Archiv für den Tag 9. Juli 2015

Der Buchtipp für verregnete Sommertage: „Free OZ! – Street Art zwischen Revolte, Repression und Vereinnahmung“

Inwiefern verändert der Tod des Sprayers OZ den Blick auf sein Werk?

Sven Stillich: OZ – Eine Annäherung. (Textauszug aus dem Buch „Free OZ!“)

„Bunte oder schwarze Smileys und Kringel, Tags wie USP oder DSF und immer wieder das Schriftzeichen OZ: Hamburgs berühmtester Sprayer ist im Stadtbild der Hansestadt allgegenwärtig. Auf tristen Tunnelwänden, Bunkern, Rückseiten von Verkehrsschildern hat er seine Spuren hinterlassen. Mit singulärer Hartnäckigkeit ist der 64-jährige OZ seit mehr als 20 Jahren Nacht für Nacht in Hamburg unterwegs. Er bestreitet das Vorrecht der Werbebotschaften, den öffentlichen Raum konkurrenzlos zu prägen, und reklamiert ein Recht auf Stadt für alle.

Deshalb wurde OZ zu insgesamt acht Jahren Gefängnis wegen »fortgesetzter Sachbeschädigung« verurteilt. Aus dem gleichen Grund hat er Generationen von Graffiti- und Streetartkünstlern inspiriert. Und was als »Aufstand der Zeichen« auf den Straßen der 1960er Jahre begann, ist als Urban Art längst in Galerien, Werbeagenturen und Universitäten angekommen.

In den Beiträgen des Buches werden die Strafverfahren gegen OZ als Exempel der Kriminalisierung von Streetart analysiert, der öffentliche Raum gegen seine zunehmende Privatisierung verteidigt, die Vereinnahmung von Urban Art durch Werbung und Kommerz kritisch untersucht. Das Buch würdigt das Schaffen von OZ aus künstlerischer Perspektive und geht der Frage nach, was den Menschen hinter dem legendären Kürzel bewegt.“

OZ_cover_webNach seinem Tod am 25. September 2014 äußert sich die Hamburger Kulturbehörde wohlwollend gegenüber einer Initiative, die ausgewählte Werke von OZ hinter Plexiglas konservieren möchte. Beginnt jetzt eine Musealisierung seines Werkes?
KP Flügel, Mitherausgeber des Buches “Free OZ!”, skizziert das Schaffen und Werk von OZ und den Umgang von Justiz, Politik und Kunstbetrieb mit diesem. Der Hamburger Journalist und Projektarbeiter KP Flügel ist u.a. aktiv für die »neopostdadasurrealpunkshow« auf Radio FSK; von ihm erschien 2011 in der Edition Nautilus auch “Bomb It, Miss.Tic!”, zusammen mit Jorinde Reznikoff.

Blechschmidt, Flügel, Reznikoff (Hg.): Free OZ!
Zahlreiche farbige Abbildungen, ISBN 978-3-86241-424-6, ca. 144 Seiten, Paperback, Preis 18,00 €, Verlag Assoziation A

Flensburger Netzdebatte: DIE LINKE spricht sich für den Erhalt der derzeitigen Netzstruktur und Verantwortlichkeiten aus

Die Partei DIE LINKE fordert: Kein Fußbreit der Privatisierung öffentlicher Einrichtungen und der kommunalen Infrastruktur!

Am Montag, den 13.07. wird um 16:30 Uhr im TBZ-Verwaltungsrat, Sozialraum des TBZ (Seiteneingang), Schleswiger Str. 76,  öffentlich über die Zukunft der Flensburger Entwässerung debattiert und entschieden werden.

Einen Tag später, am Dienstag, den 14.07.2015 ab 16:15 Uhr wird sich der Hauptausschuss im Europa-Raum (E 67) des Flensburger Rathauses, ebenfalls in öffentlicher Sitzung, mit dem Thema beschäftigen. Interessierte EinwohnerInnen können somit vor Ort die Debatte und Beschlussfassung mitverfolgen.

Die Linke lehnt den Vorschlag der Stadtwerke ab, den Bereich der Entwässerung in die Hoheit der Stadtwerke GmbH zu überführen.

Die Stadtwerke Flensburg GmbH sind auf dem Weg sich die lukrativsten Teile des TBZ
einzuverleiben. Das Klärwerk, das Schmutzwassernetz und die Regenwasserkanäle sind ein hohes und ausschließlich durch Gebühren finanziertes Gut.
Die Begründung für die Begehrlichkeiten der Stadtwerke ist äußerst schwach. Alle von den Stadtwerken angeführten Vorteile sind inzwischen ad absurdum geführt. Sie lassen sich entweder gar nicht, oder auch ohne Umstrukturierung realisieren. (Siehe dazu auch den Abschlussbericht der Stadtverwaltung am Ende dieses Beitrages)
Natürlich versprechen sich die Stadtwerke erhebliche wirtschaftliche Vorteile, gleichzeitig würden Macht und Bedeutung des Unternehmens wachsen.

Allerdings würde die direkte politische Kontrolle über einen wesentlichen Bestandteil der kommunalen Infrastruktur eingeschränkt und gleichzeitig in den nicht-öffentlich tagenden Aufsichtsrat der Stadtwerke Flensburg verlagert. Wichtige unternehmerische Planungen und Entscheidungen würden nicht mehr öffentlich und für die Einwohnerinnen transparent diskutiert werden. Gleiches gilt für die Flensburger Kommunalpolitiker/Innen, die ebenfalls nicht mehr vollumfänglich an Entscheidungen beteiligt werden.

