Tagungen am 25.11. und 28.11.2015 zum Thema Auseinandersetzungen um Unterkünfte von Geflüchteten in Schleswig-Holstein

Tagungen in Schleswig und Norderstedt:
Auseinandersetzungen um Unterkünfte von Geflüchteten – Konflikte konstruktiv lösen. Rechter Hetze entgegentreten.

Ein Veranstaltungshinweis von Suzanne Vogel

Verschiedene Akteur*innen, die in Schleswig-Holstein zu den Themen Rechtsextremismus und Geflüchtete arbeiten, laden zu landesweiten Fachtagungen am 25.11. in Schleswig und am 28.11. in Norderstedt ein. Hier gibt´s den zugehörigen Flyer Fachtagung

Die Unterbringung von Schutzsuchenden ist derzeit ein Thema, um das es regional und bundesweit zu bisweilen erbitterten Auseinandersetzungen kommt. FachtagungenWie positionieren sich Unterstützer*innen vor Ort in der z.T. kontroversen Debatte um die Flüchtlingsaufnahme? Was tun, wenn sich Gegner*innen einer aktiven Willkommenskultur für Flüchtlinge lautstark und ggf. aggressiv bemerkbar machen? Wie kann dem entgegengewirkt werden, dass in Nachbarschaften neuer Unterkünfte bestehende Besorgnissen von rassistischen Interessensgruppen instrumentalisiert werden? Welche Möglichkeiten der Vernetzung bestehen für die Aktiven? Zu diesen und weiteren Fragen der Teilnehmer*innen wünschen sich die Veranstaltenden der Fachtagungen einen praxisorientierten Austausch.
„Unsere Tagungen finden in bewegten Zeiten statt“, erklärt Andrea Dallek vom Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein. „Täglich kommen weit über 500 Flüchtlinge im Bundesland an. Einige sind sie auf Durchreise, andere wollen bleiben. Sie treffen auf Solidarität und Hilfsbereitschaft. Doch es gibt auch Kritik und Anfeindungen. Flüchtlinge haben aber ein unveräußerliches Recht auf eine menschenwürdige Unterbringung und gute soziale Versorgung. Das ist nicht verhandelbar.“
„Es ist wünschenswert, dass die Unterkünfte kleiner und dezentraler sind“, befindet Torsten Döhring, Vertreter des Landesflüchtlingsbeauftragten. „Zuvorderst geht es jedoch um zeitnahe Unterbringung. Die Verweildauer in Erstaufnahmeeinrichtungen sollte hierbei möglichst kurz gehalten werden. Anschließend müssen und die Menschen in kleinen, dezentralen Unterkünften in Städten und Gemeinden untergebracht werden, wo sie sich integrieren können.“
Nils Raupach, Berater gegen Rechtsextremismus bei der Aktion Kinder und Jugendschutz S-H e.V. warnt: „Bei öffentlichen Infoveranstaltungen zu geplanten Unterkünften werden immer wieder teilweise diffuse Ängste von Anwohner*innen vorgetragen. Anschläge auf geplante Unterkünfte häufen sich. Auch in unserem Bundesland versuchen rechte Interessengruppen, sich an die Spitze von Protesten ‚besorgter Anwohner*innen‘ zu setzen.“ Charlotte Sauerland vom Regionalen Beratungsteam gegen Rechtsextremismus in Kiel beim AWO Landesverband Schleswig-Holstein ergänzt: „Um Konflikten oder rechter Hetze entgegenzutreten ist die besondere Solidarität von Unterstützungsgruppen ebenso wie entschiedenes Handeln öffentlicher Stellen gefragt.“
„Seit Beginn des Jahres hat es allein vier Brandanschläge, sowie einen Angriff mit einer Rauchbombe auf Unterkünfte für Geflüchtete in Schleswig-Holstein gegeben“, zeigt sich Nathalie Kegel, Beraterin für Betroffene rechter Angriffe bei zebra e.V., besorgt. „Auch tätliche Angriffe auf Geflüchtete und deren Unterstützer*innen nehmen zu. Hier gilt es, sich klar auf die Seite der Betroffenen zu stellen. Die Stärkung ihrer Position, ist elementar für die Verarbeitung des Angriffs.“
„Es ist nicht hilfreich, Konflikte kleinzureden oder auszublenden“, ist Hanan Kadri vom Antidiskriminierungsverband Schleswig-Holstein e.V. überzeugt. „Unterstützer*innen von Geflüchteten, vor allem aber die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung sollten möglichst koordiniert und durchdacht vorgehen, um Konflikte zu vermeiden und rechter Hetze keinen Raum zu lassen. Hierzu wollen wir mit unseren Fachtagungen einen Beitrag leisten.“

Veranstaltende sind:
Aktion Kinder- und Jugendschutz S-H e.V.
Antidiskriminierungsverband S-H e.V.
AWO Landesverband S-H e.V.
Beauftragter für Flüchtlings-, Asyl- und Zuwanderungsfragen Schleswig-Holstein
Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein e.V.
Kreis Schleswig-Flensburg
Zebra e.V.

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Veröffentlicht am 22. November 2015, in Bürgerbeteiligung, Bildung, Flensburg News, Inklusion und Integration, Veranstaltungstipps. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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