Archiv für den Monat Januar 2013

Campusbad Flensburg: Trotz Insolvenzverfahren weiterhin geöffnet

MARBANA übernimmt Verpflichtung zur Fortführung des Betriebs des Campusbads auch während des Insolvenzverfahrens

(Pressemitteilung der Stadt Flensburg) Der Betrieb des Campusbads in Flensburg kann fortgeführt werden. Die Stadt Flensburg, die MARBANA und der derzeitige vorläufige Insolvenzverwalter haben hierzu die Grundlagen abgestimmt. Unterschriftsreife Papiere liegen vor, die die Fortführung des Bades auch nach Insolvenzeröffnung ermöglichen.
Die Eröffnung des Insolvenzverfahrens der Aqua Vital GmbH wird für morgen erwartet. Das Unternehmen mit Sitz in Minden ist die Betreibergesellschaft des Campusbads in Flensburg. Mit dem Insolvenzverfahren endet die bisherige Phase der vorläufigen Insolvenz. Das Amtsgericht Bielefeld hatte Frank Schorisch von der PLUTA Rechtsanwalts GmbH im November 2012 zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Derzeit beschäftigt Aqua Vital 30 eigene Mitarbeiter in Voll- und Teilzeit.
Der vorläufige Insolvenzverwalter Schorisch erklärt: „Wir hoffen, dass die Flensburger ihr Bad unterstützen, indem sie es kräftig besuchen.“
Oberbürgermeister Simon Faber bewertet besonders die Zusage des Vertragspartners MARBANA als positiv, die bevorstehende Übergangsphase zu unterstützen: „Wir freuen uns, dass die MARBANA zu ihren Verpflichtungen steht und konstruktiv an der Lösung mitwirkt.“

Clemens Teschendorf, Pressestelle der Stadt Flensburg

Mehr Artikel zum Thema Campus-Bad Flensburg wie auch zu ÖPP bzw. PPP  im AKOPOL-Blog unter: https://akopol.wordpress.com/category/campusbad/

Stadtwerke Flensburg nutzen überschüssigen Strom mit neuem Elektrodenheizkessel

Stadtwerke Flensburg nehmen Stromheizung in Betrieb

(Presseinfo der Stadtwerke Flensburg) Am 30. Januar 2013 haben der Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein Herr Dr. Robert Habeck, Stadtwerke-Aufsichtsratsvorsitzender Rolf Helgert, Geschäftsführer Maik Render, Erzeugungsleiter Dirk Roschek und Projektleiter Claus Hartmann den neuen Elektrodenheizkessel gemeinsam mit einem Druck auf den „grünen Knopf“ bei winterlichen Temperaturen in Betrieb genommen.

Stadtwerke FL. INbetriebnahme Elektrodenheizkessel

Der rund 2 Millionen Euro teure Elektrodenheizkessel erhitzt kaltes Wasser auf eine Temperatur von knapp unter 100°C. Das heiße Wasser wird danach in einem großen Wärmespeicher „gelagert“ und letztendlich zur Flensburger Fernwärme- und Warmwasserversorgung eingesetzt. Betriebswirtschaftlich rechnet sich der Elektrodenheizkessel immer dann, wenn die Stadtwerke Strom günstig an der Strombörse einkaufen können. Das ist der Fall, wenn in Deutschland deutlich mehr Strom produziert als benötigt wird. Bei diesem Überangebot muss das Stromnetz entlastet werden, um eine Überlastung des Stromnetzes zu vermeiden. Neben dem planmäßigen Einsatz an der Strombörse soll der Elektrodenheizkessel auch das Stromübertragungsnetz entlasten, indem er Strom aus kurzfristigen Lastschwankungen abnimmt.

Je größer das Überangebot an Strom ist, desto günstiger sind die Preise. Das kann so weit gehen, dass Strom zu negativen Preisen angeboten wird, d.h. die Stadtwerke erhalten Geld dafür, dass sie Strom vom Markt nehmen. Um die Weihnachtszeit 2012 zum Beispiel lag der Strompreis aufgrund eines großen Überangebotes bei bis zu minus 200 Euro pro Megawattstunde (MWh). Für die Stadtwerke rechnet sich der Elektrodenheizkessel bereits ab einem Strompreis von unter 10 Euro pro MWh. Im Normalfall liegt der Börsenpreis für Strom bei rund 50 Euro pro MWh.

Claus Hartmann, Projektleiter für den neuen Elektrodenheizkessel bei den Stadtwerken Flensburg ist sicher, dass jetzt Strom abgenommen werden kann: „Vor der offiziellen Inbetriebnahme haben wir natürlich Tests mit dem neuen Kessel gefahren und die ersten Megawattstunden abgenommen. Auch das erste heiße Fernwärmewasser haben wir bereits produziert. Alles lief problemlos und der Wirkungsgrad für die Heißwasserproduktion lag nahe bei 100%. Durch die Abnahme von ohnehin vorhandenem Strom sparen wir effektiv CO2-Emissionen ein, da für die damit erzeugte Wärme keine Steinkohle und Ersatzbrennstoffe verbrannt werden müssen.“

Der Leiter des Kraftwerks, Dirk Roschek, ergänzt: „An extrem warmen Sommertagen könnte der sonst benötigte Kohlekessel im Kraftwerk sogar ganz abgestellt werden. Und ganz nebenbei haben wir uns mit dem Elektrodenheizkessel auch eine zusätzliche kleine Erzeugungsanlage für Fernwärme gebaut, die die Versorgungssicherheit in Flensburg weiter erhöht.“

Stadtwerke-Geschäftsführer Maik Render freut sich über die bundesweite Aufmerksamkeit des Projektes: „Die Kombination aus Elektrodenheizkessel und Wärmespeicher, die eine aus heutiger Sicht sinnvolle Möglichkeit zur Stromspeicherung darstellt, ist unseres Wissens die erste bundesweit. Die Anwesenheit unseres Energiewendeministers Herr Dr. Habeck zeigt, dass auch die Landesregierung dieses innovative Projekt entsprechend würdigt. Wir erhalten dazu aus ganz Deutschland Anfragen und haben schon einigen, auch großen, Wettbewerben die Anlage vor Ort präsentiert.“

STADTANSICHTSSACHE: Riefelbilder-Ausstellung vom 1.2. bis 28.2.2013 im Foyer des Flensburger Rathauses

Riffelbilder

Riefelbilder: Man muss sich bewegen!

(Stadt Flensburg) Die Ausstellung STADTANSICHTSSACHE ist eine Reise durch Raum und Zeit mit Riefelbildern. Sie zeigt in alten und neuen Fotografien den historischen Wandel Flensburgs. Einige Flensburger Straßenzüge und Plätze haben ihr charakteristisches Aussehen in den letzten 100 Jahren kaum verändert, andere Orte sind im Vergleich zu damals kaum wieder zu erkennen.

In der Ausstellung werden diese Veränderungen im Stadtbild nicht nur dokumentarisch im Bild festgehalten, sondern durch den Einsatz von Riefelbildern aktiv erlebbar gemacht.
STADTANSICHTSSACHE hebt die „Re-Fotografie“ (das perspektivisch exakte Nachfotografieren alter Aufnahmen vom selben Standpunkt) auf eine neue Ebene.
Durch die spezielle Falttechnik entsteht ein Wechselbild aus alter und neuer Stadtansicht, das je nach Betrachtungswinkel zwei verschiedene Fotoaufnahmen zeigt. Die Wirkung der Bilder entfaltet sich erst mit der Bewegung des Betrachters: Das Motiv verändert sich, wenn man daran vorbei geht. Das Hin- und Zurücklaufen ermöglicht immer wieder einen kontrastreichen, geschichtlichen Zeitsprung – zwischen historischen Flensburger Stadtansichten (ca. 1875 – 1925) und der aktuellen Perspektive (2012).

Riefelbilder – ein altes Prinzip neu entdeckt.

Die Ausstellung wurde erstellt von Angelina Göpke und Michael Andresen in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv und dem Kulturbüro der Stadt Flensburg und wird vom 01. bis 28. Februar 2013 im Foyer des Flensburger Rathauses, Rathausplatz 1, 24937 Flensburg gezeigt.

Mehr zur Ausstellung und die entsprechende Bildergalerie gibt es auch unter: http://www.stadtansichtssache.de/

Droht die Privatisierung der Wasserversorgung in Flensburg?

