Archiv für den Monat September 2016

Veranstaltung „Neue Nachbarn Flüchtlinge – wie läuft es?“ am 06.10.2016 um 19 Uhr in der Bürgerhalle des Flensburger Rathauses

neue-nachbarn-6-10Veranstaltung für die Anwohnerinnen und Anwohner von Flüchtlingsunterkünften sowie Interessierte

Flensburg. Im Nachgang zu den in 2015 an verschiedenen Standorten im Stadtgebiet durchgeführten Veranstaltungen für die Anwohnerinnen und Anwohner von Asylbewerberunterkünften lädt die Stadt am Donnerstag, 06. Oktober um 19 Uhr zu einer Folgeveranstaltung für alle Standorte in der Bürgerhalle des Rathauses ein.

Nach der Eröffnung durch Bürgermeister Henning Brüggemann werden
leitende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus verschiedenen Bereichen der Stadtverwaltung kurz über den Status Quo und ihre Arbeit in Zusammenhang mit den Flüchtlingen informieren, aber auch einen Ausblick auf die Zukunft der einzelnen Asylbewerberunterkünfte geben.

Danach wird die Stadt den Kurzfilm „Leben in der GZS*“ präsentieren, der einen kurzen Einblick in den Alltag und die Betreuung der Menschen gewährt, die in der Asylbewerberunterkunft der *Graf-Zeppelin-Straße untergebracht sind.

Vor allem aber geht es darum, dass die Flensburgerinnen und Flensburger der Stadtverwaltung mitteilen können, was sie im Zusammenhang mit der Nachbarschaft seit dem Bezug der Asylbewerberunterkünfte bewegt und welche Fragen sich gegenwärtig daraus ergeben.

Für Fragen stehen den Besuchern daher nach dem Film die Leiter und Leiterinnen  der Fachbereiche „Einwohnerservice  & Willkommenskultur“ (Uta Weinerdt-Höfer), „Bildung, Sport, Kultureinrichtungen“ (Dr. Wolfgang Sappert), „Jugend“ (Karen Welz-Nettlau) und „Soziales und Gesundheit“ (Thomas Russ)  sowie des Betriebes Kommunale Immobilien (Michael Draeger) sowie deren Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und Schulrätin Meike Jännert zur Verfügung.

Eingeladen sind die Anwohnerinnen und Anwohner der Straßen An der Exe, An der Reitbahn, Nerongsallee, Schloßstraße, Friedensweg, Graf-Zeppelin-Straße, Am Dammhof sowie am Thema Interessierte.

Flensburgs Zukunft mitgestalten: Bürgerdialog am 29.09.2016 in Tarup

Bürgerbeteiligung im BET Mobil zum Thema „Wachsende Stadt“ in Tarup

Flensburg.  Flensburgs Zukunft gemeinsam mit den Einwohnerinnen und Einwohner zu entwickeln ist ein Ziel der Stadt Flensburg, die derzeit mit dem Beteiligungsmobil (BET Mobil) zu unterschiedlichen Themenbereichen an verschiedenen Standorten vor Ort ist, so wie am Donnerstag, 29. September an der Taruper Hauptstraße, Ecke Norderlück.

In der Zeit von 14-18 Uhr haben alle Flensburgerinnen und Flensburger am Donnerstag, 29. September die Möglichkeit, der Stadtverwaltung ihre Vorstellungen zum Thema „Wachsende Stadt Flensburg“ mitzuteilen, Kritik zu äußern und Fragen wie „Wo schaffen wir neue Wohnungen für die wachsende Stadt?“ und „Wie bereiten wir Neuankömmlingen einen guten Start?“ mit z.B. Chefplaner Dr. Peter Schroeders, Kai Steffen oder Mitarbeitern der Unternehmensberatung konsalt Fragen zu erörtern.

Flensburger LINKEN-Antrag zur genderkorrekten Bezeichnung von Papierkörben und mehr

Eine satirische Replik auf die verbohrte Ignoranz der Kommunalpolitiker

Für viel öffentlichen Wirbel und ein reges Medienecho von BILD bis über den SPIEGEL sorgt derzeit ein Antrag der LINKEN-Fraktion für die nächste Sitzung der Flensburger Ratsversammlung. Die LINKE fordert eine genderkorrekte Bezeichnung der Büro- und Arbeitsgeräte, angefangen von Papierkörben, Lochern bis hin zu Scannern. Die Absicht dahinter ist, wie man der untenstehenden Pressemitteilung der LINKEN entnehmen kann, diesen Antrag als Anlass zu nehmen, den Focus der kommunalpolitischen Debatte stärker auf  die Benachteiligung von Frauen in Gesellschaft und Beruf zu richten und auf die äußerst schwierige Situation von alleinerziehenden Müttern in unserer Stadt.

Leider haben nur wenige Leserinnen und Leser die satirische Ironie des LINKEN-Antrages verstanden. Denn der ist unter anderem eine Replik auf einen Antrag der WiF-Fraktion für die kommende Sitzung der Ratsversammlung. Den WiFlern fällt offensichtlich kommunalpolitisch nicht mehr viel ein, weshalb sie sich nun mit einem Antrag zu genderkorrekten Bezeichnungen profilieren wollen, ohne das eigentliche Problem aber beim Namen zu nennen. Das ist so ähnlich, wie der völlig überflüssige WiF-Antrag zur Vorsorge hinsichtlich des durch den Klimawandel bedingten Meeresspiegel-Anstieges in Flensburg, über den Daniel Schmidt vom shz ja sehr süffisant berichtete.

