Flensburger Kultur: -170.000 EURO – Microsoft, Redmond, WA: +250.000 EURO?

Richtigstellung zum AKOPOL-Blog-Beitrag vom 19.11.2011:

Flensburger Kultur: -170.000 EURO – Microsoft, Redmond, WA: +250.000 EURO?

Mögliche Interessenkollisionen beim Kauf von Microsoft-Lizenzen durch die Stadt Flensburg?

Durch den untenstehenden Blog-Beitrag und im Rahmen der Presseberichterstattung ist offenbar nicht nur in Teilen der Flensburger Öffentlichkeit der Eindruck entstanden, dass Dr. Marcus Ott in unzulässiger Weise seine Funktion als Chef der städtischen IT-Abteilung mit privaten unternehmerischen Zwecken und zum Schaden der Stadt Flensburg verquicke.

Hierzu möchte ich klarstellen:

Es ist nicht meine Absicht gewesen, in meinem AKOPOL-Blog-Beitrag Herrn Dr. Ott in seiner persönlichen und seiner Integrität als Verwaltungsbeamter und Leiter der IT-Abteilung im Flensburger Rathaus in Zweifel zu ziehen, persönlich zu schaden, anzugreifen oder in Misskredit zu bringen.

Ebenso wenig war es meine Absicht Herrn Dr. Ott zu unterstellen, dass er als Verwaltungsbeamter und im Rahmen seiner unternehmerischen Nebentätigkeit Geschäfte zum eigenen Vorteil und zum Nachteil der Stadt Flensburg tätigt.

Sollte dieser unzutreffende Eindruck entstanden sein, so bitte ich vielmals nicht nur Herrn Dr. Ott, sondern auch die Mitarbeiter der Flensburger Verwaltung um Entschuldigung.

Ich bitte zudem alle AKOPOL-Blog-LeserInnen, Kommentare mit spekulativen Unterstellungen hinsichtlich Herrn Dr. Ott zu unterlassen. Nach einem persönlichen Gespräch mit Oberbürgermeister Simon Faber, wie auch mit hochrangigen Verwaltungsmitarbeitern wurde mir hinreichend dargestellt, dass es mögliche Interessenkollisionen im Zusammenhang mit der obigen Angelegenheit nicht gäbe. Gleichzeitig würden durch die dafür zuständigen städtischen Kontrollinstanzen die Nebentätigkeiten von Verwaltungsmitarbeitern des Rathauses regelmäßig geprüft. Möglichen Interessenkollisionen werde entsprechend frühzeitig vorgebeugt.

Jörg Pepmeyer, Flensburg, den 22.11.2011

Auf der letzten Finanzauschuss-Sitzung der Stadt Flensburg stand ein Beschlussantrag für die Aktualisierung der Bürosoftware der städtischen Verwaltung auf der Tagesordnung. 250.000 Euro sollen hierfür in den Haushalt 2012 eingestellt werden. Es geht um den Ankauf von 1.000 Microsoft-Lizenzen.
Auf der Sitzung wurde von einem AKOPOL-Vertreter sehr detailliert gefragt, ob dies in diesem Umfang jetzt und für diesen Preis notwendig und gerechtfertigt sei. Der Leiter der städtischen IT-Abteilung Dr. Marcus Ott versuchte sehr eindringlich für die Anschaffung dieser Lizenzen zu werben.

(… missverständliche Textpassagen des Ursprungsbeitrages wurden entfernt)

Angesichts der Debatte im Kulturausschuss, bei der es am letzten Donnerstag um die Kürzung von 170.000 Euro im Kulturetat ging, gilt es (…) zu prüfen, ob der Flensburger Haushalt mit Ausgaben belastet wird, die zeitlich gestreckt werden können. (…) Wir werden daher als AKOPOL-Fraktion noch mal entsprechende Fragen auf der nächsten Finanz-Ausschuss-Sitzung am 1.12. stellen.

Hier geht´s zum Beschlussantrag aus der Finanz-Ausschuss-Sitzung: Beschlussvorlage_FA-25-2011_1._Ergaenzung

Hierzu auch ein Artikel der Flensborg Avis vom 21.11.2011 Akopol: Brug 250.000 euro til kultur i stedet for edb unter: Flensborg Avis 21.11.2011

Zum gleichen Thema ein Artikel vonn Holger Ohlsen im Flensburger Tageblatt vom 22.11.2011 Teure Programme in Flensburg – Neue Rathaus-Software: Geht’s auch günstiger? unter:  https://www.shz.de/lokales/flensburger-tageblatt/neue-rathaus-software-gehts-auch-guenstiger-id1819671.html

Gleichzeitig dokumentieren wir zu diesem Thema die kritischen Anmerkungen von Jürgen Wehner, seines Zeichens Internet-Unternehmer und beratendes bürgerschaftliches Mitglied der Grünen im TBZ-Ausschuss, in dem untenstehenden Mail-Verkehr.