EU-Pläne würden Zwangsverkauf der Wasserversorgung in vielen deutschen Kommunen bedeuten

Der Binnenmarktausschuss (IMCO) des Europäischen Parlaments verabschiedete am 24. Januar 2013 Änderungen des Kommissionsvorschlags für eine Konzessionsvergaberichtlinie. Mit dieser neuen Wettbewerbsrichtlinie plant die EU-Kommission im großen Stil die europäische Wasserversorgung zu privatisieren. „Künftig sollen Städte und Gemeinden die Konzession zur Wasserversorgung ab einer bestimmten Höhe europaweit ausschreiben müssen. Ausgenommen davon soll nur die Vergabe an Stadtwerke sein, die komplett in öffentlicher Hand ist“, schreibt SPIEGEL-Online. Und weiter heißt es: „Viele Stadtwerke in Deutschland sind inzwischen jedoch nicht mehr allein im Besitz von Städten und Gemeinden und würden daher in den Anwendungsbereich der Richtlinie fallen.“ Das heißt, dass Versorgungsbetriebe, die sich nicht in 100%-igen Besitz der Kommunen befinden, gezwungen wären, sich von ihren Wassersparten zu trennen. Allerdings gibt es in der Richtlinie eine Regelung, die sehr wohl auch vollständig in kommunalem Besitz befindliche Stadtwerke betrifft. Hierbei ist entscheidend, ob in diesem Beispiel die Stadtwerke Flensburg mindesten 80 % ihres Umsatzes aus Dienstleistungen für ihre Eignerkommune erzielen, von der sie die Wasserkonzession erhalten. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft hat deshalb in einer Stellungnahme vom 28.1.2013 die neuen EU-Richtlinie kritisiert und fordert dringendst eine Überarbeitung. (Mehr dazu am Ende dieses Beitrages)

Aus diesen Gründen wird daher die AKOPOL-Fraktion in der nächsten Hauptausschuss-Sitzung zu den möglichen Auswirkungen der geplanten EU-Richtlinie auf die Flensburger Wasserversorgung und die Stadtwerke Flensburg entsprechende Fragen stellen. Grundsätzlich spricht sich die AKOPOL-Fraktion gegen alle Versuche aus, Einrichtungen der öffentlichen Daseinsvorsorge, kommunale Unternehmen und Versorgungsbetriebe in Flensburg ganz oder teilweise zu privatisieren. Wir bitten daher alle AKOPOL-Blog-LeserInnen sich auch an der Unterschriftenkampagne der europäischen Bürgerinitiative und dem Bündnis gegen die Privatisierung der europäischen Wasserversorgung Wasser ist ein Menschenrecht zu beteiligen. Unter: www.right2water.eu

Mehr Hintergrundberichte zu den EU-Plänen und Stellungnahmen der kommunalen Spitzenverbände auch in den untenstehenden Links

Jörg Pepmeyer, AKOPOL-Fraktion

Monitor-Sendung vom 13.12.2012 Geheimoperation Wasser:Wie die EU-Kommission Wasser zur Handelsware machen will unter: http://www.wdr.de/tv/monitor/sendungen/2012/1213/wasser.php5

Deutschlandfunk vom 24.1.2013: Der Kampf ums Wasser – EU will die Privatisierung der Trinkwasserversorgung erleichtern unter: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/umwelt/1988616/

Ein Beitrag von Jens Berger vom 24.1.2013 auf nachdenkseiten.de: Wasserprivatisierung durch die Hintertür unter: http://www.nachdenkseiten.de/?p=15941

SPIEGEL-Online vom 26.01.2013 Privatisierung: CSU macht Front gegen EU-Wasserpläne unter: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/csu-wehrt-sich-gegen-privatisierung-der-wasserversorgung-a-879787.html

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft hat in einer Stellungnahme vom 28.1.2013 die neuen EU-Richtlinie kritisiert. Siehe hierzu auch folgende Stellungnahme des BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V.: Binnenmarktausschuss im Europäischen Parlament verabschiedet Änderungen des Kommissionsvorschlags für eine Konzessionsvergaberichtlinie unter:  130128 Neue Konzessionsvergaberichtlinie Wasser BDEW_extra_WW_1_2013

Siehe hierzu ebenso die Stellungnahme des Deutschen Städte- und Gemeindebund: Richtlinienvorschlag über die Konzessionsvergabe unter:  http://www.dstgb-vis.de/home/aktuelles_news/aktuell/richtlinienvorschlag_ueber_die_konzessionsvergabe/index.html

Flensburger Hauhalt: Konsolidierungsvertrag mit dem Land schränkt finanzielle Handlungsfähigkeit der Stadt drastisch ein

Sparen, bis nichts mehr geht?