Dabei gibt es neben der oben beschriebenen Situation vieler Frauen noch so viele wichtige Themen für die kommunalpolitische Debatte in Flensburg: Fehlende KITA-Plätze, kaputte Straßen, marode Schulen, fehlende Wohnungen für Menschen mit niedrigen Einkommen, eine besonders hohe Armutsquote in Flensburg mit einer entsprechend hohen Zahl von Hilfeempfängern und benachteiligten Kindern, die unzureichende Betreuung und Förderung der Flüchtlinge in unserer Stadt, usw. usf. Aber die große Koalition der wohlstandsverwöhnten Mittelschichtsparteien in der Ratsversammlung ist an solchen Debatten ja nicht interessiert. Stattdessen lässt sie lieber die Harniskaispitze räumen und setzt dabei 360.000 Euro Steuergelder in den Sand. Insofern bleibt oft nur die Satire und die Ironie, um sich gegen so viel verbohrte Ignoranz und Dummheit zu wehren.

Jörg Pepmeyer

Mehr zu dem Antrag auch in dem Beitrag von Holger Ohlsen vom 27.09.2016 auf shz.de  Gender-Debatte in Flensburg – Aufregung um eine Papierkörb/in: Linke will Antrag zurückziehen unter:
http://www.shz.de/lokales/flensburger-tageblatt/aufregung-um-eine-papierkoerb-in-linke-will-antrag-zurueckziehen-id14939216.html

Siehe hierzu auch die Pressemitteilugn der Flensburger LINKEN-Fraktion vom 26.09.2016:

li-sh_-_kopiererinNicht jede/r mag Satire – aber in diesem Punkt sollten wir uns doch einig sein:

Ob Satire gelungen oder ist, darüber können wir gerne streiten. Dass von rechten Medien unterschlagen wurde, dass es sich beim Antrag der LINKE Flensburg um Satire handelt, ist verständlich. Dass viele andere Medien auf die Hetze der Zeitung, die weder jung noch frei ist, hereingefallen sind, ist arm.

Wir fragen uns aber: Warum solche Aufregung um eine Nebensächlichkeit? Warum keine Aufregung darüber, dass in Schleswig-Holstein Frauen überdurchschnittlich von Niedriglöhnen und prekärer Beschäftigung betroffen sind? Dass alleinerziehende Frauen häufig bei uns von ihrem Lohn nicht leben können und Grundsicherung beantragen müssen? Dass das Prinzip gleicher Lohn für gleiche Arbeit in kaum einem anderen Staat Europas so mit Füßen getreten wird, wie in der Bundesrepublik?

Also mal wieder runter kommen vom Baum. Lasst uns über die Dinge sprechen, die wirklich zählen: Wie können wir das Prinzip gleicher Lohn für gleich(wertig)e Arbeit durchsetzen? Wie können wir gemeinsam, Männer und Frauen, für tatsächliche gesellschaftliche Gleichstellung kämpfen?

Das wäre doch mal eine spannende Diskussion, im Gegensatz zu dieser Panne-Diskussion, oder?!

Zum Hintergrund des Antrags der Flensburger Linksfraktion http://www.vice.com/de/read/der-die-staubsaugerin-die-linke-flensburg-trollt-rechte-medien-mit-gender-vorschlag

Die Stellung der Frau im Islam – Vortrag und Diskussion mit Shazia Chaudhry am 30.09.2016 im Saal der Jugendkirche St. Michael in Flensburg

die-stellung-der-frau-im-islam

Beratung der Verbraucherzentrale in Flensburg: Wärmedämmung lohnt sich doch!

motiv-verbraucherzentraleDienstags und donnerstags in Flensburg: Verbraucherzentrale berät kostenlos zu Wärmeschutz und Dämmstoffen

Durch eine nachträgliche Wärmedämmung von Wänden und Dach verringern Verbraucher nicht nur ihre Heizkosten. Die verbesserte Gebäudehülle macht das Wohnen auch komfortabler und schützt das Haus vor Feuchtigkeit und Schimmel. Darauf weist die Energieberatung der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein hin.

„Durch kritische Medienberichte über Wärmedämmungen sind viele Verbraucher unsicher geworden“, erklärt Dipl.-Ing. Peter Sönnichsen, Experte der Energieberatung der Verbraucherzentrale. „Die häufigsten Kritikpunkte: Wärmedämmungen sind zu teuer und bergen Risiken für das Gebäude.“

Deshalb rät der Experte Verbrauchern zunächst, sich ausführlich beraten zu lassen. Im Rahmen einer Energieberatung wird geklärt, ob eine nachträgliche Dämmung überhaupt in Frage kommt, und welche Dämmmaßnahmen geeignet sind. Dazu erhalten Verbraucher erste Einschätzungen zu Kosten und Energieeinsparung. Darüber hinaus gibt es Empfehlungen zu weiteren vielleicht notwendigen Sanierungsmaßnahmen.

