Archiv für den Tag 11. November 2014

Sozialatlas 2014 für Flensburg liegt vor – Armut in der Stadt nimmt weiter zu

Immer mehr Menschen in Flensburg beziehen Sozialleistungen

Aus der Mitteilungsvorlage für die Sitzung des Sozial- und Gesundheitsausschusses am 17.11.2014:

Mit dem Sozialatlas 2014 (Datenbasis 31.12.2013) liegt der 13. Sozialstrukturbericht für die Stadt Flensburg vor.

Die Bevölkerungszahl steigt weiter an und erreicht Ende 2013 den Stand von 90.628.

Die Geburtenzahl sinkt im Vergleich zu 2012. Der Altenquotient (Einwohner/-innen ab 65 Jahren im Verhältnis zur Anzahl der 20- bis unter 65-Jährigen) stagniert. Insbesondere durch den Zuzug verläuft der „demographische Wandel“ etwas abgeschwächt.

Zum Thema Migration sind wieder aktuelle Angaben enthalten.

Anzumerken ist, dass zum 31.12.2013 gegenüber dem Vorjahresstand deutlich mehr Personen im Bezug von Sozialleistungen stehen.

Inhalt und Struktur im Sozialatlas sind gegenüber dem Vorjahr identisch. Alle Angaben zu den Bevölkerungszahlen beziehen sich weiterhin auf die Datenbestände des städtischen Einwohnermelderegisters.

Die Ergebnisse des Zensus sind nicht berücksichtigt, da die Stadt Flensburg diese für nicht nachvollziehbar hält und Widerspruch gegen die Festlegung eingelegt hat. Zudem können nur die Daten des Einwohnermelderegisters kleinräumig ausgewertet werden.

Hier geht´s zum sozialatlas 2014

Flensburger Sozialatlas 2010/11/12/13

Der Flensburger Sozialatlas mit Daten zur sozialen Situation der Bevölkerung in Flensburg

Wer sich einen Überblick über die Entwicklung der Flensburger Sozialdaten und deren Veränderung in den letzten Jahren verschaffen möchte, dem sei auch ein Blick  in den Sozialatlas der Jahre 2010/11/12/13 empfohlen. Allerdings sind die Daten des Sozialatlas leider nicht qualitativ aufbereitet. Auch methodisch gibt es erhebliche Defizite bei der Datenerhebung. Dies erschwert eine qualitative Interpretation der im Sozialatlas präsentierten Daten und lässt für realistische Schlussfolgerungen hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung der sozialen Verhältnisse in der Stadt wenig Raum. Für die politische Debatte sind die Daten des Sozialatlas daher nur bedingt hilfreich und nutzbar, zudem fehlen andere und wichtige Strukturdaten. Zumindest lassen sich aber die vorhandenen Daten retrospektiv vergleichen.  Hier geht´s zum Flensburger Sozialatlas 2010 Sozialatlas 2010 , Sozialatlas 2011 sozialatlas_2011 , Sozialatlas 2012 Flensburger Sozialatlas 2012 , Sozialatlas 2013 sozialatlas_2013

Siehe auch zum gleichen Thema einen etwas älteren AKOPOL-Beitrag: Armut und soziale Spaltung in Flensburg – Strukturdaten dokumentieren wirtschaftlichen Abwärtstrend der Stadt unter https://akopol.wordpress.com/2011/12/31/armut-und-soziale-spaltung-in-flensburg-strukturdaten-dokumentieren-wirtschaftlichen-abwartstrend-der-stadt/

Ebenso aufschlussreich der AKOPOL-Beitrag: Armut und private Überschuldung in Flensburg nehmen weiter zu unter https://akopol.wordpress.com/2012/11/18/armut-und-private-uberschuldung-in-flensburg-nehmen-weiter-zu/

Immer weniger Wohnungen für Menschen mit kleinen Einkommen

Daten, Zahlen und Fakten zum Flensburger Wohnungsmarkt

In den kommenden Jahren droht in Flensburg ein dramatischer Mangel an bezahlbaren Wohnungen für Menschen mit kleinen Einkommen. Wer daher Daten zur derzeitigen Situation und zukünftigen Entwicklung auf dem Flensburger Wohnungsmarkt sowie weitere Strukturdaten sucht, findet sie in dem folgenden AKOPOL-Beitrag:  Zielgruppenorientierte Wohnungsmarktanalyse Flensburg: Immer weniger Wohnungen für Menschen mit kleinen Einkommen unter: https://akopol.wordpress.com/2013/04/06/zielgruppenorientierte-wohnungsmarktanalyse-flensburg-immer-weniger-wohnungen-fur-menschen-mit-kleinen-einkommen/

Bürgerversammlung zur Entwicklung des Wohnquartiers Schwarzental am 19.11.2014 in der Flensburger Neustadt

Vorstellung und Diskussion von Konversionsprojekten im Rahmen des Sanierungstreffs Flensburg-Neustadt

Entwicklung des Wohngebiets „Schwarzental“ – Ihre Ideen sind gefragt!