In ihrer letzten Sitzung hat die Flensburger Ratsversammlung unter anderem auch gegen die Stimmen der AKOPOL-Fraktion dem Konsolidierungsvertrag mit dem Land Schleswig-Holstein zugestimmt. Faktisch macht dieser bereits schon abgemilderte Vertrag die Ratsversammlung politisch handlungsunfähig, weil es im Grunde keine finanziellen Spielräume für die mit rund 280 Mio. Euro verschuldete Stadt und die Kommunalpoltik mehr gibt. Wobei angemerkt werden muss, dass durch die im Vertrag festgelegten Einsparverpflichtungen bis 2018 weitere Kürzungen im Haushalt der Stadt Flensburg anstehen. Mehr Geld für Soziales, Kultur, Bildung und Jugend, für zusätzliche Investitionen in die städtische Infrastruktur wird es deshalb nicht geben. Ganz im Gegenteil.

Dabei wachsen die Vermögen der Superreichen in Deutschland weiterhin ungezügelt an, während eine substantiell bessere Finanz-Ausstattung und Einnahmesituation der Städte und Gemeinden durch die Bundesregierung, z. B. im Rahmen einer grundlegenden Änderung des Steuerrechts,  nicht in Aussichst steht. Dazu sind seit 2007 den schleswig-holsteinischen Gemeinden rund 720 Mio. Euro durch für sie unvorteilhafte Gesetzesänderungen der ehemaligen CDU-geführten Landesregierung verloren gegangen. Im gleichen Zeitrum wuchsen die Schulden der Kommunen zwischen Nord- und Ostsee um mehr als 800 Mio. Euro. Die mit dem Konsolidierungsvertrag verbundenen Finanzhilfen des Landes decken allerdings diese Mindereinnahmen nicht ab und sind zudem an weitere Einsparungen im Flensburger Haushalt geknüpft.

Mehr hierzu auch in einem Beitrag auf SHZ-Online von Joachim Pohl vom 22. Januar 2013: Stadt legt sich enge Sparfesseln an unter: http://www.shz.de/nachrichten/lokales/flensburger-tageblatt/artikeldetails/artikel/stadt-legt-sich-enge-sparfesseln-an.html

EU-Finanz- und Wirtschaftskrise: Es droht ein massiver Abbau sozialer und materieller Rechte

Die schwierige Finanzsituation der Stadt Flensburg steht wiederum in unmittelbarem Zusammenhang mit der immer noch schwelenden Finanz- bzw. Bankenkrise, die sich mit ihren Folgen wie ein Krebsgeschwür von der Peripherie Europas langsam auf das Zentrum zuarbeitet und auch uns nicht ungeschoren davon wird kommen lassen.  Angesichts der drastischen Folgen der Politik der EU-Troika für viele europäische Länder, die rigiden Sparprogramme und die Bedrohung für die sozialen und materiellen Rechte der Menschen in Europa dokumentieren wir deshalb den untenstehenden Flyer von Ver.di:Verdi Wipo aktuell

Vortrag „Vor 80 Jahren. Die Gleichschaltung des Flensburger Rates 1933“ am 28.1.2013 im Europasaal

Vortrag von und mit Stadtarchivar Dr. Broder Schwensen

Am Montag, den 28. Januar 2013
von 19.00 – 20.00 Uhr im Flensburger Rathaus / Europasaal

NS-Gleichschaltung

Vor 80 Jahren wurde die Flensburger Ratsversammlung von der NSDAP gleichgeschaltet. Nach nur wenigen Monaten regierte ein uniformierter NS-Magistrat unter OB Pg. Dr. Wilhelm Sievers die Stadt. Wie kam es dazu? Und welche Frauen und Männer wurde ihres demokratischen Mandats beraubt? Darüber berichtet Stadtarchivar Dr. Broder Schwensen am 28.1. um 19.00 Uhr im Flensburger Rathaus / Europasaal. Freier Eintritt.