Wer sich für eine Dämmung entscheidet, sollte diese Maßnahme sorgfältig planen. Dazu gehören neben der Auswahl geeigneter Dämmmaterialien und Konstruktionen Vorkehrungen zum Schutz vor Feuchtigkeit und die Vermeidung von Wärmebrücken.

Der Energiefachmann weist darauf hin, dass mit einer Wärmedämmung nicht nur Energie eingespart wird. „In einem gedämmten Haus sind die Innenseiten der Außenwände wärmer. Das führt zu einem besseren Raumklima und macht das Wohnen komfortabler“, so Dipl.-Ing. Peter Sönnichsen.

Negativ in die Schlagzeilen gekommen sind Wärmedämmungen durch Schäden in Folge von Planungs- oder Ausführungsfehlern. „Richtig ausgeführt “, weiß der Experte, verbessern Wärmedämmungen wirksam den Wärmeschutz des Gebäudes, ohne das Mängel entstehen.

Die nachträgliche Wärmedämmung der Außenflächen gehört zu den wichtigsten Sanierungsmaßnahmen bei Gebäuden.

gutschein-verbraucherzentraleAus diesem Grund startet die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein im September die Beratungsaktion „Wärmedämmung lohnt sich doch“.

Im Aktionszeitraum bis 30. November können Verbraucher einen Beratungscoupon auf der Internetseite www.vzsh.de herunterladen.  Mit diesem Coupon ist die Beratung zur nachträglichen Wärmedämmung in der Beratungsstelle in Flensburg kostenlos. Bei Fragen zur Aktion und zum Thema hilft die Energieberatung der Verbraucherzentrale.

In Flensburg findet die Energieberatung der Verbraucherzentrale dienstags und donnerstags in der Beratungsstelle Flensburg, Schiffbrücke 65, statt. Jetzt unter 0461 / 28 604 oder 0800-809 802 400 (kostenfrei) anmelden!

In Schleswig-Holstein findet die Energieberatung der Verbraucherzentrale in nahezu 20 Städten statt:

Niebüll . Flensburg . Husum . Heide . Rendsburg . Neumünster . Schleswig . Kiel . Eutin . Lübeck . Bad Segeberg . Bad Oldesloe . Kaltenkirchen . Norderstedt . Mölln . Geesthacht . Elmshorn . Pinneberg

Persönliches Beratungsgespräch ab 5 Euro pro 30 Minuten.

Sie möchten wissen, wo und mit welchen Mitteln Sie in Ihrem Haus oder ihrer Wohnung Energie einsparen können? Dann nutzen Sie unsere Energie-Checks vor Ort ab 10 Euro! Mehr Informationen gibt es auf www.vzsh.de.

Alle Beratungsangebote werden durch das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) gefördert und sind deshalb besonders kostengünstig. Das persönliche Beratungsgespräch orientiert sich an den individuellen Anliegen der Verbraucher und erfolgt ohne Rücksichtnahme auf kommerzielle Interessen. Für einkommensschwache Haushalte sind die Energieberatungs-Angebote der Verbraucherzentralen sogar kostenlos.

Glasfaser ist grün – Stadtwerke versorgen Flensburg zukünftig flächendeckend mit schneller Glasfaser

Stadtwerke werden wieder das komplette Produktsortiment der Telekommunikation anbieten

Pressemitteilung der Stadtwerke Flensburg: Grünes Licht vom Aufsichtsrat der Stadtwerke Flensburg für die flächendeckende Versorgung von Flensburg, Glücksburg und Harrislee mit schnellem Internet. Der Flensburger Energieversorger wird in den nächsten Jahren allen Privathaushalten und Geschäftskunden einen Glasfaseransschluss mit hohen Übertragungsraten anbieten.

Seit rund 20 Jahren investieren die Stadtwerke Flensburg in den Ausbau ihrer Glasfaser-Netze. Zum Einen um den eigenen Energiepark optimal zu steuern, zum anderen um Geschäftskunden an dieses Hochgeschwindigkeitsnetz anzubinden. Seit einigen Jahren nimmt der Bandbreitenbedarf für Privathaushalte so rasant zu, dass die alten Kupfernetze der klassischen Kabel- und Telekommunikations-Anbieter nicht mehr mithalten können. Daher haben die Stadtwerke entschieden, weiterhin ihr rund 440 km umfassendes Glasfasernetz ab 2016 kontinuierlich auszubauen und nun zusätzlich auch nach und nach allen Privathaushalten in Flensburg, Glücksburg und Harrislee stadtteilweise die Möglichkeit zu bieten sich an die neue Welt der Kommunikation anzuschließen. Dazu werden in den nächsten Jahren mehrere Tausend Kilometer Glasfaserkabel unter die Erde gebracht. Die Glasfaser ist die Basis zur Nutzung neuer Möglichkeiten, sei es in der Telemedizin, im E-Learning, im E-Government oder einfach beim hochauflösenden Fernsehen, der Nutzung von Streaming-Diensten oder Mediatheken.
Maik Render, Geschäftsführer der Stadtwerke, sieht die dringende Notwendigkeit für die Entscheidung zum Glasfaserausbau: „Wir erschließen heute die Geschäftsfelder von morgen, denn der Druck auf die Energieversorgungsunternehmen ist in Deutschland nach wie vor enorm hoch. Wir investierten mit dem Glasfaserausbau einen hohen, zweistelligen Millionenbetrag in die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit unserer Region. Denn nur wenn wir jetzt handeln, können wir die stetig wachsenden Anforderungen an die digitalen Übertragungsraten erfüllen. Glasfaser ist nach unserer und nach Expertenmeinung das Kommunikationsmedium der Zukunft. Das bestätigt die weltweite Entwicklung. Hier sind viele Länder Europas deutlich weiter mit dem Ausbau als wir in Deutschland. Wir werden unseren Bürgern hier in der Region eine sehr hohe digitale Lebensqualität bieten und Geschäftsleuten und Industriebetrieben die Zukunftsfähigkeit sichern.“foto-stadtwerke-flensburg-glasfaser-ist-gruen

