möglich ist.

Konkret lässt sich die Thematik an den Überlegungen zum Bahnverkehr während der Fehmarnbeltquerung festmachen: Während der mehrjährigen Bauphase werden die Züge zwischen Hamburg und Kopenhagen über Jütland umgeleitet. Noch ist allerdings offen, wie die Fahrplangestaltung aussieht. „Es liegt eindeutig im Interesse Flensburgs und der gesamten Grenzregion, dass überhaupt ein Halt in der Region erfolgt. Es muss sich ja nicht gleich um ein millionenschweres Neubauprojekt in Weiche handeln. Darstellbar ist ein effektiver Halt für diesen Fernverkehr nur auf der Hauptstrecke, nicht mit der derzeitigen Schleife zum bestehenden Bahnhof.

Im Bereich des Güterverkehrs ist die Jütlandroute ohnehin von großer Bedeutung, da die dänische Produktion vor allem im westlichen Teil des Landes stattfindet. Der rasche Transport von Gütern zum Exporthafen in Hamburg findet daher bereits heute auf diesem Wege statt. „Nun gilt es, auch den Personenverkehr auf dieser Strecke zu verbessern. Mit den geplanten langjährigen Bauarbeiten auf der Fehmarnbeltquerung werden die Züge ohnehin über das nördliche Schleswig-Holstein rollen. Unsere Aufgabe ist es zu gewährleisten, dass ein attraktiver Halt in Flensburg möglich ist“, so Faber weiter. „In vielen Gesprächen haben nicht zuletzt die dänischen Partner großes Interesse an einer Zusammenarbeit auf diesem wichtigen Feld bekundet. Ein möglicher Fernbahnhof steht zudem auf der Agenda der Dt-Dän. Verkehrskommission“.

„Es ist ein Trugschluss zu glauben, Flensburg könne ohne strategische Allianzen mit dänischen Partnern, als Einzelkämpferin, nennenswerte Verbesserungen der Anbindung erreichen. Sowohl die Planung der zukünftigen Fernverkehre als auch die Überlegungen zur Revitalisierung der Strecke nach Niebüll sind noch im Fluss. Für kurzsichtige und vorschnelle Festlegungen der Ratsversammlung besteht überhaupt kein Anlass. Wir müssen vielmehr die bestehenden Chancen nun nutzen, um uns auch für die Zukunft und die Zeit nach Fertigstellung der Beltquerung gut aufzustellen“, so abschließend der Flensburger Oberbürgermeister in einer Pressemitteilung der Stadt Flensburg vom 28.10.2016.

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