Stadtwerke Flensburg bauen ihr Breitbandnetz weiter aus

Alle Netze in einer Hand? Kommunalpolitik entscheidet über die Zukunft der Ver- und Entsorgungsnetze in Flensburg

Im Rahmen der kommunalpolitischen Agenda geht es in den nächsten Monaten auch um die Zukunft der Flensburger Ver- und Entsorgungsnetze. Nachdem es im letzten Jahr einen Beschluss des Hauptausschusses gab, unter dem Projektnamen „Alle Netze aus einer Hand“ in einer Feinanlyse zu überprüfen, ob es Sinn macht, den Betrieb aller Flensburger Ver- und Entsorgungsnetze in die Hand eines städtischen Unternehmens zu legen, soll jetzt die abschließende politische Debatte und Entscheidung folgen. Dass mit dem „städtischen Unternehmen“ unschwer die Flensburger Stadtwerke identifiziert werden  können, dürfte deren Chef, Maik Render, sicherlich freuen. Der wäre dann nämlich auch Herr und Gebieter über das kommunale Entwässerungs- und Abwassernetz, das derzeitig noch dem TBZ untersteht und über die Gebühreneinnahmen ein äußerst ertragreiches Geschäftsfeld darstellt. Andererseits wären damit aber auch wichtige Teile der städtischen Infrastruktur der kommunalen Kontrolle entzogen, käme dies mehr oder weniger einer Privatisierung gleich. Das wird von etlichen Kommunalpolitikern äußerst kritisch gesehen und dürfte die kommenden kommunalpolitischen Debatten daher ordentlich befeuern. Aufgrund der untenstehenden Pressemitteilung stellt sich ebenfalls die Frage: Die Stadtwerke mit einem Tochterunternehmen womöglich wieder als Telekommunikationsanbieter?

Denn kaum bekannt ist, dass die Stadtwerke Flensburg über ein eigenes, hochmodernes Breitbandnetz mit Glasfasertechnologie verfügen. Das derzeit über 400 km lange Netz reicht mittlerweise über die Stadtgrenzen hinaus und wird kontinuierlich ausgebaut. Vor allem für die Industriebetriebe ist das Netz mit seinen hohen Übertragungsraten, bis zu 1000 Mbit/s sind möglich, enorm wichtig, aber auch Neubaugebiete sollen zukünftig davon profitieren.  Mehr dazu in der untenstehenden Pressemitteilung der Stadtwerke Flensburg v. 13.05.2015.

Breitbandanschluss mit Glasfasertechnologie für Balzersen Entsorgung in Harrislee

Harrislee/Flensburg. Seit März 2015 verfügt das Entsorgungsunternehmen Balzersen über einen Breitbandanschluss in Glasfasertechnologie der Stadtwerke Flensburg. Mit einer Übertragungsrate von 100 MBit/s ist der Anschluss deutlich schneller als der bisherige Kupferanschluss.

So ist das inhabergeführte Recycling-Unternehmen auch in der Datenübertragung nicht nur auf der Höhe der Zeit, sondern auch für die Zukunft bestens gerüstet. Es kann seine digitalen Geschäfte in Lichtgeschwindigkeit abwickeln und damit auch von dieser Seite den Standort in der Region und Arbeitsplätze sichern.

Balzersen betreibt einen Containerdienst, eine Sortier- und Aufbereitungsanlage, zertifizierte Entsorgung aller Abfälle, eine eigene Deponie und Abbrüche kleiner und großer Objekte.

Kay Redetzky, Leiter der Nachrichtentechnik bei den Stadtwerken Flensburg, erklärt, wie es zu dem Anschluss kam: „Die Stadtwerke haben im letzten Jahr eine Gasleitung von Flensburg nach Ellund gebaut. Dabei wurden auch Glasfaserkabel für die Steuerung der Station mit verlegt. Seit langer Zeit war bereits bekannt, dass in den Außenbereichen von Harrislee die zur Verfügung gestellten Datenübertragungsraten stark eingeschränkt sind. So auch bei der Firma Balzersen, die direkt an der neuen Leitung liegt. Von Anfang an war ein Glasfaseranschluss der Firma Balzersen eingeplant, der nun nach Inbetriebnahme der Gasleitung realisiert wurde.“

Heinz-Gerhard Gülck, Vertriebsleiter der Stadtwerke Flensburg, erläutert, wie es weiter geht: „Grundsätzlich wollen wir unser vorhandenes, bereits über 400 km langes Glasfasernetz Schritt für Schritt ausbauen. Bei jeder Bautätigkeit werden Leerrohre verlegt, in die bei Bedarf ohne großen Aufwand Glasfaserkabel nachträglich eingezogen werden können. In allen Neubaugebieten werden wir ebenfalls die Voraussetzungen für eine Glasfaseranbindung schaffen, so dass unsere Kunden für die Zukunft gerüstet sind.“

Mehr zur Netz-Debatte:

Zur Position von Maik Render hinsichtlich der Losung „Alle Netze aus einer Hand“ ein aufschlussreicher Beitrag im Flensburg Journal vom 27. März letzten Jahres Das Projekt – Alle Netze aus einer Hand unter: http://www.flensburgjournal.de/2014/03/alle-netze-aus-einer-hand/ sowie Zukunftsstrategie für die Flensburger Versorgungsnetze -Hauptausschuss und Aufsichtsgremien beschließen Feinanalyse unter: http://www.foerdeschnack.de/zukunftsstrategie-fuer-die-flensburger-versorgungsnetze-hauptausschuss-und-aufsichtsgremien-beschliessen-feinanalyse-5116731/

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Veröffentlicht am 15. Mai 2015, in Flensburg News. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 2 Kommentare.

  1. Das „aus einer Hand“ täuscht darüber, dass es eigentlich heißen müsste: „in einer Hand“. Das ist geradezu brandgefährlich. Sollten die Stadtwerke, warum auch immer in eine Schieflage geraten und ein Teil- oder kompletter Verkauf an Investoren oder ein anderes Energieunternehmen anstehen, wären unsere Netze und damit das öffentliche Infrastrukturvermögen mitsamt seinen Erträgen ebenfalls futsch. Wir hätten somit als Stadt auch keine Möglichkeiten mehr auf Investitionen oder die Preisgestaltung der Gebühren Einfluss zu nehmen. Deshalb kann es nur heißen, die Infrastruktur bleibt in öffentlichen Besitz und unter kommunaler Kontrolle!

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  1. Pingback: Nein zur Zerschlagung des TBZ und zur Privatisierung der kommunalen Infrastruktur in Flensburg! | AKOPOL Arbeitskreis Kommunalpolitik

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