Stadtwerke-Chef Maik Render hat deutlich gemacht, dass es bei einer Eingliederung der TBZ-Abteilungen aufgrund von “Synergieeffekten” langfristig zu einen erheblichen Abbau von Arbeitsplätzen kommen wird.
Bei einer Ausgliederung des wichtigsten und lukrativsten Teils des TBZ´s würde ein „Rumpf-TBZ“ über kurz oder lang in die Insolvenz gehen oder der Privatisierung anheim fallen. Das würde auf eine Zerschlagung des TBZ als Anstalt des öffentlichen Rechts hinauslaufen. Für den Gebührenzahler wäre das der Super-Gau.

Sollten nämlich die Stadtwerke – was in Zeiten von TTIP, Ceta und anderen Unwägbarkeiten durchaus drohen kann – in eine Schieflage geraten und ein Teil- oder Komplettverkauf anstehen, wären unsere Netze und damit das öffentliche Infrastrukturvermögen mitsamt seinen Erträgen ebenfalls futsch.
Wir hätten somit als Stadt keine Möglichkeit mehr auf Investitionsplanungen oder die Preisgestaltung der Gebühren Einfluss zu nehmen. Deshalb kann es nur heißen, die kommunale Infrastruktur bleibt in öffentlichen Besitz und unter direkter politischer Kontrolle!

Kein Fußbreit der Privatisierung öffentlicher Einrichtungen und der kommunalen
Infrastruktur!!

Gabriele Ritter, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Ratsfraktion DIE LINKE in Flensburg

Hier gibt es zur Flensburger Netzdebatte den oben bereits erwähnten Abschlussbericht_der_Verwaltung

Die Beschlussvorlage für die TBZ-Verwaltungsrat-Sitzung am 13.7.2015 mit der Empfehlung der Variante b) der Beschlussvorlage HA-51/2015 zuzustimmen: Das Projekt „Alle Netze aus einer Hand“ wird nicht weiter verfolgt. VTBZ.8-2015_1.–Ergaenzung

Die Beschlussvorlage für die Hauptausschuss-Sitzung am 14.7.2015 HA-51-2015

Hierzu auch der Beitrag von Holger Ohlsen vom 11.07.2015 auf shz.de Stadtwerke : Kampf um Flensburgs Kanäle unter: http://www.shz.de/lokales/flensburger-tageblatt/kampf-um-flensburgs-kanaele-id10194166.html

Siehe zum gleichen Thema auch den AKOPOL-Beitrag vom 5. Juni 2015 Nein zur Zerschlagung des TBZ und zur Privatisierung der kommunalen Infrastruktur in Flensburg! – Politische Debatte über Zukunft der Flensburger Netze und Infrastruktur nimmt Fahrt auf unter: https://akopol.wordpress.com/2015/06/05/nein-zur-zerschlagung-des-tbz-und-zur-privatisierung-der-kommunalen-infrastruktur-in-flensburg/

Initiative „Stoppt TTIP !“ Flensburg: Donnerstag, 16. Juli, 19:30 Uhr „werkstatt“ der „Ossietzky-Buchhandlung“, Große Str. 34

Liebe Freund*innen,

das darf doch nicht wahr sein – überall, ob z.B. in Husum, Schleswig oder Kiel, bilden sich Gruppen und Initiativen als unabhängige Zusammenschlüsse besorgter Bürger*innen, um „vor Ort“ aktiv gegen die neuen „Freihandelsabkommen“ Widerstand zu entwickeln, und nur in Flensburg passiert nichts?!
Das darf doch nicht wahr sein!

Stimmt – ist auch nicht richtig, hier und da gab es ja einzelne Veranstaltungen, u.a. der „Rosa-Luxemburg-Stiftung“ oder jüngst der Gewerkschaft verdi – aber eine große, gemeinsame überparteiliche Zusammenarbeit oder „Bürgerinitiative“ fehlt!

Wir wollen das ändern!
Wir laden alle interessierten WIDERSTÄNDIGEN in Flensburg (und Umgebung) ein, gemeinsam unabhängig von Parteizugehörigkeit und Weltanschauung eine

Initiative „Stoppt TTIP !“ Flensburg (Arbeitstitel)

zu gründen.
Ziel sollte es sein, eine gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit zur Unterstützung des Europa-weiten demokratischen Protests gegen die vielfach geheimen Verhandlungen um neue Freihandelsabkommen zu entwickeln – heissen sie nun TTIP (Transatlantische Freihandelsabkommen, offiziell Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft) oder CETA (Comprehensive Economic and Trade Agreement, das schon 2014 ausverhandelte und jetzt unterschriftsreife kanadisch-europäische Abkommen) oder TISA (steht für „Trade in Services Agreement“, also Abkommen zum Handel in Dienstleistungen). Sie unterhöhlen die Demokratie und gefährden massiv soziale, kulturelle und ökologische gesellschaftliche Standards – im Sinne großer Konzerne und Monopole.
Die Verhandlungen über das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA, kurz TTIP, gehen ab dem 13. Juli 2015 in Brüssel in die zehnte Runde. Darum möchten wir auch mit vielen aus Flensburg bei der Großdemonstration von Gewerkschaften, Verbänden, Initiativen und Parteien am 10. Oktober 2015 in Berlin Präsenz zeigen! „TTIP & CETA stoppen! Für einen gerechten Welthandel!“ wird es dort heissen.

Also, ihr wisst ja:
„ALLEIN machen sie dich ein“ und „Fünf Finger sind eine Faust“! (.. und was es an aufmunternden Parolen noch so gibt …) – bitte weitersagen:
Kommt am Donnerstag, den 16. Juli um 19:30 Uhr in die „werkstatt“ der „Ossietzky-Buchhandlung“, Große Str. 34 in Flensburg.

Solidarische Grüsse,
Reinhard Salamonsberger
Henning Nielsen
_____________________________________________
Tel.: (0461) 168 4948, rs oder 8403912, hn

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