Hotel am Lautrupsbach – AKOPOL: Keine baulichen Eingriffe am Hang des Lautrupsbachtals!

Natur- und Landschaftsschutz gehen vor!

Die AKOPOL-Fraktion ist außerordentlich verärgert darüber, dass den Rats-Fraktionen erst einen Tag nach der Entscheidung der Flensburger Ratsversammlung zum Aufstellungsbeschluss „Hotel am Lautrupsbach“ die Machbarkeitsstudie zum gleichen Thema von der Verwaltung zur Verfügung gestellt wurde. Insbesondere deshalb, weil sich der Begründungstext für den Aufstellungsbeschluss explizit auf diese Studie bezieht, uns deren vollständiger Inhalt aber bei der Beschlussfassung auf der Ratssitzung am 1.9. nicht bekannt war.

Auf Seite 15 und 16 der Studie werden sehr ausführlich die möglichen Folgen für den vollständig begrünten Talhang am Lautrupsbach geschildert, sollte man eine Verbindungsstraße auf dem jetzigen, hangseitigen Wanderweg Richtung neugeplantes Hotel führen. Damit wären gleichzeitig enorme bauliche Eingriffe verbunden, die für den Talhang als landschaftlich reizvollen Naturraum und besonders schützenswertes Biotop definitiv das Aus bedeuten würden. Der Weg, der jetzt gerade einmal zwischen zwei Meter bis 2,50 Meter breit ist, würde zu einer mindestens 3,50 breiten und ca. 300 m langen Straße ausgebaut. Notwendige bauliche Maßnahmen zur Stützung des Hanges und Ableitung von Regen- und Quellwasser würden zu einem nicht hinnehmbaren Verlust von Bäumen, Büschen und Sträuchern führen. Anders ausgedrückt, der das Stadtbild prägende und auch für die Frischluftzufuhr Flensburgs wichtige Hang würde gleichsam abrasiert.

Für die AKOPOL-Fraktion ist es daher nicht nachvollziehbar, warum die Mehrheit der Ratsversammlung, insbesondere CDU, SPD, SSW und die WiF, mit der Zustimmung zum Aufstellungsbeschluss ebenso auch der Möglichkeit zustimmte, den Hangweg auszubauen.

Die AKOPOL-Fraktion hat vor allem aus diesem Grund auf der Sitzung der Ratsversammlung am 1.9.2011 ihre Zustimmung zum Aufstellungsbeschluss verweigert. Wir wenden uns nicht grundsätzlich gegen den möglichen Bau eines Hotels an der geplanten Stelle. Wir halten aber die Belange des Natur- und Landschaftsschutzes und die naturräumliche Erhaltung des Stadtbild prägenden Talhanges am Lautrupsbach, wie auch des Hanges am Volkspark bei der Debatte und Entscheidung über das Hotel für vorrangig.

Andernfalls droht ein ähnliches Desaster wie beim Projekt Hafenhotel Ballastkai.

Jörg Pepmeyer (AKOPOL-Fraktionsvorsitzender)

Um ein Meinungsbild über das geplante Hotelvorhaben erstellen zu können haben wir auf unserem Blog eine Umfrage gestartet:

Umfrage: Neubau eines 5-Sterne-Hotels am Lautrupsbach?

Die Stadt Flensburg und die Mehrheit der Flensburger Kommunalpolitiker möchten gerne für den Bau eines 5-Sterne-Hotels am Lautrupsbach einen Investor gewinnen und haben dafür einen Aufstellungsbeschluss verabschiedet, der neben der möglichen Bebauung eines städtischen Grundstücks auch die Möglichkeit einer Zufahrtsverbindung am Hang des Lautrupsbachtals vorsieht. Hier geht´s zur Umfrage: https://akopol.wordpress.com/umfragen/

