Simon Faber gewinnt mit 54,8% der Stimmen Flensburger OB-Wahl

Heimat schlägt alles!

Mit einem deutlichen Vorsprung vor seiner Mitbewerberin Elfi Heesch hat Simon Faber die Oberbürgermeisterwahl in Flensburg gewonnen. Faber, der 54,8% (9.236) der Wählerstimmen in der heutigen Stichwahl erhielt, kommentierte seinen Wahlerfolg mit den Worten. „Ich bin begeistert“, um sich anschließend bei seinen WählerInnen und UnterstützerInnen brav zu bedanken. Faber der als SSW-Kandidat ins Rennen gegangen war, profitierte offensichtlich nicht nur von der mit 23,3% äußerst geringen Wahlbeteiligung, sondern auch davon, dass der SSW als Milieu-Partei seine starke Mitglieder-Basis an die Wahlurnen bewegen konnte.

CDU/Grünen-Kandidatin Elfi Heesch konnte dabei noch nicht mal in den Flensburger CDU- und Grünen-Hochburgen richtig punkten und erreichte mit 45,2% (7.628) der Wählerstimmen ein unerwartet schlechtes Ergebnis. CDU-Fraktionsvorsitzender Gernot Nicolai, wie auch Grünen-Fraktionsvorsitzender Uwe Lorenzen machten insbesondere die starke SSW-Wählerbasis als Grund für den Erfolg von Faber aus und kritisierten unisono, dass eine ganze Anzahl von OB-Kandidaten, die in der ersten Wahlrunde ausgeschieden waren, sich für die Wahl von Faber mit dem Hinweis ausgesprochen hätten, dass er Flensburger sei. Nicolai wie auch CDU-Fraktionsmitglied Dr. Markus Döring sahen zudem auch landespolitische Entscheidungen der CDU als Grund dafür, dass viele CDU-Wähler zu Hause blieben.

Unabhängig von der Sachkompetenz der beiden Kandidaten kann nach der Beobachtung des Wahlkampfes sehr wohl davon ausgegangen werden, dass das Lokale und die regionale Angebundenheit von Simon Faber den Ausschlag für seinen Sieg gaben. Faber konnte sich in diesem Zusammenhang fast wie ein Fisch im Wasser bewegen, kannte die Mentiltät der BürgerInnen und der besonderen Flensburger Kultur, während Elfi Heesch in dieser Hinsicht gelegentlich etwas verunsichert auf öffentlichen Veranstaltungen wirkte. Anders ausgedrückt: „Heimat schlägt alles“.

Jörg Pepmeyer

Detaillierte Zahlen zum Wahlergebnis auch unter: http://www.flensburg.de/imperia/md/content/asp/flensburg/politik_verwaltung/wahlen/stob2010.html

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Veröffentlicht am 21. November 2010 in Daten und Zahlen, Flensburg News und mit , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 8 Kommentare.

  1. In seiner Ansprache beim Neujahrsempfang der Stadt Flensburg erklärt Herr Faber, unser künftiger OB, lt. Bericht im Flensburger Tageblatt vom 10.1.2011:

    „Flensburg sei eine wunderschöne Stadt mit einem schönen Hafen und einer tollen Altstadt: „Darum beneiden uns viele Menschen“

    Zitatende.

    Ich hoffe, dass Herr Faber das ernst meint. Wir haben einen schönen Hafen in einer tollen Stadt. Wir würden aber unwiderbringlich diesen Hafen mit einem Wohnklotz wie es „Klarschiff“ ist, verschandeln. Die Stadt und die Investoren stehlen uns Flensburger Bürgern ein Stück unseres Hafens für die Interessen weniger. Der Schaden für den Tourismus ist enorm.

    Eine Vielzahl der Firmen in der Innenstadt leben in großem Umfang vom Tourismus. Das sog. „Gesamtinteresse der Wirtschaft“ ist eine wichtige Aufgabe der Stadt und der Kammern, die dieses Interesse vertreten sollen. Das Interesse vieler kleiner und mittelständiger Unternehmen und das Interesse der Flensburger Bürger. Viele tausend Unterschriften unserer Mitbürger haben bestätigt, dass eine Bebauung dieser Größenordnung am Ostufer unseres schönen Hafens nicht gewünscht ist.

    Ist also dieses Gesamtinteresse der Mehrheit geringer zu bewerten als das Interesse von 2 Investoren und ev. künftigen ca. 15 neuen Bewohnern in Flensburg, die diese Wohnungen vermutlich nur als Ferienobjekt sehen und wohl kaum zur Stützung des Tourismus beitragen?

    Ich sage nein. Wir als IG-Ostufer fordern die Stadt und alle für den Tourismus und die Bürger verantwortlichen auf, diesen Bau zu verhindern und mit den Investoren eine sinnvolle Lösung für eine Rückabwicklung der entsprechenden Verträge zu finden.

