Jahresabschluss 2014 der Stadtwerke Flensburg: Überschuss in Höhe von 10,9 Mio. Euro

Stadtwerke Flensburg auf sehr gutem Weg

(Pressemitteilung der Stadtwerke Flensburg) Trotz des extrem milden Klimas haben die Stadtwerke Flensburg im letzten Jahr einen Jahresüberschuss nach Steuern in Höhe von 10,9 Mio. Euro erwirtschaftet. An die Stadt Flensburg konnten zusammen mit Gewerbesteuer und Konzessionsabgabe 11,5 Mio. Euro abgeführt werden, 7,3% mehr als im letzten Jahr.

Analog zum guten Ergebnis entwickelte sich auch der Umsatz im Kerngeschäft mit Energie und Trinkwasser nach oben. Er stieg auf 376,4 Mio. Euro, im Konzern auf 392,2 Mio. Euro. Das ist eine Steigerung von mehr als 50 Mio. Euro innerhalb eines Jahres oder rund 17% im Kerngeschäft. Damit haben die Stadtwerke in den letzten 10 Jahren ihren Umsatz mehr als verdoppelt.

Maik Render, Geschäftsführer des Unternehmens freut sich über den positiven Trend: „Das ist das beste Unternehmensergebnis seit der Banken- und Wirtschaftskrise vor sieben Jahren und wir sind weiter auf einem guten Weg. Dafür bedanke ich mich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die dazu beigetragen haben. Die Sondereffekte aus dem vergangenen Jahrzehnt haben wir konsequent aus der Unternehmensbilanz bereinigt, aber die daraus entstandenen Defizite müssen wir wirtschaftlich noch weiter aufholen daher müssen wir aktuelle sowie zukünftige Investitionen aus den Einnahmen erwirtschaften. Denn wir halten natürlich an unserem CO2-Minderungsziel, das im greenco2ncept festgeschrieben ist, und unserer ökologischen Ausrichtung aus der Strategie fest, aber das ist ohne Investitionen nicht zu schaffen.“

Dr. Andreas Ostmann, als Geschäftsbereichsleiter kaufmännisches Management verantwortlich für den Jahresabschluss, ergänzt: „Das gute Ergebnis kommt vorrangig aus dem externen Stromgeschäft, mit dem wir inzwischen rund 80% unseres gesamten Umsatzes erwirtschaften. Absolut gesehen erlösen wir im Strombereich mehr als 300 Millionen Euro mit einem positivem Deckungsbeitrag.“

Strom wächst, Fernwärme niedrig, Wasser stabil
Um 27% stieg der Strom-Absatz der Stadtwerke Flensburg in 2014. Mengenmäßig entspricht allein das Wachstum im letzten Jahr ungefähr drei Viertel des gesamten Flensburger Stromverbrauchs. Die Mengenzunahme stammt vorrangig aus Kundengewinnen in ganz Deutschland aber auch im eigenen Netzgebiet konnten die Stadtwerke absatzmäßig um 3,5% zulegen. Während das Wachstum größtenteils aus dem Geschäftskundenbereich kam, konnten die Flensburger auch ihre externe Privatkundenzahl um mehr als 6% steigern, so dass fast 200.000 Haushalte ihren Strom aus Flensburg beziehen.
Dazu zählen auch viele Harrisleer. Seit Beginn 2014 sind die Stadtwerke auch Stromnetzbetreiber der Nachbargemeinde. Dadurch wächst das Stromnetz um 14% oder 153 km. Die Harrisleer sind jedoch nicht automatisch Kunden der Stadtwerke Flensburg, dieses werden sie nur, wenn sie bei den Stadtwerken anmelden.