Die Stadtwerke werden dabei aber nicht „nur“ mit dem Glasfasernetz die technischen Voraussetzungen für die schnelle Datenübertragung schaffen, sondern dem Endkunden das komplette Produktsortiment der Telekommunikation anbieten, wie das früher schon die Stadtwerke-Tochter komtel getan hat. Ulla Meixner, Leiterin des eigens für das Glasfasergeschäft neu geschaffenen Geschäftsbereiches Telekommunikation, erläutert detaillierter: „Wenn der Kunde wissen will, was er tatsächlich für seine Telekommunikationsdienstleistung zahlen soll, findet er das meist nur in den kleingedruckten Vertragsbedingungen. Genauso wie die Übertragungsgeschwindigkeit – die Bandbreite. Weiche Formulierungen wie „Bis zu… Mbit/s“ sind üblich. Wir werden das als Stadtwerke anders machen und für jeden auf den ersten Blick faire, transparente und verlässliche Produkte anbieten.“ Mit dem Produktnamen „Förde-Flat“ betonen die Stadtwerke ihr regionales Engagement und bieten zunächst zwei Standard-Produkte an. Je nach Bandbreitenbedarf kann sich der Kunde für 60 Mbit/s im download und 15 Mbit/s im upload oder für 120 / 60 Mbit/s entscheiden. „Und zwar echte 120 Mbit/s, nicht bis zu“, betont Ulla Meixner. „Kurze Vertragslaufzeiten und Kündigungsfristen sind bei uns selbstverständlich. Wir vertrauen auf unser gutes Angebot und einen kundenorientierten Service, wie ihn Stadtwerke-Kunden gewohnt sind.“

„Für Geschäftskunden wird es mit Förde-Flat Business auch Standard-Produkte und zwar mit symmetrischen Bandbreiten geben“, erläutert Matthias Winter, Vertriebsleiter Telekommunikation. „Aber selbstverständ-lich haben wir auch individuelle Lösungen für Unternehmen mit speziellen Anforderungen im Angebot. Bereits heute versorgen wir rund 70 Unternehmen der Region mit High Speed Internet. Der Bandbreite ist dabei grundsätzlich keine Grenze nach oben gesetzt“.

Zwei besondere Highlights machen das Stadtwerke-Angebot noch interessanter: Die Telefonie-Flatrate gilt nicht nur im deutschen, sondern auch für Anrufe ins dänische Festnetz. Und es wird ein reines Internet-Produkt geben. Wer also weder Telefon noch TV über Glasfaser möchte, findet hier den passenden Tarif.

Der große Vorteil von Glasfaser ist die hohe Stabilität und Geschwindigkeit der Datenlieferung, gerade wenn eine Glasfaserleitung wie beim Stadtwerke-Anschluss bis ins Haus oder die Wohnung des Nutzers gelegt wird. Die Übertragungsraten bleiben dabei immer kon-stant so hoch wie der Nutzer sie mit seinem Produkt gebucht hat, egal wie viele andere Nutzer gerade im Internet surfen. Dies ist bei Kupfer- oder Koaxialka-belanschlüssen nicht der Fall. Hier sinken die Datenübertragungsraten kontinuierlich mit jedem Nutzer, der online geht. Wer zu Hauptzeiten einen Film herunter laden oder streamen wollte, hat dies sicher schon bemerkt

Kinderarmut in Flensburg: Was tun! – Diskussion und Vortrag mit Leiv Eirik Voigtländer am 29.09.2016 im Brasseriehof

Donnerstag, 29. September 19:00 Uhr
Brasseriehof-Café
Große Straße 42 – 44, 24937 Flensburg

Auch der Mindestlohn hat nichts daran geändert: In Schleswig-Holstein und auch in Flensburg leben überdurchschnittlich viele Kinder in Armut.
Die Frage ist, wollen wir das weiter hinnehmen oder versuchen wir, etwas dagegen zu unternehmen?
Dr. Leiv Eirik Voigtländer hat mit seiner Arbeit „Armut und Engagement“ einen gesellschaftlichen Teilbereich des Lebens in Armut beleuchtet. Am 29.9. wird er ab 19 Uhr im Brasseriehof ein Impulsreferat zum Thema Kinderarmut und deren Bekämpfung halten.
Anschließend wünschen wir uns eine angeregte Diskussion zwischen engagierten Einwohner*innen und Menschen, die beruflich mit dem Thema beschäftigt sind.