Nachtrag: Dankenswerter Weise hat Herr Dr. Schwensen uns im Anschluss an die Veranstaltung seinen Vortragstext vom 28.1. zur Verfügung gestellt. Wer ihn nachlesen möchte, findet ihn hier: RedeGleichschaltungNeu28012013

Zwei Grad mehr in Deutschland – wie der Klimawandel unseren Alltag verändern wird

Buchvorstellung mit Podiumsdiskussion

Am 24.01.2013 um 19:30 Uhr
Buchhandlung Bücher Rüffer
Holm 19-21, Flensburg

Waldbrände in Brandenburg? Winterfluten an der Elbe? Sommerdürre bei Maispflanzen?

Der weltweite Klimawandel wird auch in Deutschland Folgen zeigen. Klimaforscher des Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK) haben gemeinsam mit Sozialwissenschaftlern der Universität Flensburg erstmals ein entsprechendes Szenario erarbeitet. Worauf haben wir uns im Jahr 2040 vorzubereiten?

Darüber diskutieren in der Buchhandlung Bücher Rüffer am 24.1. ab 20 Uhr :

Dr. Bernd Sommer, Universität Flensburg

Prof. Dr. Peter C. Werner, PIK

Moderation: Kathrin Fischer, Universität Flensburg

Organisator
Präsidium der Universität Flensburg
praesidium(at)uni-flensburg.de
Website der Universität Flensburg

Internet
http://www.klimapakt-flensburg.de/index.php?option=com_content&view=article&id=221:buchvorstellung-mit-podiumsdiskussion-2-grad-mehr-in-deutschland-wie-der-klimawandel-unseren-alltag-veraendern-wird&catid=5:termine&Itemid=25

http://www.uni-flensburg.de/aktuelles/oeffentliche-termine/veranstaltungsdetails/?no_cache=1&tx_calendar_pi1%5Bf1%5D=884&cHash=2a888410a8

Lohnniveau in Flensburg: Mehr als ein Viertel der Vollzeitbeschäftigten verdient miserabel

Angesichts der derzeitigen Strategiedebatte in den politischen Gremien der Stadt Flensburg, stellt sich die Frage, welche Faktoren dazu beitragen können, die Attraktivität der Stadt für qualifizierte Arbeitskräfte und ihre Familien zu erhöhen. Ein Baustein hierfür dürften sicherlich faire Löhne und Gehälter sein. Dass aber das Einkommensniveau in Flensburg eher dazu beiträgt, dass qualifizierte Fachkräfte die Stadt verlassen bzw. meiden, ist nichts Neues. Allerdings müssen sich die Flensburger Unternehmen und Arbeitgeber angesichts der untenstehenden Zahlen den Vorwurf gefallen lassen, dass sie in dieser Hinsicht  ihren Anteil zur Attraktivitätssteigerung der Stadt weiterhin nicht leisten. Sie dürfen sich daher nicht wundern, wenn sie in Flensburg keine qualifizierten Fachkräfte finden bzw. in der Stadt auf Dauer halten können und die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt stagniert. Untenstehend möchten wir deshalb allen LeserInnen des AKOPOL-Blogs die untenstehende Pressemitteilung des DGB Nordwest zur Lektüre wärmstens an´s Herz legen:

Neue DGB-Statistik enthüllt: Viele Vollzeitbeschäftigte erhalten nur Niedriglohn

(Pressemitteilung des DGB Schleswig-Holstein Nordwest ) 6.673 Vollzeitkräfte in der Stadt Flensburg verdienen miserabel, 3.763 Frauen sind darunter. Sie arbeiteten nach einer aktuellen Erhebung des DGB für einen Niedriglohn. Im Jahr 2010 waren dies bereits 27,1 Prozent aller Vollzeitbeschäftigten, Auszubildende nicht einmal mitgezählt. Auch qualifizierte Arbeitskräfte in der Stadt erhalten oftmals nur einen mickrigen Lohn.