Jörg Pepmeyer, AKOPOL-Fraktionsvorsitzender

—– Original Message —–

From: „Jürgen Wehner“ wehner@medizinfo.com>
Cc: „Dr. Marcus Ott IT-Leiter Stadt Flensburg“ service@conware-consulting.de>; <redaktion.flensburg@shz.de>; <pop@shz.de>
Sent: Thursday, November 17, 2011 1:32 PM
Subject: VETO: „Flensburger Kultur: -170 kEURO Microsoft, Redmond, WA: +250 kEURO“

„Flensburger Kultur: -170 kEURO Microsoft, Redmond, WA: +250 kEURO“

– Keine Viertelmillion bei der Stadt allein für Update von Word, Excel, Powerpoint ausgeben!

Guten Tag !

Ich habe am gestrigen Mittwoch ein etwa halbstündiges Gespräch zum „FA-25/2011 1.Ergänzung Punkt 3“ (s. Anlage) mit Herrn Dr. Ott von der IT der Stadt Flensburg geführt
Dabei wurde meine Befürchtung nicht ausgeräumt:
Die vorgeschlagenen ausserplanmässigen Mehrausgaben für ein reines Update von Office-Paketen in Höhe von gut 250.000 EURO erscheinen als
– nicht von der Höhe her gerechtfertigt
– nicht für 2012 oder 2013 bereits zwingend in dieser Art und Höhe notwendig
– mglw. auch 2014 und danach nicht zwingend erforderlich, wenn man jetzt alternative Entwicklungspfade für die städtische IT untersucht.
Herr Dr. Ott machte im Gespräch deutlich, dass er frühestens über alternative Entwicklungspfade oder einen ‚Plan B‘ nachdenken will, wenn der Finanzausschuss die Mehrausgabe stoppt. Am 3.11.2011 hat der Ausschuss diese noch nicht gestoppt.

Begründungen für mein dringendes VETO:
# Umfang der Ausgaben zu hoch:
– Es werden 1000 Office-Lizenzen nicht tatsächlich gleichzeitig benutzt und benötigt – sollen dennoch angeschafft werden. Die 250.000 EURO-Position deckt nur die reinen Lizenzausgaben!
– 700 Lizenzen für Betriebssystem ‚Vista‘ wurden bereits angeschafft aber bislang nicht gebraucht und nicht installiert.
– Ein durch Updates bedingter Austausch von 250 Arbeitsplatzrechnern pro Jahr (nicht im 250.000 EURO-Zusatz-Budget enthalten!) führt zu einem Komplettaustausch innerhalb von 4 Jahren; das Durchschnittsalter wäre dann 2 Jahre. Jeder weiss, dass PC’s auch länger wirtschaftlich zu betreiben sind – teils sogar erheblich länger wenn man nicht gleich jedes Update installiert.
– Nur jeweils das erneuern (SW, Rechner), das nur so tatsächlich unmittelbar arbeitsfähig gehalten werden kann.

# Austausch muss – falls überhaupt – nicht bereits 2012 beginnen:

– Microsoft unterstützt das Vorgängeroffice noch bis mind. 2014
– Auch danach hören die Softwarepakete nicht zu einem bestimmten Stichtag auf zu ‚laufen‘.
– Wartet man bis 2013/14 kann man möglichweise zu den selben Kosten auf Windows 8 umsteigen, was eine längere Nutzungszeit haben wird, als windows 7
– Sicherheitslücken sind ständige Begleiter in früheren, heutigen und zukünftigen Microsoft-Paketen. Man erkauft sich in diesem Bereich keine besondere Sicherheit durch voreilige Versionsupdates.
– Erfahrungsgemäß laufen die Anpassungen bei Fachanwendungen neuen Versionen von Betriebssystemen und Standardanwendungen hinterher – nicht voraus!
(Bsp.: Viele Fachanwendungen mussten auch nach Einführung von Windows noch lange unter dem Vorgängersystem DOS laufen.) Ist das heute ganz anders?