Zum gleichen Thema erschienn am 6.9.2011 auf shz-online folgender Artikel: Am Lautrupsbach – Hotel nicht ohne Eingriffe ins Grün zu finden unter: http://www.shz.de/nachrichten/lokales/flensburger-tageblatt/artikeldetails/article/218/hotel-nicht-ohne-eingriffe-ins-gruen.html

P.S.: Zur Dokumentation untenstehend noch die entsprechenden Textpassagen aus der Beschlussvorlage (die gibt´s komplett mit einem Luftbild vom Ort der Begierde hier: Beschlussvorlage_RV-90-2011):

„Antrag:

1. Gemäß § 2 BauGB werden die 61. Änderung des Flächennutzungsplans „Hotel Am Lautrupsbach“ und die 34. Änderung des Landschaftsplans „Hotel Am Lautrupsbach“ für das Gebiet zwischen

im Norden: dem Fuß des Fördehanges ca. 140m nördlich der Straße Am Lautrupsbach und von dort Richtung Osten entlang dem Hangfuß,

im Osten: dem Zuwegung zum Volkspark von der Straße Am Lautrupsbach,

im Süden: der Straße Am Lautrupsbach,

im Westen: der rückwärtigen Grenze der Grundstücke Ballastbrücke 5 – 15

aufgestellt.“

und unter: „Erschließung / Stellplätze“ heißt es trotz möglicher negativer Folgen für den Talhang in der Begründung für den Beschluss:

(…) „Eine ggf. auch nur untergeordnete Zufahrt über den bestehenden hanggleichen Versorgungsweg der Straße Am Lautrupsbach aus stellt sich wegen der erforderlichen Verbreiterung und Hangsicherung als nachteilig dar. Dieser Bereich sollte trotzdem im Geltungsbereich des Bebauungsplanes liegen, um alle Optionen auch für gestalterische Lösungen oder untergeordnete Anbindungen des Hotelgeländes an den Volkspark zu erhalten.“

Über akopol

Netzwerk für mehr Öffentlichkeit, Transparenz und Demokratie in Flensburg

Veröffentlicht am 3. September 2011 in Ökologie, Flensburg News, Stadtplanung und mit , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Ein Kommentar.

  1. Rudi Freundlich

    Guten Tag,

    schon wieder ein Hotelstandort, der den Flensburger Bürgern die Luft nimmt.
    Den schönen bewaldeten Hang zu Gunsten weniger und zu Lasten vieler bebauen.
    Ich glaube langsam, dass Flensburg sich abschafft. Wie viel Dummheit sitzt
    eigentlich in unserer Verwaltung und in der Ratsversammlung?
    Es gibt Hotelstandorte in Flensburg, die alles im Bereich Hotelbau
    ermöglichen. Warum muss immer die Natur und damit der Bürger leiden?
    Schon oft habe ich darauf hingewiesen, dass für mich der ideale Standort
    das ehemalige Schwimmbad ist. Hier kann wirklich ein Hotel in jeder
    beliebigen Größe gebaut werden. Zentrumsnah, in Nachbarschaft des Bahnhofs,
    Kongressräume für wirklich große Teilnehmerzahlen, ev. Nutzung und
    Integration der Schwimmbadanlagen, es kann hoch und es kann breit gebaut
    werden, es sind alle Optionen für ein Hotel, aber keiner will es dort? Warum
    nicht?
    Auch ist bekannt, dass die Auslastung der Flensburger Hotels, mit Ausnahme
    der Urlaubszeit, bei lediglich ca. 40 % liegt. Das bedeutet, dass der Neubau
    eines Hotels zwangsweise das Schließen eines oder mehrerer anderer Hotels
    nach sich zieht.
    Besonders enttäuscht bin ich natürlich dass die WiF für diesen Standort
    gestimmt hat. Aber auch die WiF ist auf dem Weg, sich abzuschaffen.

    Einen schönen Sonntag
    Rudi

    P.S.: wer möchte, kann auch noch einen Blick hierauf werfen: http://www.ig-ostufer.de/phpBB3/viewtopic.php?f=2&t=53

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