Vortrag und Diskussion: „80 Jahre danach – Der Spanische Bürgerkrieg 1936-1939“ am 06.10.2016 in der Alten Meierei in KIel

Donnerstag 6. Oktober 2016, Donnerstag, 19:00 bis 21:00 Uhr
Alte Meierei, Hornheimerweg 2, 24113 Kiel

Mit Alexandre Froidevaux

Die spanische Gesellschaft und deutsche Interventionen

Im Juli 2016 jährte sich der Beginn des Spanischen Bürgerkrieges (1936–1939) zum 80. Mal. Der damalige Konflikt wirkt in der spanischen Gesellschaft bis heute ähnlich nach wie der Zweite Weltkrieg in der deutschen. Der Bürgerkrieg spaltete das Land in Sieger*nnen und Besiegte und hatte die Jahrzehnte andauernde Franco-Diktatur zur Folge.
Wem in Deutschland ist schon bewusst, dass die Franquis*Innen in einer Art «Politizid» bis zu 200.000 ihrer Gegner*innen ermordeten? Dieses mangelnde Bewusstsein speist sich aus dem Umstand, dass in Spanien selbst den Opfern der Diktatur bis heute nur ungenügend Aufmerksamkeit zuteil geworden ist. Wer sich mit den Platzbesetzungen des Jahres 2011, den Mobilisierungen für «Echte Demokratie jetzt!» und mit der aus ihnen hervorgegangenen Partei Podemos auseinandersetzt, wird allerdings schnell über dieses Thema stolpern. Der Grund dafür ist, dass eine linke Erinnerungsbewegung seit der Jahrtausendwende die Opfer der Diktatur immer wieder in der öffentlichen Diskussion zur Sprache bringt (siehe «Wenn Vergangenheit nicht vergeht»). Auf der Veranstaltung wollen wir einen chronologischen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen und Ereignisse des Bürgerkrieges  geben. In den Jahren 1936 bis 1939 kämpften Antifaschist*innen gegen Faschisten, regionale Nationalismen rangen  mit dem spanischen Nationalismus und demokratische mit autoritären Politikkonzepten. Im republikanischen Spanien vollzog sich ab dem Juli 1936 eine weitreichende libertäre Revolution. Weil sie starke Gegner und kaum Bündnispartner *innen hatte und die Revolutionär*innen am Ende eine bittere Niederlage erlitten, geriet diese Revolution danach fast vollständig in Vergessenheit. Zu Unrecht, denn mit ihrem antiautoritären Geist und aufgrund ihres Ausmaßes gehört sie zweifelsohne in eine Reihe mit den großen Revolutionen der Weltgeschichte. Linke, die nach Alternativen jenseits autoritärer Politikentwürfe orthodox-kommunistischer Prägung und sozialdemokratischer Bejahung des Kapitalismus suchen, sollten sich mit den Stärken und Schwächen dieser Revolution beschäftigen. Zugleich ist die Rolle, welche die Kommunistische Partei Spaniens in den Jahren 1936 bis 1939 spielte, ein Lehrstück über den Stalinismus (siehe «Die libertäre Revolution»). Unser Referent, Alexandre Froidevaux arbeitete als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl von Walther L. Bernecker an der Uni Erlangen-Nürnberg. Er hat zur linken Erinnerungsbewegung und den Erinnerungskulturen der Arbeiterbewegung in Spanien geforscht.
rls-logoVeranstalter:
Rosa-Luxemburg-Stiftung Schleswig-Holstein http://www.sh.rosalux.de/RLS-Regionalbüro Schleswig-Holstein
Kehdenstr. 5
24103 Kiel

Telefon: (0431) 2607043
Fax: (0431) 2607054
E-Mail: schippels@rosalux.de

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