# Zwingende Notwendigkeit fehlt:
– Ein blosses Update, dass hier geplant wird, ist nicht geeignet, die Leistungsfähigkeit oder Produktivität der Mitarbeiter zu erhöhen.
Es konnte nicht nachgewiesen werden, dass städtische Mitarbeiter mit neuerem Office schneller oder besser arbeiten werden.
– Die Stadt gewinnt durch eine solche Mittelfestlegung im Gegenzug NULL Freiheitsgrade für die zukünftige IT-Entwicklung.
– Alternative Entwicklungspfade für die Flensburger Stadt-IT sind nicht untersucht worden.
– Browserbasierte Lösungen machen unabhängig von bestimmten SW-Paketen am Arbeitsplatz
– Auch andere Kommunen sind ‚klamm‘; die Anbieter von Fachanwendungen müssen sich in Sachen Systemanforderungen ’nach der Decke strecken‘; diese Notwendigkeit muss ggf. gemeinsam mit anderen kommunalen Anwendern den bisherigen oder neuen Anbietern von Fachanwendungen kommuniziert werden.
– Falls anbieterseitig kein Einsehen vorhanden sein sollte, kann man frühzeitig andere Entwickler/Konkurrenten dafür gewinnen.
– Verfahrensänderungen um andere Lösungen nutzen zu können sind nicht untersucht worden.

# Vorschlag:
– Ablehnung im nächsten Finanzausschuss
– Ratsversammlung muss die Ausgabe stoppen
– Interfraktionelle Sitzung zum Thema oder Öffentliche Anhörung unter Beteiligung der IT-interessierten Flensburger Fachöffentlichkeit
– Entwicklungspfad einschlagen, der unabhängiger von bestimmten Plattformen und Standardpaket-Versionen macht.
– Mittelfristige und langfristige Planung ist nicht zu erkennen. Welche Strategie verfolgt die IT für die nächsten 5-10 Jahre?
– Forderung nach Ausarbeitungen / genauerer Untersuchung:
Es wurde bsw. von Dr. Ott nicht dargelegt, welche der ca.130-160 Fachanwendungen wann mit jeweils Wirkung an wievielen Arbeitsplätzen tatsächlich im Einzelnen von Schnittstellenproblemen betroffen sein werden.

Es ist nicht bekannt, ob es für die mglw. betroffenen Anwendungen (Anzahl, Art und Umfang unbekannt) doch jeweils Alternativen oder Schnittstellenanpassungen durch Lieferanten geben wird.

Durch Herrn Dr. Ott wäre zu beantworten:
Es sollte schon heute in der IT eine Matrix vorhanden sein, aus der man entsprechende Abhängigkeiten der Fachanwendungen erkennen kann:
– welche Fachanwendungen existieren
– wieviele Nutzer haben diese Anwendungen
– welche Schnittstellen haben diese Anwendungen
– wovon sind diese Anwendungen abhängig (hier nur die Abhängigkeit von pc- Betriebssystem und office-Paketen (microsoft, openoffice, libreoffice).
– speziell die Unabhängigkeit von microsoft sollte hier mit dargestellt werden.
– bei welchen Anwendungen gibt es keine Unterstützung von openoffice/libreoffice
– gibt es für diese Anwendungen Alternativen, die openoffice/libreoffice unterstützen oder sind die Hersteller ggf. bereit diese Unterstützung zu gewährleisten, sofern der Kunde dies wünscht?

Möglichkeiten des Einsatzes von kostenfreien Textverarbeitungen / Tabellenkalkulationen (Opensource) oder zumindest günstigeren Alternativen (MS-office-komaptible Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentationswerkzeug kosten bsw. auf iPad nur je 7,99) wurden nicht untersucht.

Dem Finanzausschuss fehlt bislang eine Kostenübersicht inkl. Personal, Schulung, Geräte und weitere Anwendungen die im Zuge der updates auch nachgezogen werden müssten. Also ein Kostengesamtbild für diese Umstellung. Personalkosten insofern, um festzustellen, wieviel Zeit für die Umstellung aller Geräte investiert wird und ob diese überhaupt vom eigenen Personal geleistet werden kann oder ob man auch dort auf externe Resourcen zurückgreifen wird.

Selbst wenn diese Kosten in dem aktuellen (in Zukunft dynamischen?) IT-Ansatz enthalten sind, würden Geld/Zeit ja nicht für Alternativen zur Verfügung stehen…

Es sollte auf jeden Fall kreativ nach Alternativen geschaut werden und nicht nur der scheinbar „einfachste“ Weg gewählt werden.

Nicht jeder braucht alles in der jeweils neuesten Version!
Es gibt bestimmt eine Menge Mitarbeiter der Stadt die nie eine Präsentation machen; es muss auch nicht für immer ‚Powerpoint‘ sein.

Das macht gewiss Mancher der besten Gewerbesteuerzahler in Flensburg ebenso.
—-
Die anderen Punkte der Beschlußvorlage sind ebenfalls würdig neu durchdacht zu werden.
Eine „Dynamisierung“ der IT-Investititionen – wie jetzt vorgelegt – ist auf jeden Fall nicht förderlich, kreative Lösungen zu finden.

Auskunft zur IT-Planung der Stadt Flensburg gibt:
Dr. Marcus Ott, IT-Leiter Stadt Flensburg:
service@conware-consulting.de
http://www.conware-consulting.de/

———————————————————————————-
ps: Ich selbst werde dieses Thema erst ab Mitte Februar 2012 weiter begleiten können.

pps: Dieses Dokument wurde erstellt und versandt mithilfe einer Software, die mehr als 8 Jahre alt ist (Netscape/7.1).

Mit freundlichem Gruss,
Best regards,
Jürgen Wehner
MedizInfo®
———————–
Tel.: +49 (0) 461 1825096

Schiffbrücke 45
D-24939 Flensburg
Germany
———————–:

Jetzt erneuert:
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Veröffentlicht am 19. November 2011 in Daten und Zahlen, Flensburg News, Haushalt, Kultur, Wirtschaft und mit , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Ein Kommentar.

  1. Es ist an der Zeit, Wichtiges in Flensburgs Politdunst zurechtzurücken. Die wohlfeile Hatz auf einen der wenigen unerschrockenen Politiktalente entlarvt die sattsam bekannte kleinmütige, bleierne Öffentlichkeit. Da erinnert sich der arglose, aufmerksame Bürger daran, dass die Mehrheit der von uns gewählten Mandatsträger den Niedergang unserer Stadtsparkasse nicht verhinderten, und heute den Armutsanteil beklagen und überrascht tun. Unsere Vorväter bauten ein Vermögen auf und hätten sich über ein so fahrlässiges Verhalten dort geschämt, wenn überhaupt für möglich gehalten. Sie hätten die Bereicherung einiger Weniger auf Kosten von uns allen verhindert.

    Da wundert sich der arglose, aufmerksame Bürger über verzockte Millionen in unseren Stadtwerken, hofft immer noch auf saubere Luft durch giftfreie Verbrennung zur Versorgung Aller zum günstigen Kurs. Aber das Gegenteil wird ihm zugemutet, so die mehrfache Tariferhöhung in wenigen Monaten. Während gleichzeitig eine ernorme durch Windenergie erzeugte Strommenge aus unserem sehr nahen Westen auf unsere Abnahme wartet!

    Die Dunkelkammer, genannt Aufsichtsrat, der Stadtwerke empört sich über ein Informations-leck, durch das öffentlich wird, dass ein wichtiger Mitarbeiter dort, neben seiner normalen Entlohnung, täglich ein beachtliches Salär für Beratung erhält. Bisher war es üblich, dass ein gut dotierter Mitarbeiter seine ganze Arbeitskraft und sein ganzes Wissen seinem Unternehmen zur Verfügung stellt. Statt dem einen unbekannten „Verräter“ eine Bürgerauszeichnung zu überreichen wird Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt, auch von unserem Hoffnungsträger, dem OB.

    Schließlich erinnert sich der arglose, aufmerksame Bürger an seine beachtliche Initiative zur Verhinderung eines unsäglichen Klotzes an unserem wunderschönen Hafen, mit Hotelbetten oder, wie es nun kommt, für Luxuswohnungen für einige Wenige. Seine etwa 12.500 Unterschriften gegen dieses Projekt wiegen leichter bzw. gar nicht und landen im Papierkorb und im Schwarzbuch unsere Geschichte.

    Die größte Fraktion wurde durch etwa halb so vielen Kreuzchen gewählt und stimmte (mit Fraktionszwang) dann gegen Volkes Willen

    Das und vieles mehr wiegt leichter als eine ungeschickte Frage von Pepmeyer, die sich ohnehin sehr viele arglose, aufmerksame Bürger stellen.
    Zeigt es diesen doch die Dünnhäutigkeit der gewählten oder bestellten Verantwortlichen. Und sehr bald wird der arglose, aufmerksame Bürger sich über weiter sinkende Wahlquoten nicht mehr wundern!

    Dies ist nur aufgrund von Veröffentlichungen gesagt. Details hierzu sind unbekannt und auch nicht so wochtig. Wichtig ist vielmehr in diesen geistfernen Zeiten, dass wir Bürger noch aufmerksamer und weniger arglos sind!

    Die Hoffnung bleibt!

    Johnny Mahnke

    Liken

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