Archiv für den Tag 19. November 2011

„Ohne Kultur ist Flensburg fertig!“ – Kulturausschuss beriet über Etat-Kürzungen

Ausschuss-Mitglieder verständigen sich auf Erhalt der Kultureinrichtungen – Keine Kürzungen für das Haushaltsjahr 2012 

Die Kulturausschuss-Sitzung am letzten Donnerstag hatte es in sich. Standen doch mit der von der Verwaltung eingebrachten Beschlussvorlage KA-18/2011 Kürzungen für die Flensburger Kultureinrichtungen von 170.000 Euro an. Auf die hatten sich im Rahmen des Haushaltssparpaketes (HSP)insbesondere die drei großen Ratsfraktionen, CDU, SPD, SSW und die Grünen im Frühling geeinigt. Da half es auch nicht, dass AKOPOL und die DIE LINKE sich damals entschieden gegen Kürzungen im Sozial-, Bildungs- und Kulturbereich aussprachen, weil es besonders die Menschen treffen würde, die eh schon zu knappsen hätten.

„Ohne Kultur ist Flensburg fertig!“

Doch am Donnerstag zeigte sich, dass man die Rechnung offenbar ohne den Wirt gemacht hatte. Denn die Flensburger Kulturschaffenden, die ehren- und hauptamtlichen MitarbeiterInnen der verschiedensten Kultureinrichtungen hatten die BürgerInnen unter dem Motto „Ohne Kultur ist Flensburg fertig!“ ermuntert, die öffentliche Ausschuss-Sitzung zu besuchen. Die verfolgten dann gemeinsam im rappelvollen Bürgersaal des Rathauses, wie vor allem die Ausschuss-Mitglieder derjenigen Fraktionen, die noch vor Monaten radikale Kürzungen im Kulturbereich und die Schließung von Einrichtungen befürwortet hatten, vor lauter Kreide im Mund kaum noch sprechen konnten. Vertreter der Niederdeutschen Bühne, wie auch des Naturwissenschaftlichen Museums machten in ihren Beiträgen ganz klar deutlich, dass die beabsichtigten Kürzungen nicht hinnehmbar seien und zudem die beabsichtigte Schließung des Naturwissenschaftlichen Museums gar keine finanziellen Vorteile mit sich bringen würde, dafür aber für Schulen, Kindergärten und für die naturpädagogische Arbeit insgesamt eine Katastrophe sei.

Verwaltung zieht Vorlage zurück

Doch in der sehr engagierten und lebhaften Diskussion einigten sich die Ausschuss-Mitglieder darauf, die Kürzungspläne erst einmal auf Eis zu legen. Verhandlungen über mögliche Einsparungen sollen zudem erst nach der Verabschiedung des noch ausstehenden Kulturentwicklungsplanes (KEP) geführt werden. Der Beratungsprozess für den KEP soll nach einem Beschluss des Kulturausschusses nun in den nächsten Monaten abgeschlossen werden. Dessen ungeachtet signalisierten Vertreter der Niederdeutschen Bühne die Bereitschaft, sich mit der Stadt auch schon vorab über moderate Einsparungen zu verständigen. Schlussendlich zog die Verwaltung und zur Zufriedenheit aller Anwesenden dann ihren Antrag zurück.

AKOPOL fordert öffentliche Spar- und Haushaltsdebatte unter Beteiligung der Betroffenen

Nun wird es sicherlich im Finanzausschuss am 1.12. und in der kommenden Sitzung der Ratsversammlung noch mal zum Schwur kommen. Denn am 8. Dezember stehen Beschlussvorlagen für den Haushalt 2012 an. Ebenso muss davon ausgegangen werden, dass spätestens bei der Diskussion und der Festlegung der Eckwerte für den Doppelhaushalt 2013/14 die Kulturinstitutionen wieder unter Spar- und Kürzungsdruck geraten werden. Aufgeschoben ist somit nicht aufgehoben. Man wird also sehen, wie viel die Versprechungen der Politiker von CDU, SPD, SSW, WIF und Grünen dann noch wert sind. Die AKOPOL-Fraktion wird jedenfalls keinen weiteren Kürzungen im Bildungs-, Sozial- oder Kulturbereich zustimmen. Und eines wurde auf der Ausschuss-Sitzung besonders deutlich: Es ist nicht klug, die von Kürzungsplänen betroffenen Institutionen, Verbände und Interessengruppen aus den Beratungen hierzu auszuschließen. Die AKOPOL-Fraktion hält deshalb eine öffentliche Haushalts-Debatte unter Beteiligung aller Betroffenen für zwingend notwendig.

Jörg Pepmeyer, AKOPOL-Fraktionsvorsitzender

Mehr Infos zum Thema:

Vorlage KA-18/2011 – Umsetzung des Haushaltsstabilisierungspakts (HSP) für den Bereich Kultur unter: Beschlussvorlage_KA-18-2011

Anlage zur Vorlage KA-18/2011: Übersicht disponible Ausgaben im Kulturhaushalt 2013-2016 unter: Uebersicht_disponible_Ausgaben_im_Kulturhaushalt_2013-2016

Hier geht´s zur Kampagne Ohne Kultur ist Flensburg fertig! unter: http://kulturhauptstadt-flensburg.de/ Und hier geht´s zum Flyer der Kampagne: Flyer

Zwei Artikel der Flensborg Avis vom 19.11.2011 zur Kulturausschuss-Sitzung unter: Fl. Avis 19.11.2011

Zur Ausschuss-Sitzung siehe auch den Artikel vom 19.11.2011 auf shz-online Kürzungsvorhaben mit NDB – Kulturpolitik kommt nicht vom Fleck unter: http://www.shz.de/nachrichten/lokales/flensburger-tageblatt/artikeldetails/article/111/kulturpolitik-kommt-nicht-vom-fleck.html

Ebenso auf shz-online 17.11.2011 Kürzungen bei der NDB – Plattdeutsche Institutionen nehmen Flensburg unter Feuer unter: http://www.shz.de/nachrichten/lokales/flensburger-tageblatt/artikeldetails/article/111/plattdeutsche-institutionen-nehmen-flensburg-unter-feuer.html

Ein weiterer Artikel vom 16.11.2011 auf shz-online Sparpläne: Meuterei für Molche und Marder unter: http://www.shz.de/nachrichten/lokales/flensburger-tageblatt/artikeldetails/article/111/aus-fuer-fuchs-elch-und-marder.html

Zwischenruf 31 auf Akopol

Ohne Kultur ist Flensburg fertig!

Und: „Goldman Sachs – Die Goldjungs an den Schaltstellen der Wirtschaft“

Die Leserin, der Leser mag sich verwundert fragen, was denn die Einsparungsforderungen von 170 000 Euro im Kulturbereich des Flensburger Haushaltes mit Goldman Sachs zu tun haben. Auf den zweiten Blick leider fast alles, denn nach der herrschenden Ideologie des Neoliberalismus wurden die Einnahmen des Staates durch etliche Gesetze bereits drastisch durch diverse Steuervergünstigungen auf allen Ebenen minimiert – „Verschlankung des Staates“ als Prinzip. Damit aber nicht genug. Steuervermeidung und Steuerhinterziehung im großen Stil bewirken zusätzlich, dass dem Staat weitere Mittel für die Erfüllung seiner Aufgaben fehlen.

Weitgehend unbekannt ist jedoch, wie Unternehmen aus der Finanzbranche den Staat und uns Steuerzahler melken. Auf dem Hintergrund der weitreichenden Ereignisse der jüngsten Vergangenheit im Finanzbereich in Europa hat Albrecht Müller (NDS) unter der Rubrik „Politische Korruption“ in einem Beitrag dargelegt („Titel: Die wichtigste Fertigkeit des modernen Topmanagers: die Steuerzahler ausnehmen“), welche verdeckten Subventionen allein die Allianz Versicherung auf Kosten der Steuerzahler erzielen konnte.

Ein Beitrag im Handelsblatt am 16. November macht deutlich, welche Bedeutung man der mächtigen amerikanischen Investmentbank zumisst: „Goldman Sachs – Die Goldjungs an den Schaltstellen der Wirtschaft:„Government Sachs“ nennen Kritiker die Investmentbank wegen ihrer engen Beziehungen zur US-Regierung. Doch auch in Europa sitzen frühere Mitarbeiter von Goldman Sachs – wie Paul Achleitner – in Schlüsselpositionen.“

Albrecht Müller zeigt auf, dass alle neuen Spitzenpositionen in Europa mit Persönlichkeiten besetzt wurden, die durch die Goldman Sachs-Schule gegangen sind.

„Was haben Mario Draghi, Mario Monti und Lucas Papadémos gemeinsam? Der neue Präsident der Europäischen Zentralbank, der neue italienische Ministerpräsident und der neue griechische Ministerpräsident gehören in unterschiedlicher Stufung der europäischen „Sachs Regierung“ an.“

http://www.nachdenkseiten.de/wp-print.php?p=11326

Der Allianz-Chef, Paul Achleitner, der nach dem Rückzug von Josef Ackermann für den Aufsichtsratsposten der Deutschen Bank designiert ist, gehört ebenfalls dazu. Alle Genannten sind Verfechter der herrschenden Weltwirtschaftsordnung und werden die Prinzipien weiter festigen mit entsprechenden Auswirkungen für die bereits jetzt kaum noch funktionsfähigen Strukturen, die für den Alltag der Bürger so entscheidend sind. Dazu gehören neben dem Vorhalten von Infrastrukturen im Verkehrsbereich genauso die Kinderbetreuung und die Bildung insgesamt bis hin zum Hochschulstudium. Nicht zuletzt gehören dazu auch alle Aktivitäten im Kulturbereich und ganz besonders diejenigen, die mit viel Kreativität (und äußerst sparsamen Mitteln!) eine unglaublich individuelle Vielfalt zustande bringen.

Ohne sie wäre Flensburg nicht die Stadt, die wir schätzen!

Um die kommunalen Haushalte zu konsolidieren, pocht die Landesregierung weiter auf Einsparungen in allen Bereichen. Wie die heißen Diskussionen im Flensburger Rat und der Verwaltung bezeugen, sind die Sparmöglichkeiten durch die ohnehin desolate Finanzausstattung bereits ausgereizt. Vielleicht sollte kurz daran erinnert werden, dass (mit fehlendem Verantwortungsbewusstsein für das Wohl der Bürger) das Vermögen unserer Flensburger Stadtsparkasse in den Sand gesetzt wurde. Auch durch riskante spekulative Aktionen der Stadtwerke hat die Stadt Millionen verloren. Ganz im Einklang mit dem Zeitgeist!

Durch den Beschluss einer Schuldenbremse hat die Landesregierung sich die Möglichkeit verbaut, z. B. bei höheren Steuereinnahmen flexibel (und evtl. weise) auf akute Probleme zu reagieren. Stattdessen besteht sie auf Erfüllung ihrer Forderungen hinsichtlich der Haushaltskonsolidierung, bevor sie eine Genehmigung erteilen will. Bei unseren Regierenden vermisse ich auf der Grundlage des oben Geschilderten eine realistische Einschätzung der Einsparmöglichkeiten der Kommunen generell. Die Erkenntnis, dass unser derzeitiges Wirtschaftssystem grundsätzlich nicht dem Wohle des Volkes dient, scheint man nicht realisieren zu wollen.

Die heftige Diskussion um Kürzungen und sogar Schließungen mühsam aufgebauter kultureller Strukturen, dürfte jedoch vielen Bürgern die Augen dafür öffnen, dass ein grundlegendes Umdenken erforderlich ist, wenn nicht die Funktionsfähigkeit des gesamten Gemeinwesens vor die Hunde gehen soll. Wie sollen auf der Grundlage dieser Spardiktate noch vernünftige Strukturen erhalten werden können.

Auf dem Parteitag der CDU in Leipzig hat Angela Merkel deutlich gemacht, dass die Zeiten sich ändern, der „Kompass des christlichen Menschenbildes bleibe jedoch unverändert bestehen“!

Und das sei: Freiheit, Solidarität und Gerechtigkeit!

Die Delegierten waren begeistert und haben der Parteichefin mit großer Mehrheit zugestimmt. Die Realität wurde auch hier draußen vor der Tür gelassen, denn laut Volker Kauder geht es dem „Land ja gut“ und wir sind so glücklich wie noch nie! (siehe ZR 27) Aus den Reihen der Delegierten wird wohl kaum jemand einen sozialen Absturz auf Hartz IV-Niveau befürchten müssen. Mit hohlen Phrasen, die in der Wirklichkeit nicht abgebildet werden, kann die extreme Unterfinanzierung primär der Kommunen, die durch politische Fehlentscheidungen zustande gekommen ist, nicht gelöst werden. Auch an der Parteibasis dürfte das nicht unbemerkt bleiben. Es wird viel Zivilcourage erfordern, solche Gedanken zu artikulieren.

Das ist jedoch nicht allein ein Problem der CDU. Der Bundesparteitag der SPD steht noch aus Anfang Dezember. Viel wäre gewonnen, wenn die Basis Tacheles reden dürfte und auf offene Ohren stoßen würde!

„Ehrlichkeit im Denken fördert Ehrlichkeit im Handeln!“                                     Aus „Gauner muss man Gauner nennen!“ Von Ulrich Wickert.

Beate Liebers

Flensburger Kultur: -170.000 EURO – Microsoft, Redmond, WA: +250.000 EURO?

Richtigstellung zum AKOPOL-Blog-Beitrag vom 19.11.2011:

Flensburger Kultur: -170.000 EURO – Microsoft, Redmond, WA: +250.000 EURO?

Mögliche Interessenkollisionen beim Kauf von Microsoft-Lizenzen durch die Stadt Flensburg?

Durch den untenstehenden Blog-Beitrag und im Rahmen der Presseberichterstattung ist offenbar nicht nur in Teilen der Flensburger Öffentlichkeit der Eindruck entstanden, dass Dr. Marcus Ott in unzulässiger Weise seine Funktion als Chef der städtischen IT-Abteilung mit privaten unternehmerischen Zwecken und zum Schaden der Stadt Flensburg verquicke.

Hierzu möchte ich klarstellen:

Es ist nicht meine Absicht gewesen, in meinem AKOPOL-Blog-Beitrag Herrn Dr. Ott in seiner persönlichen und seiner Integrität als Verwaltungsbeamter und Leiter der IT-Abteilung im Flensburger Rathaus in Zweifel zu ziehen, persönlich zu schaden, anzugreifen oder in Misskredit zu bringen.

Ebenso wenig war es meine Absicht Herrn Dr. Ott zu unterstellen, dass er als Verwaltungsbeamter und im Rahmen seiner unternehmerischen Nebentätigkeit Geschäfte zum eigenen Vorteil und zum Nachteil der Stadt Flensburg tätigt.

Sollte dieser unzutreffende Eindruck entstanden sein, so bitte ich vielmals nicht nur Herrn Dr. Ott, sondern auch die Mitarbeiter der Flensburger Verwaltung um Entschuldigung.

Ich bitte zudem alle AKOPOL-Blog-LeserInnen, Kommentare mit spekulativen Unterstellungen hinsichtlich Herrn Dr. Ott zu unterlassen. Nach einem persönlichen Gespräch mit Oberbürgermeister Simon Faber, wie auch mit hochrangigen Verwaltungsmitarbeitern wurde mir hinreichend dargestellt, dass es mögliche Interessenkollisionen im Zusammenhang mit der obigen Angelegenheit nicht gäbe. Gleichzeitig würden durch die dafür zuständigen städtischen Kontrollinstanzen die Nebentätigkeiten von Verwaltungsmitarbeitern des Rathauses regelmäßig geprüft. Möglichen Interessenkollisionen werde entsprechend frühzeitig vorgebeugt.

Jörg Pepmeyer, Flensburg, den 22.11.2011

Auf der letzten Finanzauschuss-Sitzung der Stadt Flensburg stand ein Beschlussantrag für die Aktualisierung der Bürosoftware der städtischen Verwaltung auf der Tagesordnung. 250.000 Euro sollen hierfür in den Haushalt 2012 eingestellt werden. Es geht um den Ankauf von 1.000 Microsoft-Lizenzen.
Auf der Sitzung wurde von einem AKOPOL-Vertreter sehr detailliert gefragt, ob dies in diesem Umfang jetzt und für diesen Preis notwendig und gerechtfertigt sei. Der Leiter der städtischen IT-Abteilung Dr. Marcus Ott versuchte sehr eindringlich für die Anschaffung dieser Lizenzen zu werben.

(… missverständliche Textpassagen des Ursprungsbeitrages wurden entfernt)

Angesichts der Debatte im Kulturausschuss, bei der es am letzten Donnerstag um die Kürzung von 170.000 Euro im Kulturetat ging, gilt es (…) zu prüfen, ob der Flensburger Haushalt mit Ausgaben belastet wird, die zeitlich gestreckt werden können. (…) Wir werden daher als AKOPOL-Fraktion noch mal entsprechende Fragen auf der nächsten Finanz-Ausschuss-Sitzung am 1.12. stellen.

Hier geht´s zum Beschlussantrag aus der Finanz-Ausschuss-Sitzung: Beschlussvorlage_FA-25-2011_1._Ergaenzung

Hierzu auch ein Artikel der Flensborg Avis vom 21.11.2011 Akopol: Brug 250.000 euro til kultur i stedet for edb unter: Flensborg Avis 21.11.2011

Zum gleichen Thema ein Artikel vonn Holger Ohlsen im Flensburger Tageblatt vom 22.11.2011 Teure Programme in Flensburg – Neue Rathaus-Software: Geht’s auch günstiger? unter:  http://www.shz.de/nachrichten/top-thema/article//rathaus-software-geht8217s-auch-billiger.html

Gleichzeitig dokumentieren wir zu diesem Thema die kritischen Anmerkungen von Jürgen Wehner, seines Zeichens Internet-Unternehmer und beratendes bürgerschaftliches Mitglied der Grünen im TBZ-Ausschuss, in dem untenstehenden Mail-Verkehr.

Jörg Pepmeyer, AKOPOL-Fraktionsvorsitzender

—– Original Message —–

From: „Jürgen Wehner“ wehner@medizinfo.com>
Cc: „Dr. Marcus Ott IT-Leiter Stadt Flensburg“ service@conware-consulting.de>; <redaktion.flensburg@shz.de>; <pop@shz.de>
Sent: Thursday, November 17, 2011 1:32 PM
Subject: VETO: „Flensburger Kultur: -170 kEURO Microsoft, Redmond, WA: +250 kEURO“
 

„Flensburger Kultur: -170 kEURO Microsoft, Redmond, WA: +250 kEURO“

– Keine Viertelmillion bei der Stadt allein für Update von Word, Excel, Powerpoint ausgeben!

Guten Tag !

Ich habe am gestrigen Mittwoch ein etwa halbstündiges Gespräch zum „FA-25/2011 1.Ergänzung Punkt 3“ (s. Anlage) mit Herrn Dr. Ott von der IT der Stadt Flensburg geführt
Dabei wurde meine Befürchtung nicht ausgeräumt:
Die vorgeschlagenen ausserplanmässigen Mehrausgaben für ein reines Update von Office-Paketen in Höhe von gut 250.000 EURO erscheinen als
– nicht von der Höhe her gerechtfertigt
– nicht für 2012 oder 2013 bereits zwingend in dieser Art und Höhe notwendig
– mglw. auch 2014 und danach nicht zwingend erforderlich, wenn man jetzt alternative Entwicklungspfade für die städtische IT untersucht.
Herr Dr. Ott machte im Gespräch deutlich, dass er frühestens über alternative Entwicklungspfade oder einen ‚Plan B‘ nachdenken will, wenn der Finanzausschuss die Mehrausgabe stoppt. Am 3.11.2011 hat der Ausschuss diese noch nicht gestoppt.

Begründungen für mein dringendes VETO:
# Umfang der Ausgaben zu hoch:
– Es werden 1000 Office-Lizenzen nicht tatsächlich gleichzeitig benutzt und benötigt – sollen dennoch angeschafft werden. Die 250.000 EURO-Position deckt nur die reinen Lizenzausgaben!
– 700 Lizenzen für Betriebssystem ‚Vista‘ wurden bereits angeschafft aber bislang nicht gebraucht und nicht installiert.
– Ein durch Updates bedingter Austausch von 250 Arbeitsplatzrechnern pro Jahr (nicht im 250.000 EURO-Zusatz-Budget enthalten!) führt zu einem Komplettaustausch innerhalb von 4 Jahren; das Durchschnittsalter wäre dann 2 Jahre. Jeder weiss, dass PC’s auch länger wirtschaftlich zu betreiben sind – teils sogar erheblich länger wenn man nicht gleich jedes Update installiert.
– Nur jeweils das erneuern (SW, Rechner), das nur so tatsächlich unmittelbar arbeitsfähig gehalten werden kann.

# Austausch muss – falls überhaupt – nicht bereits 2012 beginnen:

– Microsoft unterstützt das Vorgängeroffice noch bis mind. 2014
– Auch danach hören die Softwarepakete nicht zu einem bestimmten Stichtag auf zu ‚laufen‘.
– Wartet man bis 2013/14 kann man möglichweise zu den selben Kosten auf Windows 8 umsteigen, was eine längere Nutzungszeit haben wird, als windows 7
– Sicherheitslücken sind ständige Begleiter in früheren, heutigen und zukünftigen Microsoft-Paketen. Man erkauft sich in diesem Bereich keine besondere Sicherheit durch voreilige Versionsupdates.
– Erfahrungsgemäß laufen die Anpassungen bei Fachanwendungen neuen Versionen von Betriebssystemen und Standardanwendungen hinterher – nicht voraus!
(Bsp.: Viele Fachanwendungen mussten auch nach Einführung von Windows noch lange unter dem Vorgängersystem DOS laufen.) Ist das heute ganz anders?

# Zwingende Notwendigkeit fehlt:
– Ein blosses Update, dass hier geplant wird, ist nicht geeignet, die Leistungsfähigkeit oder Produktivität der Mitarbeiter zu erhöhen.
Es konnte nicht nachgewiesen werden, dass städtische Mitarbeiter mit neuerem Office schneller oder besser arbeiten werden.
– Die Stadt gewinnt durch eine solche Mittelfestlegung im Gegenzug NULL Freiheitsgrade für die zukünftige IT-Entwicklung.
– Alternative Entwicklungspfade für die Flensburger Stadt-IT sind nicht untersucht worden.
– Browserbasierte Lösungen machen unabhängig von bestimmten SW-Paketen am Arbeitsplatz
– Auch andere Kommunen sind ‚klamm‘; die Anbieter von Fachanwendungen müssen sich in Sachen Systemanforderungen ’nach der Decke strecken‘; diese Notwendigkeit muss ggf. gemeinsam mit anderen kommunalen Anwendern den bisherigen oder neuen Anbietern von Fachanwendungen kommuniziert werden.
– Falls anbieterseitig kein Einsehen vorhanden sein sollte, kann man frühzeitig andere Entwickler/Konkurrenten dafür gewinnen.
– Verfahrensänderungen um andere Lösungen nutzen zu können sind nicht untersucht worden.

# Vorschlag:
– Ablehnung im nächsten Finanzausschuss
– Ratsversammlung muss die Ausgabe stoppen
– Interfraktionelle Sitzung zum Thema oder Öffentliche Anhörung unter Beteiligung der IT-interessierten Flensburger Fachöffentlichkeit
– Entwicklungspfad einschlagen, der unabhängiger von bestimmten Plattformen und Standardpaket-Versionen macht.
– Mittelfristige und langfristige Planung ist nicht zu erkennen. Welche Strategie verfolgt die IT für die nächsten 5-10 Jahre?
– Forderung nach Ausarbeitungen / genauerer Untersuchung:
Es wurde bsw. von Dr. Ott nicht dargelegt, welche der ca.130-160 Fachanwendungen wann mit jeweils Wirkung an wievielen Arbeitsplätzen tatsächlich im Einzelnen von Schnittstellenproblemen betroffen sein werden.

Es ist nicht bekannt, ob es für die mglw. betroffenen Anwendungen (Anzahl, Art und Umfang unbekannt) doch jeweils Alternativen oder Schnittstellenanpassungen durch Lieferanten geben wird.

Durch Herrn Dr. Ott wäre zu beantworten:
Es sollte schon heute in der IT eine Matrix vorhanden sein, aus der man entsprechende Abhängigkeiten der Fachanwendungen erkennen kann:
– welche Fachanwendungen existieren
– wieviele Nutzer haben diese Anwendungen
– welche Schnittstellen haben diese Anwendungen
– wovon sind diese Anwendungen abhängig (hier nur die Abhängigkeit von pc- Betriebssystem und office-Paketen (microsoft, openoffice, libreoffice).
– speziell die Unabhängigkeit von microsoft sollte hier mit dargestellt werden.
– bei welchen Anwendungen gibt es keine Unterstützung von openoffice/libreoffice
– gibt es für diese Anwendungen Alternativen, die openoffice/libreoffice unterstützen oder sind die Hersteller ggf. bereit diese Unterstützung zu gewährleisten, sofern der Kunde dies wünscht?

Möglichkeiten des Einsatzes von kostenfreien Textverarbeitungen / Tabellenkalkulationen (Opensource) oder zumindest günstigeren Alternativen (MS-office-komaptible Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentationswerkzeug kosten bsw. auf iPad nur je 7,99) wurden nicht untersucht.

Dem Finanzausschuss fehlt bislang eine Kostenübersicht inkl. Personal, Schulung, Geräte und weitere Anwendungen die im Zuge der updates auch nachgezogen werden müssten. Also ein Kostengesamtbild für diese Umstellung. Personalkosten insofern, um festzustellen, wieviel Zeit für die Umstellung aller Geräte investiert wird und ob diese überhaupt vom eigenen Personal geleistet werden kann oder ob man auch dort auf externe Resourcen zurückgreifen wird.

Selbst wenn diese Kosten in dem aktuellen (in Zukunft dynamischen?) IT-Ansatz enthalten sind, würden Geld/Zeit ja nicht für Alternativen zur Verfügung stehen…

Es sollte auf jeden Fall kreativ nach Alternativen geschaut werden und nicht nur der scheinbar „einfachste“ Weg gewählt werden.

Nicht jeder braucht alles in der jeweils neuesten Version!
Es gibt bestimmt eine Menge Mitarbeiter der Stadt die nie eine Präsentation machen; es muss auch nicht für immer ‚Powerpoint‘ sein.

Das macht gewiss Mancher der besten Gewerbesteuerzahler in Flensburg ebenso.
—-
Die anderen Punkte der Beschlußvorlage sind ebenfalls würdig neu durchdacht zu werden.
Eine „Dynamisierung“ der IT-Investititionen – wie jetzt vorgelegt – ist auf jeden Fall nicht förderlich, kreative Lösungen zu finden.

Auskunft zur IT-Planung der Stadt Flensburg gibt:
Dr. Marcus Ott, IT-Leiter Stadt Flensburg:
service@conware-consulting.de
http://www.conware-consulting.de/

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ps: Ich selbst werde dieses Thema erst ab Mitte Februar 2012 weiter begleiten können.

pps: Dieses Dokument wurde erstellt und versandt mithilfe einer Software, die mehr als 8 Jahre alt ist (Netscape/7.1).

Mit freundlichem Gruss,
Best regards,
Jürgen Wehner
MedizInfo®
———————–
Tel.: +49 (0) 461 1825096

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D-24939 Flensburg
Germany
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Café Zukunft Veranstaltung am 22.11.2011: „Dreck-Ronald oder das selbstgemachte Leben?“

Wir helfen uns als Verbraucher selbst

Liebe Freunde und Interessierte von Café Zukunft,

die nächste Veranstaltung von Café Zukunft in Flensburg lautet:

„Dreck-Ronald oder das selbstgemachte Leben?“ mit dem Untertitel: „Wir helfen uns als Verbraucher selbst“
Sie ist unser Titel zur Selbstversorgung und findet am Dienstag, den 22. November um 19 Uhr in der Neustadt 12 (Stadtteilhaus) statt.

Wie immer ist die Teilnahme kostenfrei und sind Spenden jederzeit sehr willkommen.

Der CO2-Ausstoß ist laut kritischer Fachleute weltweit um 6 Prozent gestiegen statt wie gehofft zu sinken. Auch das Ozonloch vergrößert sich.
Entweder greifen wir aufgrund unseres vorhandenen Wissens über die bedrohliche Lage aktiv ein oder uns werden die zu erwartenden miesen Zustände überrollen.

Einige Menschen in Europa beginnen jetzt ihre Versorgung in die eigenen Hände zu nehmen, sich auf lokale und regionale Produktion umzustellen.
In England begann diese Energie- und Versorgungswende-Bewegung in Totnes, ein Ort mit 8500 Einwohnern, siehe www.transitiontowntotnes.org

Inzwischen ist sie auch in Deutschland angekommen. Beispiele finden sich auf Seiten, wie: www.transition-initiativen​.de und www.training-for-transitio​n.de
Transition steht übersetzt für Wandel, Übergang

Es gibt also bereits Gemeinschaften, die entschieden, entschlossen und konkret anfangen. In Rob Hopkins‘ Buch mit dem Titel „Energiewende, Das Handbuch – Anleitung für zukunfsfähige Lebensweisen“  beschreibt der Autor das Konzept dieser Bewegung. Es erschien im Jahr 2008 beim Verlag Zweitausendeins.
http://www.amazon.de/gp/product/3861508826/ref=olp_product_details?ie=UTF8&me==

Am 22. November werden Beispiele kommunaler und gemeinschaftlicher Selbstversorgung vorgestellt. Dabei werden erste Schritte für Flensburg und rundum entwickelt und diskutiert.

Im Web, Plakate siehe dort:
http://cafezukunft.co.de/cms/pages/flensburg/dreck-ronald-oder-das-selbstgemachte-leben.php
Facebook:
https://www.facebook.com/event.php?eid=286184114754577

Was ist „Café Zukunft“?

Bei dem „Café Zukunft“ handelt es sich um eine Veranstaltungsreihe zu aktuellen Themen. Es sollen Themen zur Sprache kommen, die uns alle angehen. Wir sind ein loser Verbund engagierter Bürger in Flensburg, die die Atomenergie hinterfragen, sich der Flüchtlinge in Flensburg annehmen, die Gentechnik thematisieren, auf die Armut in Flensburg hindeuten und die Demokratie kritisch betrachten wollen.

Für das Café Zukunft Flensburg stehen:

Ursula Thomsen-Marwitz, utm-nord@online.de, Tel. 04613155521
Susanne Holm, su-holm@t-online.de, Tel. 04613155475
Peter Walpurgis, AB und Fax, Tel. 046124505
Michael Malien, cafezukunft@gmx.de, Tel. 046132953

Für das Café Zukunft Husum steht:
Sigrid Saxen, sisax@web.de, Tel. 0484182510

Gemeinsamer Internetauftritt: http://cafezukunft.de

„Basta Ya! Es reicht! – FrauenStimmen gegen Gewalt“ am 21.11.2011 im Borgerforeningen

Vortrag, Diskussion und Musik mit

Marina Rios, Leiterin des Bereichs Arbeitsrechte bei der Frauenorganisation Las Mélidas, El Salvador

Musik: Mercedes Terrazas und Jens Richter (Gruppe Amerindia)

Montag, 21. November 2011 um 19.30 Uhr im Restaurant Borgerforeningen, Holm 17, Flensburg

In ihrer langjährigen Arbeit mit Maqlia-Arbeiterinnen und aktuell in der Unterstützung der Organisation der Hausangestellten setzt Marina Rios sich aktiv für Frauenrechte ein. Zusätzlich zu ihrem Studium der Sozialen Arbeit hat sie eine Ausbildung für Psycho-Drama absolviert. Mit dieser psychotherapeutischen Methode , bei der durch Rollenspiele Handlungszusammenhänge reflektiert werden, hilft sie Frauen, Gewalterfahrungen zu verstehen, zu verarbeiten und mögliche Lösungswege zu finden.

Veranstalter: Evangelisches Frauenwerk, Arbeitsstelle Ökumene und Migrationsfachdienst des Diakonischen Werks

Eintritt frei

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