Bauprojekt Klarschiff: Offener Brief der IG Ostufer an die Flensburger Ratsfraktionen

IG Ostufer legt neue Pläne zur Gestaltung des Hafen-Ostufers am Ballastkai vor

In einem Offenen Brief wendet sich die IG Ostufer gegen das Bauprojekt Klarschiff und legt eigene, alternative Planungen vor (siehe auch unter IG Ostufer Plan-Entwurf Ballastkai und www.ig-ostufer.de ) Untenstehend nun der Offene Brief:

IG-Ostufer, Flensburg

                                                                                                      Flensburg, 12. Juli 2011

An die Fraktionen im Rat der Stadt Flensburg:
WIF, SSW, CDU, SPD, FDP, Bündnis 90 /Die Grünen, Akopol, Die Linke und den Oberbürgermeister.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Auch zum diesjährigen Dampfrundum, am 8. – 10. Juli, war die Bürgerinitiative IG-Ostufer wieder mit einem Stand am Hafen vertreten, um die Bürger über das Vorhaben der Stadt, am Ostufer Luxuswohnungen zu errichten, zu informieren.
Jetzt, wo sich der große Baukomplex “Klarschiff“ durch Bauzaun und hohes Baugerät abzeichnet und Flensburgern und Besuchern vor Augen führt, was diese „Landnahme“
bedeutet, werden Empörung und Ablehnung lauter denn je. Allen wird klar, wie der Bau
die beliebte Flaniermeile am Ostufer so beschädigt, dass von diesem einmaligen Ort so
gut wie nichts mehr übrigbleibt.

Das Versprechen der Stadt und der Investoren, dass der Hafenbesucher doch vor dem Gebäude noch weitergehen könne (wohin?), wirkt da schon eher tragisch-komisch. Eine einmalige Chance, unsere Stadt durch eine bürgerfreundliche Gestaltung des Ufers touristisch ganz nach vorne zu bringen wurde vertan. Alle Anregungen von Bürgern, Besuchern, Stadtdenkern, kompetenten Persönlichkeiten und der Bürgerinitiative IG Ostufer brachten die Politik nicht von ihrem verheerenden Fehler ab.
Die IG Ostufer sammelte über 12.700 Stimmen gegen eine solche kolossale Bebauung des Ostufers. Sie erhielt damit mehr Stimmen als jede Partei zur Kommunalwahl 2008, wo die stärkste Fraktion in Flensburg, WIF, 6498 Stimmen auf sich vereinigte.
Eine Bürgerbefragung, wie von der IG-Ostufer gefordert, hätte die Zerstörung des Ostufers verhindert. Deshalb unterstützen wir die Volksinitiative des Landesverbandes „Mehr Demokratie e.V.“ die eine größere Beteiligung der Bürger bei entscheidenden kommunalen Bauprojekten fordert. Wir sammelten dafür rund 470 Unterschriften und nahmen eine Welle der Sympathie für unseren Einsatz entgegen.
Die Auswirkungen auf die Entwicklung der Stadt durch diesen Eingriff in ein weitgehend natürlich erhaltenes Ufer im Herzen unserer Heimatstadt sind noch nicht abzusehen.
Eines steht jetzt schon fest: Flensburg hat sich ärmer gemacht.

Reinhard Thomas

Über akopol

Netzwerk für mehr Öffentlichkeit, Transparenz und Demokratie in Flensburg

Veröffentlicht am 14. Juli 2011, in Bürgerbeteiligung, Flensburg News, Ostufer und Hafen, Stadtplanung. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 2 Kommentare.

  1. Moin Reinhard,

    und es geht weiter. Die Harniskaispitze ist so gut wie verkauft (Erbpacht). Ein Unternehmen, das ich mir für Flensburg durchaus wünsche, wird dort vermutlich 40 Arbeitsplätze schaffen.

    Aber warum muss so etwas heimlich passieren? Es gab doch einmal einen Masterplan Hafen. Was ist daraus geworden. Ist es einfach egal ob der Bürger eingebunden wird und seine Meinung, sein Wunsch dann doch nicht berücksichtigt wird?

    Konkret frage ich mich, was mit den dort jetzt ansässigen Kleinbetrieben passiert? Einige sind dringend auf diesen Standort angewiesen. Sonst in der Existenz bedroht. Wieviele Arbeitsplätze werden im Gegenzug hier wegfallen?

    Wieviele der ca. 40 angekündigten Arbeitsplätze werden mit Mitarbeitern aus der Region besetzt? Besteht also für unsere Arbeitslosen hier eine Chance, eine entsprechende Arbeit zu finden?

    Zum Schluss (erst einmal), wieviel zahlt die Stadt Flensburg aus ihrer leeren Kasse für die Ansiedelung dieses Unternehmens – einschließlich Schaffung etwa erforderlicher Infrastruktur?

    Das, liebe Politik und Verwaltung, interessiert mich als Bürger, bevor man Entscheidungen über das Eigentum der Bürger trifft.

    Rudi Freundlich

    Liken

    • Volker Schendel

      Der Hafenmasterplan liegt auf Eis!! Warscheinlich geblockt durch Herrn Brüggemann, denn nach § 34 läst sich einfach entspannter bauen. Man muß ja nur den Nachbarn Fragen!! Auch die WiF lehnt weiterhin die Überplanung des gesammten Hafens ab. Begründung, es werden keine Mehrheiten gefunden? Mehrfach habe ich auf einen Antrag zur Überplanung ( B-Plan ) des Hafens gefordert. Hierzu gibt es einen Vorentwurf von mir.
      Volker Schendel

      Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: