Kommunalwahl 2013 in Flensburg: attac als Wahlhelfer von Flensburg WÄHLEN?

Offener Brief an attac Flensburg:

attac Flensburg – quo vadis?

Liebe attac-FreundInnen in Flensburg,

mit großer Verwunderung haben wir die Vorstellung der neuen Wählergemeinschaft „Flensburg wählen“ im FT (Flensburger Tageblatt) gelesen und zur Kenntnis genommen, dass die Flensburger attac-Gruppe zu deren Unterstützern gezählt werden kann, bislang unwidersprochen.
attac ist – wir wissen es alle – als überparteiliches Bündnis in Frankreich gegründet worden und als solches beinahe weltweit groß und berühmt geworden. Zu Recht! Das ist eine Tatsache, die meine Partei, Die LINKE, immer respektiert hat – selbstverständlich, denn auch wir hatten und haben ein Interesse daran, die in vielerlei Strömungen und Parteien aufgefächerten Kapitalismus-KritikerInnen in so einer überparteilichen gemeinsamen Organisation zu erfassen. Auch wenn es für die unvoreingenommenen BeobachterInnen offensichtlich ist, dass es nur eine einzige Partei bundesweit gibt, die in Gänze (!) die Kapitalismus-kritischen Positionen dieses Bündnissen als Gesamtorganisation mitträgt – und das ist die LINKE.
Die Überparteilichkeit und damit seine Unabhängigkeit hat attac-Flensburg bislang auch in unserer Stadt praktiziert – und damit ja auch erfolgreich in hiesigen Wählergemeinschaften und Parteien AnhängerInnen, zumindest aber Resonanz gefunden.
Warum soll das jetzt aufs Spiel gesetzt werden? Zumal zugunsten einer neuen, noch sehr wenig profilierten, geschweige denn programmatisch ausgewiesenen Formation, bei der allenfalls der großsprecherische Name markant ist. Von Kapitalismus-kritischen Inhalten wollen wir gar nicht erst reden!
Liebe FreundInnen, ihr habt selbstverständlich bei unseren Programmdiskussionen – nicht nur im Vorfeld der jetztigen Kommunalwahlen – teilgenommen und eure Sichtweisen eingebracht, ihr habt das vermutlich auch bei anderen Parteien gemacht – das ist für uns zumindest bereichernd gewesen. Aber mit diesem öffentlichen Schritt der Unterstützung von „Flensburg wählen“ gefährdet ihr die Substanz von attac-Flensburg.
Wir bitten um Überdenken dieser Positionierung, auch und gerade öffentlich.

Mit solidarischen Grüßen,
Die LINKE Flensburg,
i.A. Henning Nielsen
(Vorsitzender)

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Veröffentlicht am 25. April 2013 in Bürgerbeteiligung, Bildung, Soziales und mit , , , , , , , , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 5 Kommentare.

  1. Liebe Kate,
    hier geht es nicht darum, ob einzelne ATTAC-MItglieder sich einer Partei oder Wählergemeinschaft anschließen. Ausdrücklich definiert sich ATTAC als weltanschaulich pluralistisch, damit ist eine einseitige Parteinahme von ATTAC für Parteien oder Wählergemeinschaften ausgeschlossen. Das würde den Prinzipien, dem Geist und der Idee von ATTAC zuwiderlaufen und würde den übergreifenen Konsens und die Arbeitsfähigkeit von ATTAC in Frage stellen. Mehr zum Selbstverständnis von ATTAC auch unter dem nebenstehenden LInk: http://www.attac-netzwerk.de/das-netzwerk/einsteigen/selbstverstaendnis/

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  2. Kate Dunning

    Die Arbeitsfähigkeit der Flensburger attac-Gruppe steht und fällt, soweit ich dies erkennen kann, mit der Person Johnny C. Mahnkes u seiner Frau Elke. Dies entspricht meinen Erfahrungen der letzten Jahre, in denen ich relativ regelmäßig den von Johnny einberufenen attac-Sitzungen beiwohnte.
    Als eher förderndes Mitglied erlebte ich, daß die Einsätze der verschwindend wenigen aktiven Mitglieder samt gelegentl Förderer u Sympas, die zu meetings u Aktionen erschienen, fast ausschließlich davon abhingen, ob Johnny M die Zügel ergriff und zu Geschlossenheit in der Aktion ermahnte o nicht.
    Instrumentalisieren läßt sich – soweit ich es in meiner Zusammenarbeit mit ihm erkennen kann –
    Johnny Mahnke in seiner Stellung als attac-Mitgründer u aktives Mitglied hier in FL nicht.
    Ich sehe n i c h t, daß seine Überparteilichkeit u Verantwortlichkeit als fast einziger durchgehend aktiver attac-Vertreter in FL durch die Solidarität mit den Zielen einer neuen FL Wählerinitiative, die den Zielsetzungen der attac-Bewegung e r k e n n b a r nahe steht, in Frage gestellt wird.
    Alles andere ist nicht nennenswert. Außer daß ich Spaltungversuchen in der Bewegung keine Chance geben möchte.
    Bis auf den letzten Satz stimme ich Jörg P’s Anmerkungen zu Hennings Offenem Brief zu.

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    • Kate Dunning

      Prinzipienreiter ? attac ist geistig-weltanschaul groß genug für uns alle, Jörg, und wir sollten doch davon absehen in klein-klein Manier Bewegungen dieser Größenordnung u Vielfalt auf die eigene augenblickl Zweckerfüllung zu reduzieren. Sollidarität, wie ich sie verstehe, ist keine einseitige Parteinahme im Sinne der Parteienpolitik – und ich kenne w o h l das Selbstverständnis von attac. Kate von der neuen Wählergemeinschaft

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      • Liebe Kate, im Übrigen finde ich es nicht ganz fair, dass Du hier den Eindruck erweckst, als attaci zu sprechen. Du bist, wie auch die meisten MItglieder der Wählergemeinschaft nicht MItglied bei attac. Lediglich zwei eurer MitstreiterInnen sind attacis. Insofern halte ich die Aussage, die Wählergemeinschaft werde von attac unterstützt, nicht nur für anmaßend sondern auch gegenüber den etwa 60 attac-Mitgliedern in der Region Flensburg für ziemlich dreist.

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  3. Unabhängig von seiner Parteizugehörigkeit hat Henning mit seinem Offenen Brief vollkommen recht: ATTAC bleibt und ist ein parteiunabhängiges Bündnis. Ebenso gibt es keinen wie auch immer gearteten Beschluss der Flensburger attac-Gruppe, sich der Wählergemeinschaft Flensburg WÄHLEN anzuschließen, bzw in irgendeiner Form den Wahlkampf dieser WG aktiv zu unterstützen. Dies würde nicht nur gegen den Geist und die Grundsätze von attac verstoßen sondern auch die Existenz und Arbeitsfähigkeit der Flensburger attac-Gruppe ernsthaft in Frage stellen. Es erscheint also sinnvoll, dass sich die Flensburger attac-Gruppe gegen eine politische Instrumentalsierung egal von welcher Partei im Flensburger Wahlkampf klar und deutlich wehrt und dies auch öffentlich dokumentiert. Jörg Pepmeyer, seit 2002 attac-Mitglied.

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