Der Eintritt ist frei.

Mehr zur Veranstaltung auf Facebook unter: https://www.facebook.com/events/1775410752738178/

Honky Tonk Kneipenfestival am 24.9.2016 in Flensburg!

1 Stadt, 1 Nacht, 18 Bands & 4 DJs in 20 Locations

honky-tonk24 – 9 – 16 – 20 – das sind die Glückszahlen für eine unvergessliche Festivalnacht! Denn am Samstag, 24. September ist es wieder soweit, die neue Ausgabe des legendären Honky Tonk Kneipenfestivals Flensburg wird zum 16. Male die City von Deutschlands nördlichster Stadt in eine bunte Partymeile verwandeln. Wir präsentieren jede Menge Hand gemachter Livemusik von Blues und Soul über Rock’n’Roll und Pop bis Party und Salsa. Gehen Sie mit uns auf eine spannende Reise durch die Musikgeschichte und genießen Sie coole Drinks und heiße Rhythmen.

Das Honky Tonk® Team und unsere Partner aus der Gastronomie sowie unsere Festivalpartner wünschen Ihnen einen schönen Abend, viel Spaß und vor allem eine gute Kondition!

Eine Veranstaltung des Honky Tonk® Büros Nord in Zusammenarbeit mit der Blues Agency Schweinfurt e.K.

Hier geht´s zum Programmflyer

Mehr auf http://www.honky-tonk.de/flensburg

Stadtwerke Flensburg erneuern Fernwärmeleitung – Wichtiger Leitungsschacht in der Apenrader Straße wird noch vor der Heizperiode saniert

Verkehrsbehinderungen durch Teilsperrung der Apenrader Straße und kurzfristige Unterbrechungen der Fernwärmeversorgung

Flensburg: Anfang der nächsten Woche sanieren die Stadtwerke einen ihrer wichtigsten Fernwärme-Leitungsschächte in Flensburgs Norden an der Kreuzung Apenrader Straße und Tondernweg.

In dem Fernwärmeschacht, durch den eine große 500 mm und eine 200 mm „dicke“ Fernwärmeleitung führen, müssen dringend vor Beginn der Heizperiode mehrere Reparaturen durchgeführt werden, damit die Wärmeversorgung im Winter sicher funktioniert. So halten die Armaturen nicht mehr dicht und müssen ausgetauscht werden. Die beiden großen Leitungen selbst sind zum Teil vorgeschädigt, so dass sie ebenfalls zu reparieren sind. Nach den Arbeiten sind die Leitungen erneuert, so dass deswegen längerfristig keine Eingriffe mehr zu erwarten sind.

Mehrere Absperrarmaturen mit den entsprechenden Rohren, die im Schacht verbaut bzw. verschweißt werden. Die Armatur für die 500 mm-Leitung wiegt allein 1,2 Tonnen.

Mehrere Absperrarmaturen mit den entsprechenden Rohren, die im Schacht verbaut bzw. verschweißt werden. Die Armatur für die 500 mm-Leitung wiegt allein 1,2 Tonnen.

Die Vorbereitungen haben bereits in der 35. Woche begonnen. Teils über Nacht bereiten die Stadtwerke alles so weit wie möglich vor, damit Unterbrechungen der Fernwärmeversorgung so kurz wie möglich ausfallen. Ab Montag-Nachmittag 17:00 Uhr bis Mittwoch-Morgen gegen 6:00 Uhr müssen die Anwohner aber in den Flensburger Stadtteilen nördlich der Terassen- und rund um die Apenrader Straße mit teilweise mehrstündigen Unterbrechungen der Fernwärmeversorgung rechnen. Betroffen sind Haushalte im Bereich in Klues, Ostseebad, Wassersleben, Ramsharde und Kupfermühle.

Nachdem die Fernwärmeleitungen vom Netz getrennt sind, beginnen die Stadtwerke noch am Montagabend den 26. September mit der Entleerung der Leitung. Wenn das Wasser entfernt ist, wird noch in der Nacht mit den Schweißen begonnen.

Carsten Schreiber, als Techniker bei den Stadtwerken für die Baustelle verantwortlich, erklärt: „Wir arbeiten ab Montagabend Tag und Nacht in mehreren Schichten ohne Unterbrechung durch, um die Beeinträchtigungen in der Fernwärmeversorgung so kurz wie möglich zu halten. Darüber hinaus werden wir zusätzlich Provisorien und Umleitungen einrichten, damit Fernwärme und Warmwasser weiter fließen können.“ Vadim Korogodski, Abteilungsleiter Fernwärme ergänzt: „Wir versuchen, in unserer Baustellenplanung immer alles zu berücksichtigen, aber den richtigen Zeitpunkt für eine Reparatur gibt´s eigentlich nie. Das ist immer ein Kompromiss. Im Sommer, wenn nur wenig Wärme benötigt wird, haben wir viele Touristen in der Stadt und wollen den Verkehr nicht behindern, im Winter sind zwar kaum Touristen da, aber wir können die Fernwärmeversorgung aus naheliegenden Gründen nicht unterbrechen. Wir haben diese Baustelle jetzt in die Zeit nach den Sommerferien und vor die Heizperiode gelegt und alles getan, um eine möglichst kurzfristige Reparaturdauer zu gewährleisten. Schneller geht so eine Aktivität aus unserer Sicht nicht.“