Erstmals legt der DGB regionale Daten zum Niedriglohnsektor vor. Konkret lag die Niedriglohnschwelle 2010 in allen westdeutschen Ländern bei einem Monatsbrutto von 1.890 Euro. In Flensburg rutschen Vollzeitbeschäftigte noch weit häufiger in den Niedriglohnsektor als in den alten Bundesländern insgesamt. Dies gilt für Vollzeitbeschäftigte ohne Berufsabschluss ebenso wie für jene mit Ausbildung. So zählten in Flensburg bereits 18,2 Prozent aller Vollzeitbeschäftigten mit Berufsabschluss zu den Niedrigverdienern. In den alten Bundesländern insgesamt waren es demgegenüber 16,0 Prozent der Erwerbstätigen in Vollzeit und mit Ausbildung. Auch qualifizierte Beschäftigte bekommen den Druck auf das Lohngefüge zu spüren.

„Dieses überdurchschnittlich hohe Niedriglohnrisiko von qualifizierten Arbeitskräften passt nicht zu den Klagen von Arbeitgebern über Fachkräftemangel“, betont Susanne Uhl in der Auswertung des DGB Schleswig-Holstein Nordwest. Dies sei vielmehr ein Indiz dafür, dass Beschäftigte teils im erlernten Beruf keinen Job finden oder nicht qualifikationsgerecht vergütet werden. Trotz Berufsabschluss stecken sie oftmals in Jobs für Un- oder Angelernte. Je länger diese Situation andauere, desto weniger wert sei die erworbene Qualifikation.

Noch weit miserabler sei die Entlohnung für viele ohne Berufsabschluss. Mehr als 40 Prozent der Geringqualifizierten in der Stadt Flensburg zählen nach der DGB-Auswertung zugleich zu den Geringverdienern. Das Risiko, als Vollzeitbeschäftigte/r einen Niedriglohn zu erhalten, ist für Beschäftigte ohne Berufsabschluss gut doppelt so hoch wie für Qualifizierte. Dies gilt für Flensburg ebenso wie für die alten Bundesländer insgesamt.

Insbesondere im Dienstleistungsgewerbe sei das Risiko einer schlechten Bezahlung für Qualifizierte wie Beschäftigte ohne Berufsabschluss überdurchschnittlich hoch. Nach Einschätzung des DGB Nordwest haben Menschen, die wenig verdienen, oftmals auch ein instabiles Arbeitsverhältnis und ein hohes Entlassungsrisiko.

Die beruflichen Aufstiegschancen für Niedriglohnverdiener seien hingegen ungünstiger als in vielen anderen Industrieländern. „Wer behauptet, Niedriglöhne seien Einstiegslöhne, der liegt falsch. Die Chancen, in besser bezahlte Jobs aufzusteigen, sind hierzulande gering“ stellt Susanne Uhl fest. Viel häufiger als der Einstieg in besser bezahlte Tätigkeiten, ist eine Verfestigung der Niedriglohnfalle, warnt die DGB-Geschäftsführerin.

Der hohe Niedriglohnsektor in Flensburg ist nach Einschätzung des DGB auch eine Zeitbombe für künftige Altersarmut. Wer über einen längeren Zeitraum wenig verdient, wird künftig verstärkt von Altersarmut bedroht sein. Hinzu kommt, dass private Altersrücklagen bei niedrigem Einkommen selten sind und das Problem der Altersarmut dadurch kaum gemindert werden kann.

Für die Erhebung hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) die auch von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) verwendete Definition über Niedriglöhne zugrunde gelegt. Danach zählt zu den Geringverdienern, wer in seinem Land auf weniger als zwei Drittel des mittleren (durchschnittlichen) Lohns kommt. Wegen des immer noch deutlichen Lohngefälles zwischen Ost und West wurde nicht die bundesweite Niedriglohnschwelle, sondern eine differenzierte für West und Ost zugrunde gelegt. Danach lag die Niedriglohnschwelle 2010 in den alten Ländern bei 1.890 Euro brutto im Monat und in den neuen Bundesländern bei 1.379 Euro. Ausgewertet wurden die Meldungen für die Sozialversicherungen, die die Arbeitgeber in der Stadt vornehmen. In der Stadt Flensburg allein wurden die Meldungen für 24.634 Vollzeitbeschäftigte mit sozialversichertem Job einbezogen, für die alten Bundesländer rd. 16,6 Mio. und für die neuen Bundesländer gut 3,9 Mio. Meldungen.