    Rudi Freundlich

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  2. Fakt ist: „Simon Faber hat mit 5 leitenden Verwaltungsangestellten lediglich erörtert, ob nicht die äußere Struktur, also die Zuordnung der Stockwerke zu den Abteilungen günstiger gestaltet werden könnte zugunsten kürzerer Wege und hierfür um eine überschlägige Kostenschätzung gebeten. In diesem Zusammenhang wurde dann kurz erwogen, ob dann nicht auch ein Umzug des OB in den 13. Stock aus Gründen der Repräsentation sinnvoll sein könnte, aber nur, wenn ohnehin umstrukturiert werden sollte.“ Die pinkelnde Ratte ist sicherlich zumindest einer der „leitenden Angestellten“, der der Presse falsche, Brunnen vergiftende Informationen zugespielt hat, darüber sollte man diskutieren ! Elke muss ich in sofern Recht geben, es gibt sie noch, die ewig Gestrigen, zumeist von konservativer Seite, diesseits und jenseits der Grenze.

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  3. Simon Faber ist nicht im Hause und schon pinkeln die Ratten in die Ecken (das tanzende Mäuse auf dem Tisch Bild ist mir ein wenig zu lau).
    Ist doch nur der wieder aufgelegte Grenzkrieg der ewig gestrigen.
    Auch in den fünfzigern und sechzigern ging es immer nur mit persönlichen Angriffen,
    Intrigen und Verleumdungen. Sind eben schlechte Verlierer die Herren, die gerne dort oben gewesen wären.

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    • Liebe Elke,
      Mitbürger, die offen ihre eigene Meinung sagen, als „pinkelnde Ratten“ zu bezeichnen, finde ich niveaulos. Lass uns doch lieber bei einer sachlichen Diskussion bleiben.
      Ich meine, wir sollten Menschen, die ggf. eine andere Meinung haben, genauso anreden, wie auch wir angesprochen werden möchten.

      Im übrigen kann ich keinerlei Verleumdungen feststellen. Es sind Kommentare auf Grund eines Artikels im Flensburger Tageblatt. Wenn das Tageblatt falsch informiert haben sollte, bitte doch den Berichterstatter um Korrektur, dann bist Du bei dem Richtigen.

      Vielen Dank für Dein Verständnis.

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  4. Nun wird der Stab über den künftigen OB gebrochen, bevor er überhaupt im Amt ist. In allen Organisationen sitzt das Management oben! Faber will ja max. 3 Querschüsse aus der Verwaltung zulassen: Frau Maria-Theresia Schlütter war der 1. Nun sind es nur noch 2. Die „Umzugskosten“ sollte man mal cool überprüfen.

    Unser OB Stell (sel.) war trotz Residierens im oberen Erdgeschoß sooo bürgernah auch nicht. Und ich vermute mal, OB Tscheuschner wird dem Vernehmen nach auch bald in höheren Etagen sitzen.
    OB Faber ist deutlicher als viele vermuteten, manche befürchteten von der Flensburger Bevölkerung gewählt worden. Die Verwaltung sollte sich mit ihm arrangieren. Vom Kollen von Fra Schlütter war schon einmal zu vernehmen, ihnen sei egal, welcher OB „unter“ ihnen im Amt war.

    Das Tageblatt sollte sich überlegen, ob es von Beginn an wie Herr Jolly auf Konfrontation geht. Die Redaktion tagt in der Galerie übrigens auch oben.

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  5. Natürlich freue ich mich über das relativ gute Abschneiden von Simon Faber, er tritt wahrlich kein leichtes Erbe an, dieses schon alleine ersichtlich an der erbärmlichen Wahlbeteiligung von 23,3 %. Meine Frage: Wie kommt es, dass in Dänemark die Wahlbeteiligung sowohl zum Folketing, wie auch zur Kommunalwahl bei 75 – 86 % liegt ? Ich vermute, das liegt vor allen Dingen an der mangelnden Glaubwürdigkeit der Politiker, mangelnder Transparenz in unserem Rathaus, z.B. Ausschluss der Öffentlichkeit und fehlender Mitwirkungsmöglichkeiten der Bürger.
    Ich hoffe, dass Simon Faber sich neben AKOPOL für genannte „Transparenz“ und Mitwirkungsmöglichkeit der Bürger (Befragung/ Entscheid) einsetzen wird, wir dadurch bei der nächsten Kommunalwahl eine weitaus höhere Wahlbeteiligung bekommen werden.
    Claus S. Kühne

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    • Bevor unser künftiger OB im Amt ist, tritt er schon in das erste Fettnäpfchen. Das Büro soll im Rathaus nach oben verlegt werden. Ein Oberbürgermeister muß eben oben residieren.

      Sparen, Herr Faber, ist angesagt. Werfen Sie unser Geld nicht zum Fenster heraus!

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  6. Simon Faber – so what?

    Ich hatte zunächst Kay Richert gewäht, weil ich Angst hatte, dass ein schwaches Ergbenis dann doch der FDP angekreidet werden würde.
    Kay hat dann ein respektables Ergebnis, Vierter, erzielt.

    Am Sonntag habe ich Faber gewählt. Er kennt Flensburg besser als Frau Heesch.
    Millieu-Partei SSW? Nein. Der Zugewinn für Faber muss auch außerhalb des „Millieus“ gekommen sein…“ Gut, ein bißchen Millieu hat jede Gruppierung. Gegner nenn das dann gern auch Klientel. Aber der SSW hat hinter dem starken „label“ dänische Minderheit ein breites politisches Spektrum.

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