Damit an der Baustellen richtig gearbeitet werden kann und ausreichend Platz für Geräte und Maschinen vorhanden ist, muss die Apenrader Straße im Bereich Tondernweg ab Montag dem 26. September bis Freitag 30. September komplett für den Verkehr gesperrt werden. Auch wenn das Ende der Arbeiten an der reinen Wärmeversorgung für Mittwoch geplant ist, sind noch umfangreiche Nacharbeiten im Schacht notwendig. So dauert das Isolieren der Leitungen und Bauteile einen und das Wiederherstellung der Schachtdecke aus Beton einen weiteren Tag.

Die Umleitung stadtein- bzw. stadtauswärts läuft über verschiedene Straßenzüge, da es aufgrund des Bus- und LKW-Verkehrs sonst bei einer Begegnung zu eng werden würde. Die Strecken sind ausgeschildert und Details auf dem Verkehrsticker der Stadt Flensburg gelistet.

Arne Jansen Trio am 23.09.2016 im Flensburger Kühlhaus

load images

Arne Jansen Trio

am 23.09.2016, um 20 Uhr im Kühlhaus, Mühlendamm 25, Flensburg

Das neue Album Nine Firmaments enthält viele „Songs ohne Worte“, von
denen manche so schnell und ohne Umwege ins Bewusstsein wandern,
als seien sie dort schon immer zuhause gewesen.

„Jansen kann wunderbar lyrische Geflechte zaubern, vertrackte Themen
aufflackern lassen und auch mal rockige Explosivität zelebrieren:
Das Trio des Gitarristen Arne Jansen ist ein sinnlich-intellektuelles Vergnügen.“ (Jazzzeitung)

Melodiöse Stücke, transparente Arrangements und ein warmer Gitarrensound
gehören bis heute zu Jansens Markenzeichen.

Sein neues Album Nine Firmaments enthält viele „Songs ohne Worte“, von denen
manche so schnell und ohne Umwege ins Bewusstsein wandern, als seien
sie dort schon immer zuhause gewesen.
Jansen bevorzugt klare Linien und vermeidet jede plakative Artistik.
Der Gedanke, durch gezielte Wahl der Mittel intensivere Atmosphären und
stärkere Aussagen zu entwickeln, motiviert ihn heute mehr denn je.

Hier geht es zu den Vorverkauftickets

Mehr Informationen auf der Website

Tag der offenen Tür am 17.9.2016 in der neuen Flüchtlingsunterkunft am Friedensweg

Flensburg. Das Einwanderungsbüro der Stadt Flensburg, Fachbereich Einwohnerservice und Willkommenskultur, lädt alle Anwohnerinnen und Anwohner sowie Interessierte am Samstag, 17. September von 15-18 Uhr  zum „Tag der offenen Tür“ in die Asylbewerberunterkunft Friedensweg 82, 24941 Flensburg, ein.

Nach Fertigstellung der Unterkünfte im Friedensweg (Stadtteil Weiche) und begonnener Belegung möchte die Stadt Anwohnern und Interessierten die Gelegenheit bieten, sich ein Bild vom Wohnen und Leben vor Ort zu machen. Eine fertig eingerichtete, noch nicht bezogene, Wohneinheit steht hierfür zur Besichtigung bereit.

Als fachliche Ansprechpartner und Ansprechpartner für Informationen und Austausch stehen Mitarbeiter der Stadt Flensburg, der Flüchtlingsbetreuung der Arbeiterwohlfahrt (AWO) und der Ehrenamtsinitiative „Win – Willkommen in Weiche“ zur Verfügung.

Für den Erhalt des Schleswig-Holsteinischen Landestheaters – Zwölf Anmerkungen zur prekären Lage der Theater und der dort Arbeitenden

Angesichts des Dauerkonfliktes um den Erhalt des Schleswig-Holsteinischen Landestheaters und der Theaterstandorte möchten wir allen kulturinteressierten LeserInnen einen Beitrag von Albrecht Müller, Autor und Redakteur der  nachdenkseiten wärmstens empfehlen. Albrecht Müller beleuchtet zwar die Lage der Theater und der dort Arbeitenden in ganz Deutschland. Dennoch lassen sich viele seiner Ausführungen auch auf die Situation des Schleswig-Holsteinischen Landestheaters und der dort Beschäftigten übertragen.

Zwölf Anmerkungen zur prekären Lage der Theater und der dort Arbeitenden

Datum: 14. September 2016 um 8:58 Uhr
Rubrik: Das kritische Tagebuch
Verantwortlich:

Das Theater war jahrhundertelang Teil der Unterhaltung und zugleich ein wichtiges gesellschaftskritisches Medium. Jetzt droht es in die Mühlsteine der Spar-Ideologie zu geraten und wird von Sponsoren „gerettet“. Das hat Folgen. Darüber habe ich mich mit einem Theatermann ausgetauscht und hier aufgeschrieben, was ich dabei lernte. – Eine Bitte an unsere Leserinnen und Leser: Geben Sie bitte diesen Text, wenn Sie ihn interessant finden, an Ihre Freunde und Bekannten im Umfeld des Theaters, an Kommunalpolitiker und an andere Interessierte weiter – per Email oder ausgedruckt. Die Diskussion über die hier angerissenen Fragen ist wichtig. Hier finden Sie diesen Text auch als PDF. Albrecht Müller.