Pressemitteilung der Stadt Flensburg. Der städtische Sanierungsträger und die Stadtplanung laden alle Flensburgerinnen und Flensburger ein zur Vorstellung und Diskussion des zu entwickelnden Wohnquartiers Schwarzental (Stadtteil Neustadt) und zwar

am Mittwoch, den 19. November 2014 um 18 Uhr im ehemaligen Schulgebäude Duburger Straße 14, ehemalige Turnhalle.

Für die Grundstücksflächen des Dienstleistungszentrums der Bundeswehr an der Meiereistraße (ehemalige Standortverwaltung), die Gewerbeflächen am Junkerhohlweg (u.a. Flächen des ehemaligen Sanitärgroßhandels Warnke) werden die Planungen zur Entwicklung eines neuen Wohnquartiers vorbereitet.
Ab dem nächsten Jahr ist ein städtebauliches Wettbewerbsverfahren für Arbeitsgemeinschaften bestehend aus Architekten, Stadtplanern und Landschafts-
architekten zur Entwicklung des Gebietes vorgesehen. Während des Sanierungstreffs werden das Gebiet vorgestellen und das vorgesehene Wettbewerbsverfahren erläutert.
Ziel ist es, für die Entwicklung des neuen Wohnquartiers Ideen und Anregungen aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer aufzunehmen, gemeinsam zu diskutieren und als Grundlage in das weitere Wettbewerbsverfahren einzubringen.
An diesem Abend besteht ebenfalls die Möglichkeit mit Kommunalpolitikerinnen und -politikern, Mitgliedern des Sanierungsbeirates sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Technischen Rathauses und des Sanierungsträgers über das Projekt “Wohnquartier Schwarzental“, aber auch über andere Fragen der Stadterneuerung zu sprechen.

Kathrin Ove; Pressestelle des Rathauses, Stadt Flensburg

Stadtwerke Flensburg: Strompreise stabil, Wasserpreis stabil, Fernwärmepreis steigt

Pressemitteilung der Stadtwerke Flensburg vom 11.11.2014: Für die Fernwärme wird im nächsten Jahr eine Preiserhöhung um rund 3,3% notwendig. Alle Produkte der Strom-Grundversorgung und Trinkwasser bleiben dagegen preislich im nächsten Jahr stabil und im gesamten folgenden Jahr konstant auf dem Niveau von 2014.

Dazu Maik Render, Geschäftsführer der Stadtwerke Flensburg: „Durch konsequentes Verfolgen unserer Strategie und der Fokussierung auf unseren Heimatmarkt haben wir die Kostensituation gut in den Griff bekommen und können die Vorteile jetzt an unsere Kunden weitergeben. Daran sind auch alle Mitarbeiter der Stadtwerke beteiligt, die die Strategie zu 100% mittragen und einen hervorragenden Job machen.“
Der Strompreis in der Grundversorgung (Einfach-, Zweizeiten- und Wärmepumpentarif) bleibt für Stadtwerke-Kunden im nächsten Jahr stabil. Für den Einfach-Tarif sind dies 3,80 Euro pro Monat und 29,12 Cent pro Kilowattstunde. Heinz-Gerhard Gülck, Vertriebsleiter der Stadtwerke Flensburg begründet das so: „Der Strompreis setzt sich aus verschiedensten Komponenten zusammen, wobei der staatliche Anteil schon bei über 50% liegt. Der von uns zu beeinflussende Preisanteil wird jedes Jahr geringer und ich freue mich, dass wir unseren Kunden den Strom in der Grundversorgung im ganzen nächsten Jahr zum gleichen Preis wie 2014 anbieten können.“ Das bedeutet auch, dass die Stadtwerke diese Tarife bereits im dritten Jahr in Folge preislich unverändert belassen. Während einige Preis-Bestandsteile wie die Erneuerbare-Energien-Umlage, die Offshore-Umlage sowie die Strombezugskosten in 2015 leicht sinken, steigen andererseits einige Strompreisbestandteile. Neben der Kraft-Wärme-Kopplungs-Umlage und der §19-Umlage sind dies insbesondere die von der Bundesnetzagentur regulierten Netzentgelte. Hierin sind alle Kosten enthalten, die zur Instandhaltung, Wartung, Neubau und Reparatur des Stromnetzes notwendig sind, um die hohe Versorgungssicherheit weiter aufrecht erhalten können.