Im Fernwärmegeschäft schlägt der wärmste Winter seit Wetteraufzeichnung voll durch. Eine kleinere Wärmemenge als im letzten Jahr haben die Stadtwerke vor 32 Jahren in 1983 abgesetzt, und in diesem Jahr gab es nur halb so viele Fernwärmeanschlüsse wie heute. Mit 870 Gigawattstunden (GWh) lag die abgesetzte Fernwärmemenge deutlich unter einem „normalen“ Fernwärmejahr mit rund 1.000 GWh. Durch die geringere Wärmeproduktion fehlen auch Stromumsätze, da Strom und Fernwärme gekoppelt produziert werden. Wird weniger Fernwärme produziert, gibt es auch keinen Strom, der an der Börse verkauft werden kann.
Die Trinkwassermenge hat sich wie in den letzten drei Jahren bei rund 4,7 Mio. m³ eingependelt. Bei dieser im Vergleich zu früher deutlich geringeren Menge müssen die Stadtwerke Rohrspülungen durchführen, um die Reinheit des Trinkwassers sicherzustellen.

Kessel 12, Umwelt und Technik
Insgesamt haben die Stadtwerke in 2014 60 Millionen Euro in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen investiert. Rund 14 Millionen mehr als in 2013. Schwerpunktmäßig ging das Geld in das Kessel 12-Projekt, mit dem die Stadtwerke ihr Kraftwerk modernisieren. Hauptprojekt ist der Ersatz zweier alter Kohlekessel durch eine neue umweltschonende Gas- und Dampfturbinenanlage, die 40% weniger CO2-Emissionen verursacht. In 2014 wurden wesentliche Meilensteine erfolgreich abgearbeitet und das 128 Millionen-Projekt befindet sich zeitlich und budgetseitig voll im Plan. Die neue Leitwarte ist weitestgehend fertig gestellt, das größte Bauteil „Gasturbine“ hat Siemens im Oktober geliefert und weitere wichtige Baugruppen befinden sich mitten in der Montagephase. Die Gasleitung ist seit Oktober 2014 in Betrieb.
In den drei vorhandenen Anlagen haben die Stadtwerke neben Kohle 32.192 t Ersatzbrennstoffe mit ca. 51,6 Prozent biogenen Anteilen sowie 266 t Holzhackschnitzel und 2.960 t Altholz verbrannt. Dadurch wurden rd. 20.409 t Kohle verdrängt (Vorjahr 21.500 t) sowie ein Ausstoß von rd. 28.048 t CO2 vermieden (Vorjahr 29.800 t).

Töchter und Beteiligungen
Mit dem Verkauf der Trigis GeoServices GmbH an deren Mitgesellschafter haben die Stadtwerke im Jahr 2014 ihre Konzernstruktur weiter gestrafft. Nur noch die Töchter der öffentlichen Daseinsvorsorge wie AktivBus Flensburg GmbH, Flughafenbetriebs GmbH, Flensburger Hafen GmbH und Förde Bäder GmbH mit dem Campusbad zählen zum Unternehmen. Alle Töchter schreiben wie in anderen Städten auch Verluste, die in der Summe von 2,6 Mio. Euro von den Stadtwerken getragen werden – zusätzlich zu den abgeführten 11,5 Mio. €.

Mitarbeiter
Im Jahresdurchschnitt hatte die GmbH – ohne Auszubildende – eine Personalstärke von 715 Mitarbeitern (Vorjahr 730). Die Zahl der Auszubildenden betrug 56 (Vorjahr 58). Im Konzern sank die Mitarbeiterzahl von 1.022 auf 906, bei Auszubildenden von 71 auf 62. Insgesamt wirkt sich hier vor allem die Bereinigung des Beteiligungsgeschäftes aus, die auch zu einer geringeren Mitarbeiterzahl führt.

Die genauen Zahlen bzw. den Geschäftsbericht der Stadtwerke und die Bilanz mit der G & V für 2014 gibt es hier: https://www.stadtwerke-flensburg.de/uploads/media/swfl-geschaeftsbericht-2014.pdf

Mehr zum Jahresabschluss der Stadtwerke auch in einem Beitrag des shz vom 23.5.2015 von Joachim Pohl  Stadtwerke: Strom spült Millionen nach Flensburg http://www.shz.de/lokales/flensburger-tageblatt/strom-spuelt-millionen-nach-flensburg-id9777571.html

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Veröffentlicht am 26. Mai 2015 in Daten und Zahlen, Flensburg News, Stadtwerke, Stadtwerke Flensburg, Wirtschaft und mit , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Ein Kommentar.

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