Zwölf Anmerkungen zur Lage der Theater, der SchauspielerInnen und der anderen Mitwirkenden

  1. Die Ausgangslage: Theater wurden und werden zum Teil immer noch in öffentlicher Verantwortung betrieben, und subventioniert. Dem Theater soll so eine Chance gegeben werden, sich auch mit Dingen zu beschäftigen, deren Verkäuflichkeit nicht oder nur begrenzt sicherzustellen ist. Und sie sollen mittels ihrer nicht marktgerechten Eintrittspreise auch Menschen zugänglich sein, die sonst nicht oder nur unter Opfern die Chance hätten, ins Theater zu gehen.
  2. Die Kürzungspolitik (Steuerstreichungen bzw. -senkungen, Schwarze Null, Schuldenbremse) der Bundesregierung verknappt die Möglichkeiten und die Bereitschaft der theatertragenden Städte und Gemeinden, die (nicht gesetzlich festgeschriebene) „Kultur“ angemessen zu erhalten. Der Föderalismus erweist sich als kulturpolitisch kontraproduktiv. In den Ländern gibt es gegen diese Politik keinen wirklichen Widerstand. Die Länder ziehen in der Regel am gleichen Strang wie der Bund, sie sind propagandistisch und ideologisch auch auf dem Sparmodus. Die Theater und die dort Arbeitenden sind ein nahe liegendes, leichtes Opfer.
  3. Die jährlichen Tarifsteigerungen des öffentlichen Diensts gehen zunehmend zu Lasten der Theater, sie werden nicht ausgeglichen. Als Kompensation wird eine Erhöhung der eigenen Einspielergebnisse verlangt. Es handelt sich so um eine schleichende Kommerzialisierung. Unternehmensberater werden angestellt, die Rentabilität der Häuser zu verbessern.
  4. Die Folge: Der Sinn der öffentlichen Verantwortung für die Theater, anders ausgedrückt, der Subventionsauftrag und -zweck, wird unterminiert, die Spielpläne berücksichtigen immer stärker Verkäuflichkeitsgesichtspunkte. Zum Beispiel: Von den (vermutlich) 38 Stücken Shakespeares erreichen bestenfalls noch sechs die jährlichen Programme der Theater (EIN MITTSOMMERNACHTSTRAUM als EIN SOMMERNACHTSTRAUM, WAS IHR WOLLT, ROMEO UND JULIA, HAMLET, RICHARD III., WIE ES EUCH GEFÄLLT). Pointiert formuliert: Die Spielpläne gleichen sich wie ein Ei dem anderen.
  5. Die unmittelbaren internen Konsequenzen der zunehmenden Finanznot sind:
    • Ensembles und Compagnien werden verkleinert; einzig die Oper kommt regelmäßig nahezu ungeschoren davon,
    • der Produktionsausstoß wird erhöht,
    • die Gagen sinken,
    • die Ausstattungsetats werden zusammengestrichen,
    • es werden Stellen im Bereich der künstlerischen Produktion, beispielsweise bei den Assistenten der Regie und der Bühnen- und Kostümbildner gestrichen; das sind Plätze, die einmal als Ausbildungsplätze verstanden wurden.
    • die Dramaturgie wird zur Marketingabteilung umgeformt.
  6. Die soziale Verunsicherung der Schauspielerinnen und Schauspieler und der auf sie ausgeübte Druck sind besonders markante Folgen der Entwicklung. Menschen, die oft zur kritischen Intelligenz zählten, unterliegen heute einem besonderen Druck zur Anpassung. Wir haben in den NachDenkSeiten auf das einschlägige Interview der Frankfurter Rundschau mit dem Schauspieler Ulrich Matthes hingewiesen. Siehe hier und hier Ulrich Matthes: FR. Dort äußerte sich der bekannte Schauspieler so: „Ich finde die Medienkritik absurd. Wir haben in Deutschland absolute Qualitätsmedien. Das ist einfach so.“ – Diese weltfremde und unkritische Einlassung ist ein deprimierendes Zeichen für den Verlust des Willens und der Fähigkeit zur kritischen Beleuchtung des Geschehens, die eigentlich Sache des Theaters und der Theaterleute sein sollten.
  7. Die externen Wirkungen äußern sich – verstärkt seit der Abwicklung des staatlichen Schiller Theaters in Berlin 1993 – in Schließungen, Zusammenlegungen, Reduktion der Sparten, die fast immer von oft monatelangen lokalen Querelen begleitet werden. Dies führt oft zu einer allgemeinen Abneigung gegen die Theaterleute, „die immer mehr Geld wollen und immer ’auf Krise machen’“. Die Zerstörung von Infrastrukturen und damit des unmittelbaren Lebensraums der Bürger ist so fortgeschritten, dass Theater zunehmend als ein entbehrlicher Luxus erscheinen muss. Die für diese Entwicklung verantwortlichen Politiker müssen folglich keine ernsthafte Einbuße an Wählerstimmen fürchten, wenn sie ein Theater schließen, im Gegenteil. Die Maßnahmen folgen einem Plan und scheinen deshalb logisch zu sein: Einsparen. Strukturelle Erwägungen, also die Fragen danach, was die Ausdünnung der Theaterszene für die Lebensqualität einer Kommune zumindest auf mittlere Sicht bedeutet, spielen keine Rolle.
