Buchtipp: „Gekaufte Zeit. Die vertagte Krise des demokratischen Kapitalismus“ von Wolfgang Streeck

Gekaufte ZeitAngesichts der derzeitigen Krisen, der Krise des Euro und der EU möchten wir auf ein aktuelles Buch von Wolfgang Streeck, Direktor des Max Planck Instituts für Gesellschaftsforschung in Köln, hinweisen.

Gerhard Klas schreibt in seiner Rezension für den Deutschlandfunk: „Wolfgang Streeck bereichert seine Analyse mit empirischem Material und prognostiziert einen weiteren Abbau des Sozialstaats in den Mitgliedsstaaten der EU, ja, er warnt sogar vor der – Zitat – „Diktatur einer kapitalistischen Marktwirtschaft“. Der Soziologe hat eine wichtige Verteidigungsschrift der Demokratie gegen den Kapitalismus vorgelegt – zwei Gesellschaftsmodelle, die für den Wissenschaftler nicht miteinander vereinbar sind.“ Gerhard Klas vollständige und außerordentlich lesenswerte Rezension gibt es auf Deutschlandfunk.de  unter: http://www.deutschlandfunk.de/wenn-politische-beschluesse-durch-weltweite-marktwirtschaft.1310.de.html?dram%3Aarticle_id=244465

Hier der Verlagstext zum Buch:

Aufklärung par excellence

Die Krise hält uns in Atem und erzeugt zugleich ein diffuses Gefühl der Ratlosigkeit. Auf schier unüberschaubare Problemlagen folgen Maßnahmen, die wie Notoperationen am offenen Herzen der westlichen Welt wirken – durchgeführt ohne Kenntnis der Krankengeschichte. So ernst die Lage ist, so wenig scheinen wir zu verstehen, was genau vor sich geht. Und wie es dazu kommen konnte.

Wolfgang Streeck legt in seiner Frankfurter Adorno-Vorlesung die Wurzeln der gegenwärtigen Finanz-, Fiskal- und Wirtschaftskrise frei, indem er sie als Moment der langen neoliberalen Transformation des Nachkriegskapitalismus beschreibt, die bereits in den 1970er Jahren begann. Im Anschluss an die Krisentheorien der damaligen Zeit analysiert er, wie sich die Spannung zwischen Demokratie und Kapitalismus über vier Jahrzehnte entfaltet hat und welche Konflikte daraus zwischen Staaten, Regierungen, Wählern und Kapitalinteressen resultierten. Schließlich beleuchtet er den Umbau des europäischen Staatensystems vom Steuer- über den Schulden- zum Konsolidierungsstaat und fragt nach den Aussichten für eine Wiederherstellung sozialer und wirtschaftlicher Stabilität.

Gekaufte Zeit zeigt, dass der gegenwärtigen Situation etwas zugrunde liegt, das uns tief beunruhigen sollte: die Transformation des Verhältnisses von Demokratie und Kapitalismus.

Wolfgang Streeck
Gekaufte Zeit. Die vertagte Krise des demokratischen Kapitalismus, Suhrkamp Verlag, 271 Seiten, 24,95 Euro ISBN: 978-3-518-58592-4

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Veröffentlicht am 6. Mai 2015, in Flensburg News. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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