Weitere AKOPOL-Beiträge zu diesem Thema:

DGB-Studie zu regionalen Einkommensunterschieden – Flensburg im Lohnkeller unter: https://akopol.wordpress.com/2012/09/28/dgb-studie-zu-regionalen-einkommensunterschieden-flensburg-im-lohnkeller/

Armut in Flensburg – Strukturdaten dokumentieren wirtschaftlichen Abwärtstrend der Stadt unter: https://akopol.wordpress.com/2011/12/28/armut-in-flensburg-strukturdaten-dokumentieren-wirtschaftlichen-abwartstrend-der-stadt/

Planungsauftakt für ein Maritimes Dienstleistungszentrum in Flensburg

Entwicklungskonzept für Fahrensodde

foto_2_fahrensodde_20-internet_500x283(Pressemitteilung der Stadt Flensburg) Die Ratsversammlung hat gestern den Aufstellungsbeschluss für einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan gefasst. Ziel der Planung ist die Entwicklung eines Maritimen Dienstleistungszentrums auf dem Grundstück Fahrensodde 20. Neben einer Sicherung des Standortes für die heutigen Nutzer des Geländes soll der Naherholungswert für alle Flensburgerinnen und Flensburger erhöht werden. Nähere Informationen gibt es im Internet unter http://www.flensburg.de/bauen-wohnen/planungen/fahrensodde-befragung/index.php oder direkt bei der Stadt- und Landschaftsplanung im Technischen Rathaus, Am Pferdewasser 14. Kontaktperson: Claudia Takla Zehrfeld, Fachbereich Entwicklung und Innovation, Stadt Flensburg, Tel. 0461 852805

Thomas Hansen, Pressestelle der Stadt Flensburg

Mehr zu diesem Projekt auch in einem ausführlichen Beitrag von Joachim Pohl auf SHZ-Online vom 10.1.2013: Einstimmig fürs Dienstleistungszentrum – Neue Zukunft für Fahrensodde 20 unter: http://www.shz.de/nachrichten/lokales/flensburger-tageblatt/artikeldetails/artikel/neue-zukunft-fuer-fahrensodde-20.html

Zur Historie:

Auf der SUPA-Sitzung am 18. Mai 2010 stellte die Verwaltung unter TOP 2: „44. Änderung des Flächennutzungsplans („Fahrensodde“) vorhabenbezogener Bebauungsplan „Fahrensodde 20“ (VEP-Nr. 34) Aufstellungsbeschluss zur Planung, Erschließung und Vermarktung von Teilflächen des ehemaligen DASA-Geländes“ ihre Vorstellungen zur Wohnbebauung auf dem Gelände vor. Diese Verwaltungsvorlage wurde allerdings von der Mehrheit des SUPA verworfen und man einigte sich später auf das obige Verfahren. Der Beschlusstext mit der Darstellung der unterschiedlichen Positionen der SUPA-Mitglieder und die Verwaltungsvorlage für die SUPA-Sitzung vom 18.5.2010 zur Wohnbebauung finden sich hier: Beschlussvorlage_RV-51-2010  und  Beschlusstext_RV-51-2010_-oeffentlich-_Ausschuss_fuer_Umwelt-_Planung_und_Stadtentwicklung_18.05.2010

Bürgersprechstunde des Flensburger Oberbürgermeisters Simon Faber

Faber im Dialog 2013

(Pressemitteilung der Stadt Flensburg) Nachdem die Sprechstunde des Oberbürgermeisters im Jahr 2012 bereits sehr gut angenommen wurde, wird Oberbürgermeister Simon Faber auch im Jahr 2013 wieder zur Sprechstunde ins Rathaus einladen.

Unter dem Titel „Faber im Dialog“ ist Oberbürgermeister Faber wie gewohnt jeden ersten Mittwoch im Monat offen für Anregungen, Ideen und Kritik zu den verschiedensten städtischen Themengebieten.

Die nächste Sprechstunde „Faber im Dialog“ findet demnach statt am Mittwoch, den 06. Februar 2013 von 15:00 – 17:00 Uhr.

Um Anmeldung im Büro des Oberbürgermeisters und Benennung des Anliegens wird unter der Tel.-Nr.: 85-2227 gebeten.

Kathrin Ove, Pressestelle der Stadt Flensburg

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