  8. Die aus „der Politik“ an die Theater herangetragene Aufforderung, anstelle der ausbleibenden öffentlichen Förderung Sponsorengelder anzuwerben, übersieht, dass solche Gelder der „Imagepflege“ der Geber dienen sollen. Kritische Inhalte finden keine Sponsoren. Auf dem Höhepunkt der „Occupy“-Bewegung ließ sich der Frankfurter Intendant Reese für sein FAUST-Projekt zur Eröffnung der „Goethe-Wochen“ 2012 eine halbe Million Euro von der Deutschen Bank schenken. Das ist die Berührungsgrenze, jenseits derer Kapitalismuskritik den Sponsor verschreckt. Die Frage, inwieweit ein derart „gekauftes“ Theater noch seinem mit der öffentlichen Förderung (Subvention) verbundenen Auftrag (siehe oben) gerecht werden kann, stellen weder die Politiker noch die Theaterleute.
  9. Die weltweit bereits übliche Finanzierung kultureller Produktionen durch Sponsoren wird die zweifelhafte Zukunft sein, zumal Handelsabkommen wie TTIP eine öffentliche Förderung (auch von Rundfunkanstalten) dann als (handelsrechtlich strafbare) Wettbewerbsverzerrung einstufen, wenn sie nicht auch der kommerziell orientierten Produktion zuteil wird. Übrigens haben die USA das 2005 mühsam ausgehandelte, aber bis dato nahezu wirkungslose „Übereinkommen über den Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen“ der Vereinten Nationen, welches an diesem Punkt Differenzierungen anzubringen sich bemüht, nicht unterzeichnet.
  10. Der fortschreitende Wegfall der öffentlichen Förderung verformt die Theaterproduktion selbst. An die Stelle der lokalen stehenden Theater mit ihren festen Ensembles treten internationale Festivalkartelle, die gemischt finanzierte Produktionen verschiedener künstlerischer Gruppierungen herstellen und oft jahrelang untereinander austauschen (die Entwicklungen am Schauspielhaus Bochum und der Berliner Volksbühne bilden die jüngsten Belege). Die subventionierten Schauspielhäuser stellen in diesem Falle willkommene Sparschweine dar, die Kulturdezernenten können sich einbilden, ihre Theater relativ preiswert mit einer Aura internationaler Avantgarde zu überziehen, dem Publikum wird der Mund mit dem weltweiten Renommée der auftretenden Künstler wässrig gemacht – so zum Beispiel mit Kevin Spacey als Richard III. oder Juliette Binoche als Antigone in Recklinghausen – , das gesamte regionale und städtische Bezugssystem eines Theaters fällt in sich zusammen. Lediglich in den Zentren werden sich einige Häuser erhalten, die noch an die ursprünglichen künstlerischen, literarischen und dramengeschichtlichen Wurzeln ihrer jeweiligen Standorte erinnern.
  11. Dem Theater fehlt ein unabhängiger organisatorischer Verband, der es den Künstlern erlauben würde, diese Entwicklung zu bekämpfen und Alternativen zu diskutieren. Der Deutsche Bühnenverein setzt sich aus Theaterleitungen und „Rechtsträgern“, d. h. den Vertretern der kommunalen Politik, zusammen. Ihm ist daher daran gelegen, die Lage zu beschönigen, wie seine letzte Theaterstatistik hinlänglich beweist. Die dem Bühnenverein gegenüber stehende viel zu kleine Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger ist mit einer kulturpolitischen Aufgabe dieser Größenordnung überfordert.
  12. Die Theaterkunst ist, seit ihrer Erfindung, vor allen anderen Künsten Teil des Selbstverständigungsprozesses einer Gesellschaft, der auch diejenigen umgreift, die es nicht besuchen. Wird unter dem Einfluss von neoliberalen Slogans wie „There is no such thing as society“ (M. Thatcher), dieser Prozess verlangsamt, behindert, unterbrochen oder gar angehalten, verliert das Theater seine Lebenskraft wie der Riese Antäus, den Herakles vom Boden hebt und erwürgt. Das oben erwähnte Interview mit dem Schauspieler Matthes, seines Zeichens Direktor der Sektion Darstellende Kunst an der Akademie der Künste Berlin, beweist, dass diese Einsicht gegenwärtig nicht nur verschüttet ist, sondern überdies mehr oder weniger schroff dementiert wird. Damit verkommt das Theater zu einem den Status quo verzierenden Spektakel, dessen kulturbetriebliche Selbstgenügsamkeit es allen wesentlichen Kräften, die auf Veränderung drängen, entfremdet.
    Es stellt sich die Frage, ob diese Fehlentwicklung noch aufgehalten werden kann.
%d Bloggern gefällt das: