Occupy Flensburg am 15.10.2011: Initiatoren werten Protestumzug am weltweiten Aktionstag als vollen Erfolg

Große Zustimmung zu den Forderungen der Demonstranten auch aus der Bevölkerung

Knapp 80 Menschen beteiligten sich am Samstag in der Flensburger Innenstadt an einem Protestumzug anlässlich des weltweiten Aktionstages gegen die Macht der Banken und für mehr soziale Gerechtigkeit. Auch wenn die Zahl etwas gering wirken mag, so ist doch erstaunlich, dass es den Initiatoren in weniger als drei Tagen, quasi ad hoc gelang, eine bunte Mischung von MitstreiterInnen zahlreicher zivilgesellschaftlicher und politischer Gruppen zusammen zu stellen. Das reichte von der LINKEN, den Grünen, der SPD, dem Arbeitskreis Kommunalpolitik, ATTAC und Gewerkschaftern bis hin zu verschiedenen sozialpolitischern Initiativen, wie dem Café Zukunft und der Initiative für ein bedingungsloses Grundeinkommen.

Foto: Gerd Christophersen

Allen gemeinsam war die Forderung nach einer neuen Wirtschafts-, Sozial- und Finanzpolitik. In ihren Redebeiträgen vor der Deutschen Bank und auf dem Südermarkt betonten zudem die Sprecher der Demonstranten, dass es nicht angehen könne, dass die deutsche Bevölkerung über rigide Sparprogramme für den hunderte Milliarden Euro schweren Banken-Rettungsschirm und für die Profite der Banken zur Kasse gebeten werde.

Auch in Flensburg seien die Auswirkungen dieser Sparprogramme zu spüren, so drohen beim städtischen Haushalt weitere Kürzungen von 27 Mio. Euro, vorrangig im Bereich Soziales, Kultur und Bildung. Dies auf Kosten derjenigen, die eh schon benachteiligt würden. Ebenso müsse es darum gehen, durch eine fairere Besteuerung die Vermögenden wieder stärker in die Verantwortung zu nehmen und die zerstörerische Macht der Banken über eine Neuordnung des Banken- und Finanzsystems zu brechen.

Auffällig war, dass viele FlensburgerInnen spontan ihre Zustimmung zu den Forderungen der Demonstranten äußerten. Offensichtlich unterschätzt die deutsche Regierungspolitik den gesunden Menschenverstand der deutschen Bevölkerung und dass diese nicht mehr bereit ist, ohne Widerstand die Milliardengeschenke an die Banken hinzunehmen.

Die Initiatoren und TeilnehmerInnen bewerteten daher ihre Protest-Aktion als vollen Erfolg und wollen zukünftig noch mehr Menschen für ihr Anliegen gewinnen. Dafür planen sie in den nächsten Wochen und Monaten weitere Veranstaltungen. Zur Vorbereitung treffen wollen sie sich hierfür

am Dienstag, dem 18.10.2011
um 18:00 Uhr, Alte Deutsche Bank,
Neustadt 21, Flensburg

und laden hierzu alle Interessierten herzlich zur Teilnahme ein.

Jörg Pepmeyer

Auch die Flensborg Avis und das Flensburger Tageblatt berichteten am 17.10. über die Aktion am Samstag. Hier geht´s zu den Artikeln: Fl. Tageblatt und Fl. Avis 17.10.2011

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Veröffentlicht am 16. Oktober 2011 in Bürgerbeteiligung, BGE Grundeinkommen, Flensburg News, Haushalt, Soziales, Veranstaltungstipps, Wirtschaft und mit , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Ein Kommentar.

  1. Selbst die Vermögenden (bzw. ein ganzer Teil hiervon) fordern eine höhere Besteuerung:

    http://www.appell-vermoegensabgabe.de

    Was also hindert unseren Staat, eine Vermögensabgabe bzw. einen höheren Steuersatz für Vermögende einzuführen?

    Gefällt mir

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