Europa-Universität Flensburg startet Fortgeschrittenen-Sprachkurse für studierfähige Flüchtlinge aus Schleswig-Holstein

Uni will geflüchteten Menschen den Zugang zum Studium ermöglichen

Bewerbung ab sofort möglich

Knapp 100 000 Euro hat die Europa-Universität Flensburg vom Deutschen Akademischen Auslandsdienst (DAAD) für die Integration von Flüchtlingen ins Studium eingeworben. „Unser Ziel ist es, geflüchteten Menschen zum Wintersemester 2016/2017 die Aufnahme eines regulären Studiums zu ermöglichen“, sagt Charlotte Fiala, die das DAAD-Programm an der Uni leitet. „Dafür müssen sie allerdings Deutsch oder Englisch auf Uni-Niveau sprechen. Da das die wenigsten tun, richten wir mit dem Geld vom DAAD gezielte sprachliche Vorbereitungskurse ein“.

Die Hochschule möchte drei Sprachkurse für insgesamt 30 geflüchtete Studierende anbieten: Zwei Deutsch- und einen Englischkurs. In insgesamt 200 Stunden erhalten hier studierfähige Geflüchtete die Möglichkeit, Deutsch bis zur Stufe B2 oder C1 (fortgeschrittenes Kompetenzniveau) und Englisch bis Stufe B2 (Selbständige Sprachverwendung) zu erlernen. Die Sprachkurse sollen im Mai starten. Bereits jetzt werden die ersten Sprachtests an der Universität durchgeführt.

„Wir suchen Geflüchtete, die in ihrem Heimatland mindestens einen mit dem Abitur vergleichbaren Abschluss erlangt, einen Integrationskurs oder mehrere Deutschkurse absolviert haben und die in der Lage sind, Deutsch oder Englisch selbstständig zu verwenden“, erklärt Charlotte Fiala. Flüchtlinge, die gerade erst damit beginnen, Deutsch zu lernen, sind nicht die Zielgruppe dieses Programms: „Deutschkurse für Anfänger werden bereits von anderen Anbietern erfolgreich angeboten. Wir sind dazu verpflichtet, die Gelder des DAAD zielgerichtet für diejenigen einsetzen, die noch dieses Jahr ein Studium aufnehmen könnten“.

Die Sprachkurse sind nicht die einzige Unterstützungsmaßnahme, die die Europa-Universität Flensburg mit den Zuwendungen des DAAD finanziert. Auch eine besondere Trainerstelle für die sogenannten „Campus Engel“ der Uni wird aus DAAD-Mitteln bezahlt. Bei den „Campus Engeln“ handelt es sich um einen einzigartigen Service der EUF: Speziell ausgebildete Studierende helfen bei Fragen rund um den Studienstart weiter. Owais Tokhi, der selbst aus Afghanistan geflüchtet ist und an der Europa-Universität Flensburg im Masterstudiengang „European Studies“ eingeschrieben ist, unterstützt die Campus Engeln im Umgang mit Geflüchteten.  „Ich wäre froh gewesen, nach meiner Flucht aus Afghanistan diese Art von Hilfe für meinen eigenen Studienstart vorzufinden“, sagt der 32-Jährige. „Ich freue mich, dass ich nun anderen helfen kann“.

Qualifizierte geflüchtete Studienkandidatinnen und -kandidaten, die sich für einen Deutsch- oder Englischkurs an der EUF interessieren, sollen am besten noch in dieser Woche oder Anfang nächster Woche zur persönlichen Registrierung für die Aufnahmetests in die Lobby des Erweiterungsbaus kommen. Die EUF möchte insbesondere auch geflüchtete Frauen zur Bewerbung anregen.

Die aktuellen Termine für Registrierung und Teilnahme an den Einstufungstests sind auf der Internetseite des Vorbereitungskurses (Propädeutikum) für geflüchtete Studieninteressierte zu finden:

www.uni-flensburg.de/proref

Für Rückfragen: Dr. Charlotte Fiala, Leiterin des DAAD-Integra-Programms an der EUF,

Tel.: 0461/805 2350 oder Email: propaedeutikum@uni-flensburg.de

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