Beim Trinkwasserpreis gibt es wie bei der Strom-Grundversorgung im nächsten Jahr ebenfalls keine Veränderung. Die Kosten werden durch den Preis von 6,70 Euro pro Monat und 1,66 Euro pro m³ ( = 1.000 Liter) gut abgebildet. Der Flensburger Wasserpreis liegt somit auf dem Niveau anderer vergleichbarer Stadtwerke in Schleswig-Holstein.

Stadtwerke-Preise

Im Wettbewerbsvergleich ist und bleibt die Flensburger Fernwärme weiter wesentlich günstiger als der Bundesdurchschnitt. Obwohl der Fernwärmepreis im nächsten Jahr nach oben geht, liegt der regionale Wärmepreis je nach Haushaltsgröße zwischen 9 und 13% unter dem bundesdeutschen Niveau.
Konkret steigt der verbrauchsabhängige Arbeitspreis im nächsten Jahr um 3,9%, während der fixe Grundpreis sich um 1,9% nach oben entwickelt. Für den einzelnen Haushalt führt dies zu Mehrkosten von 1,62 Euro pro Monat für eine Wohnung und 6,03 Euro pro Monat für ein größeres Einfamilienhaus.
Diese Veränderung hat verschiedene Gründe: Strom und Fernwärme werden im Flensburger Kraftwerk in einem gekoppelten Prozess erzeugt. Dieser Strom wird teilweise an der Strombörse verkauft. Aufgrund von sinkenden Preisen an der Strombörse erhalten die Stadtwerke geringere Erlöse für ihren Strom, mit denen sie die Kosten der Fernwärme kompensieren können. Ebenfalls preistreibend wirken sich die gestiegenen Kosten für die CO2-Zertifikate aus. Zum einen sind die Preise pro Zertifikat gestiegen zum anderen erhalten die Stadtwerke auf Basis der gesetzlichen Regelung weniger Zertifikate kostenlos zugeteilt als früher und müssen mehr Zertifikate zukaufen. Letztendlich investieren die Stadtwerke 128 Millionen Euro in eine neue Gas- und Dampfturbinenanlage (Kessel 12-Projekt), die die Umwelt schont und bis zu 40% weniger CO2 emittiert, aber eben auch durch die Einnahmen finanziert werden muss.

Stadtwerke Flensburg, Peer Holdensen, Unternehmenssprecher

Nicht ganz richtig, Herr Holdensen!

Dass die Stadtwerke in ihrer Pressemitteilung offensichtlich die Verbraucher an der Nase herumführen und sehr wohl auch die Stromkosten steigen, hat Manfred Mertineit in seinem am 28.11.2014 im Flensburger Tageblatt erschienen Leserbrief dokumentiert:

Liebe Stadtwerke, nach der Ankündigung im Flensburger Tageblatt habe ich von Ihnen die tolle Nachricht erhalten, dass die Strom- und Trinkwasserpreise in 2015 konstant bleiben. Super!
Doch dann habe ich angefangen zu rechnen: Der Preis für meine Verbrauchsklasse im Tarif Flensburg eXpert reduziert sich um 0,03 ct/kWh. Die Senkung der gesetzlichen Abgaben beträgt allerdings 0,153 ct/kWh. Da klafft schon mal eine Lücke. Und zusätzlich, das weiß mittlerweile auch jeder, sinken die Preise an der Strombörse!
Dann wird – muss ja sein – die Grundgebühr „leicht“ um 3,60 Euro pro Jahr angehoben. Nach meiner Rechnung kommen dabei jedoch 15 Euro pro Jahr heraus, denn bisher bezahlte ich 60 Euro pro Jahr und nun 6,25 Euro pro Monat, also 75 Euro pro Jahr. In der Tat eine „leichte“ Anhebung von 25 Prozent. Wenn mein Verbrauch konstant bleibt, habe ich also eine Erhöhung der Strompreise hinzunehmen, wobei die Reduzierung der gesetzlichen Abgaben nicht weitergegeben wird.
Aber vielleicht war die Weihnachtsmarkt-Green-Card ja als Ausgleich gedacht. Ich muss nur genug verzehren, dann habe ich meinen Mehrpreis wieder raus. Eine schöne Weihnachtszeit!

Manfred Mertineit

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